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Hinter der Dettenhauser Marienkapelle fällt der Hang in Richtung Marienstraße ab. Dort sollen Häuser für Einheimische entstehen. Doch die Unterlieger wehren sich. 

Ein Bauprojekt in sensibler Umgebung

Ist die Marienkapelle in Dettenhausen in Gefahr?

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Erst vor wenigen Tagen konnte man sich anlässlich des Pfingstritts davon überzeugen, wie schön die Marienkapelle in Dettenhausen ist. Ist das Ensemble in Gefahr? Die Unterlieger behaupten es, schließlich will die Gemeinde ganz in der Nähe bauen. Bürgermeister Hubert Oberhauser tritt den Befürchtungen entgegen.

Egling – Auf eines legen Thomas Schwarz, Walfried Sauer und Jackl Westenrieder Wert: Mit ihren Sorgen um die Marienkapelle sind sie in Dettenhausen nicht allein. „Hinter uns stehen praktisch alle“, sagt Thomas Schwarz, der mit seiner Frau direkt unterhalb der Kapelle wohnt. Und in Dettenhausen wohnen deutlich über 100 Bürger.

Schon im Jahr 2015 wurde eine Petition verfasst, mit der Bitte, dass sich am Ortsbild nichts ändern möge. Doch nun scheint das Vorhaben konkret zu werden: Jüngst wurden Probebohrungen gemacht, um das Erdreich zu untersuchen. Das hat die Familien Schwarz, Sauer und Westenrieder aufgeschreckt: Kommt jetzt doch, was sie befürchtet haben?

„Es muss doch eine Option dazu geben, diese Perle zu zerstören“, sagt Walfried Sauer. Klar weiß er, dass Siedlungsdruck besteht, und er sieht auch ein, dass für Einheimische etwas getan werden muss. Aber ausgerechnet da? „Das will mir nicht in den Kopf“, sagt er. „Die Gemeinde muss doch über genügend andere Flächen verfügen.“ Er gibt zu bedenken, dass ein möglicher planerischer Fehlgriff schlimme Folgen haben könnte. „Das wäre irreparabel.“

Gemeinde steht finanziell gut da

Ihm stimmt Thomas Schwarz zu. Er ist in den 1980er Jahren nach Dettenhausen gekommen, und er kann sich lebhaft erinnern, dass er selbst beim Bau seines Hauses allerhand Auflagen beim Thema Denkmalschutz bekommen hat. „Und jetzt wollen die da oben Häuser reinknallen? Das kann nicht sein.“ Von den einstigen Bürgermeistern habe er die mündliche Zusage bekommen, dass dort nur gebaut werden soll, wenn sich die Gemeinde in einer finanziellen Notlage befindet. Und das ist in Egling eben nicht der Fall. Im Gegenteil: Der Gemeinde geht es bekanntlich finanziell sehr gut.

So war der Pfingstritt in Dettenhausen

Jackl Westenrieder ist vor allem wegen der Wasserproblematik beunruhigt. Der Untergrund besteht nämlich vor allem aus Lehm. Deshalb befürchtet er, dass sich das Wasser in den Kellern der Unterlieger sammelt – also auch in seinem. „Ich fände es gut, wenn darüber einmal offen und ehrlich diskutiert wird“, sagt er. Besorgt ist Westenrieder auch wegen der uralten Bäume, die den Ort so besonders und so stimmungsvoll machen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die das überleben.“

Bürgermeister: „Klassische Baulücke“

Bürgermeister Hubert Oberhauser bestätigt, dass das Grundstück der Gemeinde gehört und bestätigt auch, dass man erwägt, es für Einheimische zu bebauen. „Es handelt sich um eine klassische Baulücke“, sagt er. Die Voraussetzungen sind grundsätzlich geschaffen, es existiert ein vom Landratsamt genehmigter Vorbescheid, in dem die planungsrechtliche Zulässigkeit für die Bebauung mit zwei Doppelhäusern festgestellt wurde. Allerdings befinde man sich in einem relativ frühen Stadium. Zunächst müsse das Ergebnis der Probebohrungen abgewartet werden. Es ist tatsächlich nicht sicher, ob das Erdreich geeignet ist, da habe Jackl Westenrieder schon Recht. „Wir werden das ergebnisoffen prüfen“, versichert der Bürgermeister.

Das ist allerdings der einzige Punkt, in dem Oberhauser mit den Unterliegern übereinstimmt. Dass das denkmalgeschützte Ensemble irgendwie in Gefahr sei, weist er zurück. „Die Kapelle ist uns hoch und heilig“, versichert er. „Das haben wir oft genug bewiesen, etwa durch die Renovierung.“ Aus diesem Grund werde die Bebauung, wenn sie denn zustande kommt, „verträglich“ und „höhenreduziert“ erfolgen. Die berühmte Optik von Südwesten soll auf jeden Fall erhalten bleiben – Bäume inklusive. Der Denkmalschutz hat laut Oberhauser jedenfalls keine Einwände gegen die Planung.

Der Rathauschef findet auch kritische Worte für die Unterlieger. Zwei von ihnen seien selbst im Einheimischenmodell nach Dettenhausen gekommen. Da verstehe er nicht, warum sie sich nun gegen Häuser für weitere Einheimische zur Wehr setzen. Dass sie von der Gemeinde nicht ausreichend informiert worden seien, stimme nicht. „Sie wussten über jeden Schritt Bescheid.“

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