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Sorge um den vor über 60 Jahren künstlich angelegten Weiher: Anwohner-Sprecher Hugo Spitz fürchtet, dass das Gewässer verfüllt wird.

Gegen das Neubaugebiet an der Hochstraße

Deininger wehren sich mit Unterschriftenaktion

Die Deininger Bürger wehren sich mit einer Unterschriftenaktion gegen die geplante Bebauung in ihrem Ortsteil. Wie berichtet soll an der Hochstraße eine Wohnsiedlung mit etwa 25 Häusern entstehen. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag übergab Anwohner-Sprecher Hugo Spitz einen Brief sowie die bisher gesammelten Unterschriften an Bürgermeister Hubert Oberhauser.

Egling – Das Schreiben richtet sich auch an die sieben Deininger Gemeinderäte. Die Ortsbewohner fordern die Verantwortlichen auf, vor weiteren Entscheidungen eine Bürgerversammlung durchzuführen. Mittlerweile 155 Unterschriften gegen das Projekt haben das Ehepaar Susanne und Hugo Spitz sowie weitere direkte Anwohner des geplanten Neubaugebiets gesammelt. Dass in ihrer Nachbarschaft irgendwann gebaut werden könnte, war den Initiatoren bewusst. „Wir wehren uns gegen das Ausmaß“, erklärt Hugo Spitz im Gespräch mit unserer Zeitung.

Aktuell besteht auf der Wiese Baurecht für sechs bis acht Häuser

Die Immobilienfirma Bonn aus Pullach hat dem Deininger Stefan Fischer wie berichtet rund 25 000 Quadratmeter Grund am Ortsrand Richtung Schönberg abgekauft. Aktuell besteht auf der Wiese nach Auskunft von Bürgermeister Hubert Oberhauser (Freie Wählergemeinschaft) Baurecht für sechs bis acht Häuser. Die Gemeinde wäre bereit, dem Investor mehr Baurecht zu genehmigen, wenn er ihr im Gegenzug einen Teil der Fläche für ein Einheimischenmodell zur Verfügung stellen würde. Oberhauser nannte in der Bürgerversammlung die Zahl von 20 bis 25 Wohneinheiten, die insgesamt entstehen könnten. Die Anwohner sprechen in ihrer Unterschriftenaktion von bis zu 35 Wohneinheiten in Form von Ein- und Mehrfamilienhäusern. Eine derart intensive und dichte Bebauung schade der Natur und dem dörflichen Charakter, schreiben die Verfasser der Erklärung zu der Unterschriftensammlung. Auch für die Münchner sei das Gebiet um den Schönberg von großem Erholungswert. Die Deininger Bürger sorgen sich zudem um den vor über 60 Jahren künstlich angelegten, privaten Weiher am nördlichen Rand des Gebiets. Gerüchten zufolge soll er verfüllt werden. „Er stellt ein wertvolles Biotop dar, weil er für Biber, Amphibien und verschiedene seltene Wasservögel als Lebensraum dient“, erklärt Hugo Spitz.

Bewohner befürchten zunehmende Verkehrsbelästigung

Schließlich befürchten die Bewohner, dass der Ortsteil mit seinen rund 880 Bewohnern unter dem zusätzlichen Verkehr leiden würde. Eine Erschließung des Neubaugebiets über die Hochstraße/Bergstraße oder über den Birkenweg/Laberstraße beziehungsweise Hornsteinerstraße sei unbedingt zu verhindern.

Neubauer: „Deining soll seinen dörflichen Charakter behalten“

Der Deininger Gemeinderat Michael Neubauer (CSU) steht dem Vorhaben ebenfalls kritisch gegenüber. „Deining soll seinen dörflichen Charakter behalten. Das wird schwer, wenn eine Menge Münchner herziehen, die mit Brauchtum, Tradition und Landwirtschaft nichts anzufangen wissen“, sagt er. In ihrem Brief an den Bürgermeister schreiben die besorgten Anwohner: „Bisher haben 155 Deininger Bürger aus dem gesamten Dorf innerhalb von drei Tagen ihre Unterschrift dafür abgegeben, dass Entscheidungen des Gemeinderats über den Willen der ansässigen Bürger hinweg nicht gewünscht werden.“ Sie fordern eine kurzfristig anberaumte Bürgerversammlung zu dem Thema. Denn die Gemeindebürger müssten bei derart weitreichenden Entscheidungen, die die Dorfentwicklung betreffen, einbezogen werden. 

Von Tanja Lühr

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