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Neugierig beäugt wurde Umweltminister Thorsten Glauber (Ferie Wähler) von den Murnau-Werdenfelsern. 

Projekt des Isartalvereins

Warum Minister Glauber die Murnau-Werdenfelser Rinder so gut findet

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Umweltminister Thorsten Glauber hat kürzlich die bedrohten Rasse der Murnau-Werdenfelser Rinder besucht. Sie sind so etwas wie Landschaftspfleger auf vier Beinen. 

Egling– Unter dem Einfluss des Volksbegehrens denken viele bei gefährdeten Arten an Insekten, insbesondere Bienen. Doch auch Rinder stehen auf der roten Liste, etwa die Murnauer-Werdenfelser. Ein Weideprojekt unter der Trägerschaft des Isartalvereins in der Pupplinger Au hilft mit, die eindrucksvollen Viecher zu erhalten, wobei ganz nebenbei auch noch die Flora der Au gewaltig profitiert. Umweltminister Thorsten Glauber stattete dem Eglinger Projekt Ende vergangener Woche einen Besuch ab und lobte genau diesen doppelten Effekt: „Mich freut es besonders, dass sowohl der Fortbestand einer einzigartigen Natur- und Pflanzenwelt als auch der Erhalt einer alten heimischen Rinderrasse gefördert werden“, sagte er.

Die Viecher fressen das lange Rohrpfeifengras

Bis zum Jahr 2010 war der Artenreichtum der Auenlandschaft jenseits der Dammstraße gefährdet, weil das üppig sprießende Rohrpfeifengras allen anderen Pflanzen das Licht nahm. Auch Waldkiefern konnten nur bedingt keimen. Es musste etwas passieren. Also wurde auf Initiative der Unteren und der Höheren Naturschutzbehörde damit begonnen, die Au mit Rindern zu beweiden. Die Wahl als Landschaftspfleger auf vier Beinen fiel auf die Murnau-Werdenfelser. Anfangs waren es zwölf Tiere auf 14 Hektar, inzwischen sind es 36 auf 62 Hektar. „Wir könnten noch mehr Flächen haben, aber unsere Kapazitäten sind begrenzt“, erklärte der Chef des Isartalvereins, Erich Rühmer.

Ein gutes Leben in der Pupplinger Au

Die Tiere führen in der Au ein gutes Leben. Von Frühjahr bis Herbst verbringen sie nahe der Isar ihre Sommerfrische. Weil sie sich in dieser Zeit nicht im Stall aufhalten, sind sie auffallend sauber, „blitzblank“, wie Rühmer sagt. Ein Bach, der durch das Gelände fließt, bietet ihnen genügend Wasser zum Trinken. Alle 14 Tage oder drei Wochen werden sie zur nächsten Koppel getrieben, wo sie weiter grasen und so seltenen Pflanzen ebenso wie der Waldkiefer eine Chance zum Wachsen geben. Die meisten Flächen der Au, auf denen sich die Vierbeiner tummeln, gehören den Bayerischen Staatsforsten, doch auch Uniper (ehemals Eon) und Privatleute stellen Areale unentgeltlich zur Verfügung.

Lesen Sie auch: Thorsten Glauber besucht das Eglinger Filz 

Rühmer stieß dem Minister gegenüber in dasselbe Horn wie kurz zuvor Landrat Josef Niedermaier im Eglinger Filz (wir berichteten): Er forderte mehr Personal für den Naturschutz, auch um zu überwachen, ob die in vielen Fällen notwendigen Ausgleichsflächen angelegt werden. „Ich habe da so meine Zweifel“, sagte Rühmer. Der Minister erwiderte, dass das Umweltministerium 70 neue Stellen beantragt habe. „Was rauskommt, werden wir sehen.“

Lesen Sie auch: Der Isartalverein pflegt den Ulrichsberg

Florian Streibl, Abgeordneter aus dem Stimmkreis und Fraktionschef der Freien Wähler im Landtag, nannte die Pupplinger Au ein „Juwel der Natur vor den Toren Münchens und deshalb erhaltenswert.“ Am Isartalverein soll es nicht liegen: Rühmer will das Projekt über 2020 hinaus verlängern. Bis 2030.

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