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„Die Gemeinde geht mit gutem Beispiel voran“

Energiebeauftragter im Interview: Was Egling mit dem Energienutzungsplan für 23.000 Euro bezweckt

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Energienutzungsplan - mit diesem sperrigen Begriff befasst sich gerade die Gemeinde Egling. Er wird für gut 23.000 Euro in Auftrag gegeben. Der Eglinger Energiebeauftragte Hans Spindler erläutert, was es damit auf sich hat.

Egling – Der Eglinger Gemeinderat hat in der Januarsitzung beschlossen, einen Energienutzungsplan in Auftrag zu geben. Erstellen wird ihn das Institut für systemische Energieberatung in Landshut, die Kosten liegen bei gut 23.000 Euro. Was sich dahinter verbirgt und wie überhaupt der Sachstand der Energiewende in Egling ist, darüber sprach Volker Ufertinger mit dem Gemeinderat und Energiebeauftragten Hans Spindler (parteifrei).

Herr Spindler, was muss man sich unter einem Energienutzungsplan vorstellen?

Hans Spindler Energiewendebeauftragterder Gemeinde Egling

Hans Spindler: Ein Energienutzungsplan stellt, vergleichbar einem Flächennutzungsplan, die zukünftige energetische Entwicklung in der Gemeinde unter Einbeziehung des Bestandes systematisch dar. Mit Hilfe eines Instituts werden die jetzigen und zukünftigen Energieverbräuche einer Gemeinde sowie ihrer energetischen Potenziale ermittelt. Daraus werden ein Konzept entwickelt und Instrumente für die Umsetzung erarbeitet. Dies erfolgt unter Beteiligung aller Akteure, also Verwaltung, Bürger und Betriebe. Konkrete Maßnahmen können etwa die energetische Sanierung von Gemeindegebäuden oder der Aufbau einer Nahwärmeversorgung sein.

Haben andere Gemeinden im Landkreis auch einen solchen Plan? Welche Erfahrungen haben sie damit gemacht?

Hans Spindler: Energienutzungspläne wurden zum Beispiel auch in Wolfratshausen, Bad Tölz und Bad Heilbrunn erstellt. Nach meiner Kenntnis haben die Kommunen damit gute Erfahrungen gemacht, und es wurden konkrete Maßnahmen zur Energiewende auf den Weg gebracht.

Wie ist der Stand der Energiewende in Egling?

Hans Spindler: Die Bürgerinitiative Energiewende Egling hat die Bürger in regelmäßigen Beiträgen im Gemeindeblatt über Energiesparmöglichkeiten in privaten Haushalten informiert und auf die Beratungsmöglichkeiten der Verbraucherzentrale Bayern hingewiesen. Außerdem wurden Praxisbeispiele etwa für Nahwärmeversorgung oder Nutzungsmöglichkeiten von Solarstrom zum Eigenverbrauch besichtigt. Die Gemeinde Egling geht mit gutem Beispiel voran. So wurde 2017 ein Elektroauto als Dienstfahrzeug angeschafft, und dieses Jahr soll eine öffentliche Ladestation am Rathausparkplatz eingerichtet werden. Für die gemeindlichen Gebäude und Betriebseinrichtungen bezieht Egling ab diesem Jahr ausschließlich Ökostrom vom regionalen Energieversorger 17er Oberlandenergie. Weitere Maßnahmen zur Energiewende werden sich durch den Energienutzungsplan ergeben.

Man kann den Eindruck gewinnen, dass in Deutschland die Energiewende etwas ins Stocken geraten ist. Sehen Sie das auch so?

Hans Spindler: Durch den derzeitig günstigen Ölpreis haben die Verbraucher keinen großen Anreiz für Energiesparmaßnahmen. Das kann sich aber schnell ändern, wenn die Preise wieder steigen. Für den Bau von Solaranlagen zur Eigenversorgung könnte der Abbau von steuerlichen Hürden neue Anreize schaffen. Hier ist es aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar, dass der selbst verbrauchte Strom auch noch besteuert wird. Auch die Hürden für Wind- und Wasserkraftnutzung sollten gesenkt werden, damit die regionalen Energiepotenziale besser genutzt werden können. Ich sehe bei den Bürgern eine große Bereitschaft für die Nutzung regenerativer Energien. Allerdings muss die Politik hierfür auch die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, dann kann die Energiewende gelingen.

Rubriklistenbild: © dpa / Federico Gambarini

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