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Erdwärme-Projekt für Münchner Haushalte - Gemeinderat trifft wichtige Entscheidung

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Von: Franziska Konrad

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Schlummern unentdeckte Schätze unter der Erde? Der Eglinger Gemeinderat stimmte den Untersuchungen für mögliche Geothermiebohrungen zu.
Schlummern unentdeckte Schätze unter der Erde? Der Eglinger Gemeinderat stimmte den Untersuchungen für mögliche Geothermiebohrungen zu. © Hans lippert/Archiv

Eine intensive Debatte gab es in der Sitzung des Eglinger Gemeinderates. Erneut ging es um das Geothermie-Projekt der Stadtwerke München. Am Ende fiel eine wegweisende Entscheidung.

Egling – Das Thema Geothermie sorgte im Eglinger Gemeinderat erneut für Diskussionen. Wie berichtet möchten die Stadtwerke München herausfinden, ob in Teilen des Gemeindegebietes – im „Feld Dingharting Attenham“ – eine entsprechende Bohrung sinnvoll ist. „Das Thema stand jetzt dreimal auf der Tagesordnung“, läutete Bürgermeister Hubert Oberhauser (Freie Wählergemeinschaft) die Debatte ein. „Aber es ist richtig und wichtig, dass wir uns intensiv damit beschäftigen.“

Debatte um Geothermie-Projekt bei Egling: „Für Gemeinde sehe ich keine Vorteile“

Kurzer Rückblick: Am 18. Oktober vergangenen Jahres lehnte das Gremium besagte Untersuchungen ab – und forderte detaillierte Informationen. Diese folgten am 13. Dezember durch den Vortrag eines Vertreters der Münchner Stadtwerke. Nun war die Geothermie wieder Thema im Gremium. Gleich zu Beginn stellte der Rathauschef klar: Er sehe die ganze Aktion positiv. Gerade in jetzigen Krisenzeiten, „in denen wir alle Möglichkeiten für regenerative Energien nutzen müssen“.

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Auf wenig Gegenliebe stieß diese Einstellung bei Michael Neubauer (CSU): „Für die Gemeinde sehe ich darin keine Vorteile.“ Aus besagtem Vortrag sei herauszuhören gewesen, dass es „hauptsächlich um die Wärmeversorgung der Landeshauptstadt gehe“. „Vor elf Jahren habe ich dasselbe schon mal miterlebt. Die Truppe raste hier durch, spulte ihr Programm ab. Ohne Rücksicht auf Verluste“, erinnerte er sich an frühere seismische Untersuchungen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir als Gemeinde irgendwie davon profitieren.“

Ähnlich skeptisch äußerte sich Dr. Jakob Bernlochner (Freie Wählergemeinschaft): „Der Druck von München auf die Regionen wird immer größer. Aber im Gegenzug werden die Auflagen, wenn wir in die Stadt reinfahren, zunehmend schwieriger.“ Als Beispiel dazu nannte Bernlochner etwa die grüne Plakette. Seine klare Forderung: „Wenn von uns Energie nach München geleitet wird, möchten wir als Gemeinde davon profitieren.“ Im Gremium stieß dieser Wunsch auf großen Zuspruch.

Erdwärme-Projekt der Stadtwerke München: Bürgermeister versucht, Gemüter zu beruhigen

Etwas milder gestimmt zeigte sich Heiko Arndt (CSU). Er fände eine solche Untersuchung „sinnvoll“. „Wenn man nix untersucht, hat man keine Chance, regenerative Energien zu nutzen“, verdeutlichte er. „Wir müssen klar formulieren: Die Gemeinde ist nicht dagegen, aber sie möchte davon profitieren. Falls nicht, müssen sich die Stadtwerke etwas anderes einfallen lassen.“

Bürgermeister Oberhauser versuchte, die Gemüter zu beruhigen. Die Gemeinde werde „ihren Einfluss auf alle Fälle geltend machen“. Falls die technischen Möglichkeiten es zuließen, „spräche nichts dagegen“, die Erdwärme selbst zu nutzen. Der Rathauschef gab zu bedenken: „Falls wir aber ein Wärmewerk bekommen, und das steht fünf Kilometer weit weg, wird’s mit dem Anschluss schwierig.“

Doch selbst in dieser Situation sehe er für die Gemeinde einen Vorteil: Je mehr Münchner regenerativ heizen – desto größer sei unterm Strich der Vorteil fürs ganze Umland. „Gerade beim Stichwort Klimaschutz“, so Oberhauser. Unterstützung bekam der Rathauschef in diesem Punkt von Sonja Galli-Krottenthaler (Freie Wählerschaft). „Ich finde, wir sollten das Thema Energieversorgung und Umweltschutz etwas globaler sehen – und mal über unseren Tellerrand schauen.“

Auf großen Anklang stieß danach Bernlochners Vorschlag, in der Beschlussvorlage die Forderung zu verankern, als Gemeinde nach Möglichkeit selbst von der Fernwärme zu profitieren. Bei insgesamt vier Gegenstimmen setzte der Eglinger Gemeinderat nach der Diskussion einen vorläufigen Haken hinter die geplanten Erdwärme-Untersuchungen.

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