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Ernte mit zwei PS: Leopold Reiter nutzte die Kraft eines Pferdegespanns, um das Getreide zu mähen. 

Oldtimerfreunde Endlhausen und Umgebung 

Schweißtreibende Troad-Mahd

Erstmals nach zehn Jahren veranstalteten die Oldtimerfreunde Endlhausen an Mariä Himmelfahrt wieder eine Troad-Mahd. Ihre Nervosität im Vorfeld war unbegründet.

Endlhausen– Bereits am Vormittag schärfte Willi Schneider, in den 1970er-Jahren Masseur beim damaligen Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München, mit einem Schleifstein seine Sense. Nach diesem sogenannten Dengeln mähte er in das noch stehende Getreide. Helfer rafften die Halme mit einer Sichel, banden sie zu Garben und fertigten daraus sogenannte Kornmandl.

Nach dem schweißtreibenden Sensenmähen bekamen die rund 200 Besucher auch zu sehen, wie hölzerne Ablagemäher und gezogene Binder aus dem 18. und 19. Jahrhundert funktionieren. Am Nachmittag mähten historische Drescher den Rest des Getreidefeldes ab. „Auf dem abgeernteten Feld wird die Erde dann mit altertümlichen Pflügen aus unterschiedlichen Epochen und Materialien umgebrochen und für die Winterruhe vorbereitet“, erklärte Johann Korntheuer.

Der Vorsitzende der Oldtimerfreunde Endlhausen war vor der Großveranstaltung sichtlich nervös. Das letzte Mal organisierte der vor 21 Jahren gegründete Verein 2007 eine historische Getreidemahd, die damals noch im nahe gelegenen Attenham stattfand. Diesmal stellte der Arnhofer-Bauer ein etwa 3300 Quadratmeter großes Feld zwischen Endlhausen und Geilertshausen zur Verfügung. „Ich hatte schon Bedenken, dass einige Maschinen nicht so funktionierten, wie wir uns das vorgestellt haben“, gestand Korntheuer. Doch seine Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet. Sogar der Fendt-Dieselross-F-18-Traktor, der im Jahr 1942 gebaut wurde, lief wie ein Uhrwerk. „Ich habe über ein Jahr benötigt, um ihn wieder in Gang zu bringen“, berichte der Ehrenvorsitzende der Oldtimerfreunde, Paul Gröbmair. Noch älter ist der Ablegemäher „Imperator“, der vor rund 107 Jahren angefertigt wurde. Auch ein von Leopold Reiter geführtes Pferdegespann, das einen alten Mähbalken hinter sich herzog, war im Einsatz.

Nach getaner Arbeit gab es für alle kühle Getränke und Grillfleisch. Das gemähte „Troad“ – so wird Getreide im bairischen Dialekt genannt – wird nun zu Mehl und zu Backwaren verarbeitet, die am 3. Oktober auf dem Dorffest von Attenham angeboten werden.

Peter Herrmann

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