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Überschaubares Interesse: Fünf Jugendliche kamen zur Jungbürgerversammlung in den Aufhofener Jägerwirt. Kritik gab’s kaum – nur die Busverbindungen in Egling könnten besser sein.

Überschaubares Interesse an Jungbürgerversammlung

Eglinger Jugend wünscht sich Burgerkette und Pizzeria

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Egling – Was fehlt in Egling? Eigentlich nichts, finden die Jugendlichen in der Jungbürgerversammlung. Obwohl: Wie wär's mit einem Burger-Restaurant und einer Pizzeria?

Ein Burger-Restaurant und eine Pizzeria: Die gehen der Eglinger Jugend ab. „Nein, Scherz. Wir sind wunschlos glücklich“, stellt Andi Hamberger richtig. Der 16-Jährige ist einer von nur fünf Jugendlichen, die am Freitagabend den Weg zur Jungbürgerversammlung der Großgemeinde Egling in den Aufhofener Jägerwirt gefunden haben. Bürgermeister Hubert Oberhauser findet es zwar schade, dass die Teilnehmerzahl trotz der verteilten Flyer und der Werbung auf Facebook „sehr überschaubar“ ist. Doch er sieht es positiv: „Anscheinend ist beim Thema Jugend alles in Ordnung. Wenn etwas im Argen läge, würden viele kommen.“

Andi und seine Kumpels sind auch nicht da, um Wünsche zu äußern oder Kritik zu üben. „Wir wollten uns nur informieren.“ In Oberhausers halbstündigem Vortrag erfahren sie „im Schnelldurchlauf“ alles Wissenswerte über ihre Heimatgemeinde. Der Rathauschef berichtet über den Finanzhaushalt, die Flüchtlingssituation und den Breitbandausbau. Die anschließend geplante Diskussionsrunde fällt aus – Fragen oder Kritik hat keiner der anwesenden Jugendlichen an diesem Abend.

Auch bei der schriftlichen Umfrage, die die Jugendbeauftragten Petra Hielscher und Stefan Kießkalt ausgearbeitet hatten, bleiben die Zeilen beim Punkt „Ich vermisse in unserer Gemeinde...“ leer. „Wir haben alles, was wir brauchen“, meint Andi – etwa eine Wirtschaft und einen Supermarkt. Langweilig wird ihnen auch nicht: In ihrer Freizeit engagieren die sich beim Schützen- und Burschenverein und bei der Freiwilligen Feuerwehr. Er glaubt, dass das den meisten Eglinger Jugendlichen so geht: „Die, die wir so kennen, sind alle zufrieden.“ Doch, eines fällt Andi nach langem Nachdenken noch ein: „Die Busanbindung könnte besser sein.“

Das findet auch Magdalena Müller aus Neufahrn. Die 16-Jährige geht wie viele ihrer Freundinnen in München zur Schule und muss vor allem mittags oft lange auf den Anschluss warten: „Die Buszeiten passen nicht.“ Andererseits versteht sie, warum nicht mehr Busse eingesetzt werden: „Oft sitze ich ganz allein drin.“ Und überhaupt: „Wenn ich bei uns in der Gegend unterwegs bin, fahre ich alles mit dem Radl.“ Ihren Wunsch nach mehr Busverbindungen streicht sie deshalb schnell wieder. Sie ist zufrieden – so wie offensichtlich alle Jugendlichen im Gemeindegebiet Egling.

cw

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