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Fesche Gastgeber: Die „Wendlstoana“ Thanning richten heuer das Loisachgaufest aus. 

Der Ministerpräsident als Ehrengast

Die „Wendlstoana“ Thanning laden zum Gaufest

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Geburtstagskinder unter sich: Der Loisachgau, der heuer 100 Jahre alt wird, feiert sein Gaufest beim Trachtenverein „Wendlstoana“, der ebenfalls 100 Jahre alt wird. Für den Sonntag ist alles bereit.

Egling Kaum zu glauben, aber es gab Zeiten, in denen Trachtler nicht gerne gesehen waren. Etwa in Thanning im Jahr 1919. Dass sich dort zwölf Bürger heimlich in einer Sattlerwerkstatt zusammentaten, um sich zur Brauchtumspflege zu verabreden, kam einer Mutprobe gleich. Die Teilnehmer der Gründungsversammlung im Hecklhaus hätten es sich gewiss nicht träumen lassen, dass irgendwann Tausende von Trachtlern in ihrem Dorf zusammenkämen, um gemeinsam zu feiern. Und doch ist es so. Das Loisachgaufest findet heuer bei den „Wendlstoana“ in Thanning statt.

Bemerkenswert daran ist, dass der Loisachgau, der seinen Schwerpunkt im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen hat, ebenfalls 1919 gegründet wurde. Aus diesem festlichen Anlass hat der Gau bereits eine neue, 400 Seiten starke Gau-Chronik erstellt. Das ist aber noch nicht alles. „Wir haben uns vorgenommen, jede unserer Veranstaltungen aufzuwerten“, erklärt Gauvorstand Sepp Ponholzer. So wird beim Gaufest am 30. Juni die Beteiligung hochrangig sein. Zum Beispiel geben sich die Bayerischen Gebirgsschützen die Ehre. „Das war noch nie da“, so Ponholzer. Auch die Vertreter anderer Gauverbände werden am Sonntag im Eglinger Ortsteil erwartet. Nicht zu vergessen die Politprominenz, von Landrat Josef Niedermaier bis hin zu Ministerpräsident Markus Söder. Es ist eines von drei Gaufesten, das heuer auf dem Terminkalender des ranghöchsten Bayern steht. „Wir freuen uns narrisch, dass er kommt“, so Ponholzer.

Der etwa 370 Mitglieder zählende Gebirgstrachtenerhaltungsverein „Wendlstoana“ richtet das Gaufest nach 1934, 1964, 1977 und 2001 mittlerweile zum fünften Mal aus. „Die Thanninger waren immer schon rührig“, lobt Ponholzer den östlichsten aller Loisachgau-Vereine. Von der Lage her ist das Dorf an der Staatsstraße 2070 wie gemacht für derartige Großereignisse. „Wir liegen in einem Kessel, wir müssen nur eine Kreisstraße sperren“, erklärt Paul Miller, Vorstand der „Wendlstoana“. Am Tag des Gaufests am 30. Juni wird ab 8.30 Uhr dichtgemacht. „Dann verwandelt sich Thanning in eine Fußgängerzone.“ Der drei Kilometer lange Trachtenumzug mit Zug und Gegenzug durch die Hauptstraße soll durch nichts behindert werden. Das 75 mal 30 Meter große Festzelt steht an der Ötzstraße.

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Die Veranstalter rechnen mit einem gewaltigen Andrang. Aus allen vier Landkreisen, über die sich der 26 Trachtenvereine umfassende Loisachgau erstreckt – Bad Tölz-Wolfratshausen, Weilheim-Schongau, der Landkreis München sowie Starnberg – werden 3200 Trachtler erwartet. „Hinzu kommen natürlich noch einige Zaungäste“, erzählt Paul Miller. Um Thanning herum sind einige Parkflächen eingerichtet, die größte am Festzelt, in Richtung Feldkirchen.

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Das Schöne an einem Gaufest besteht ja auch darin, dass man alte Freunde und Bekannte wiedertrifft. Insofern kommt auch dem Festausklang ab 17 Uhr mit der „Boarisch Roas“ eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu. Zu dem gemütlichen Ratsch wird Holzkirchner Oberbräu ausgeschenkt, neuerdings im Besitz von Luitpold Prinz von Bayern. Vielleicht gibt sich ja auch der Wittelsbacher die Ehre. Angefragt wurde er, die Antwort steht noch aus. Das würde zu diesem ganz besonderen Gaufest sehr gut passen.

Das Programm

Freitag, 28. Juni: ab 20 Uhr: Gauheimatabend anlässlich des 100-jährigen Gründungsjubiläums mit den Plattlergruppen der „Wendlstoana“, den Gaugruppen sowie verschiedenen Musikgruppen. Es spielt die Blaskapelle Thanning.

Sonntag, 30. Juni: 6 Uhr: Weckruf; 8 Uhr: Empfang der Vereine; 9 Uhr: Aufstellung zum Kirchenzug; 10 Uhr: Festgottesdienst im Pfarrgarten mit Weihbischof Wolfgang Bischof; anschließend Ehrentänze der Trachtenjugend im Festzelt und Mittagessen; 13 Uhr: Aufstellung zum Festzug; 13.30 Uhr: Festzug durch die Thanninger Hauptstraße auf einer Länge von drei Kilometern; 16 Uhr: Verleihung der Meistpreise; ab etwa 17 Uhr: Festausklang mit der „Boarisch Roas“.

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