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Ein großer Schritt in die Zukunft: Josef und Manuela Meyr mit ihren Kindern (v. li.) Franziska, Annalena, Felicitas und Seppi.

Jägerwirt wird um Aussiedlerhof erweitert 

Ochsenstall mit LED-Lichtkonzept

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Seit 100 Jahren ist Familie Meyr Hof- und Grundbesitzer vom Jägerwirt in Aufhofen. Jetzt macht sie einen großen Schritt in die Zukunft: Es soll ein Aussiedlerhof errichtet werden, mit Hofladen, Schlachthaus und Ochsenstall. 

Egling – „Unser Ziel ist es, die Arbeitsplätze für die derzeitige sowie künftige Generationen zu sichern“, sagt Josef Meyr (38) vom Jägerwirt in Aufhofen. Deshalb nimmt er jetzt viel Geld in die Hand, um die Land- und Gastwirtschaft auszubauen. Geplant ist ein großer Aussiedlerhof. Er umfasst unter anderem einen Ochsen-und Färsenmaststall, eine Heutrocknungs- und Lagerhalle, einen Hofladen, ein Schlacht- und Kühlhaus, ein Hackgutlager mit Werkstatt und Maschinenhalle sowie eine Güllegrube.

Am Dienstag waren die Pläne erstmals Thema im Gemeinderat, es wurde der Antrag auf Vorbescheid behandelt. Demnach sollen Ochsenstall und Heutrocknungsanlage 40 mal 20 Meter groß sein, der Hofladen inklusive Schlacht- und Kühlhaus 9 mal 25 Meter, das Hackgutlager mit Werkstatt und Maschinenhalle 40 auf 18 Meter und das Heizhaus 18 mal neun Meter. Die Güllegrube ist auf 400 Kubikmeter ausgerichtet. Außerdem sollen Wohn- und Arbeitsplatz zusammengeführt werden. Daher ist ein Betriebsleiterwohnhaus inklusive Garagen geplant.

Bürgermeister: „Projekt zukunftsträchtig“

Bürgermeister Hubert Oberhauser stellte das Projekt vor. Der Jägerwirt sei bekannt für seine Gastronomie und das Hotel. Doch habe stets auch die Landwirtschaft eine wichtige Rolle gespielt – und diese werde nun verstärkt. Der Rathauschef traut der Familie Meyr zu, dass sie ein „betriebswirtschaftlich gut durchdachtes Konzept“ erarbeitet habe. Was am Ortsrand von Aufhofen geplant ist, sei „zukunftsträchtig“. Wert legte Oberhauser auf die Feststellung, dass für die Gemeinde keine Erschließungskosten anfallen. Die Nachbarunterschriften liegen vor. Es gebe jedoch noch den Vorbehalt der landwirtschaftlichen Privilegierung.

Abgesehen davon stellte der Rat ohne große Diskussion einstimmig das gemeindliche Einvernehmen in Aussicht. Peter Lichtenegger (CSU) fragte nach, wie er sich das Konzept der Hackschnitzelheizung vorzustellen habe. Antwort von Josef Mayr: „Sie wird die Gastwirtschaft über Fernwärme beheizen.“ Am Ende votierte der Gemeinderat mit 19:0 Stimmen für das Vorhaben.

Regionale Produkte sind gefragt

„Uns ist es ein großes Anliegen, die Landwirtschaft und die Gastwirtschaft weiterzuführen“, sagt Josef Meyr auf Nachfrage. Er und seine Frau seien dank ihrer Ausbildungen in der Lage, die Grundlagen für einen nachhaltigen, bäuerlichen Betrieb zu legen. Es geht ihnen darum, neue Arbeitsplätze zu schaffen und den Besuchern die bayerische Küche und die bayerische Kultur näherzubringen. Das Interesse daran sei in den vergangenen Jahren spürbar größer geworden. „Die Nachfrage nach regionalen, gesunden und selbsthergestellten Erzeugnissen steigt kontinuierlich.“

Wichtig ist den Meyrs die Direktvermarktung der eigenen Fleischerzeugnisse ab Hof. Die Ochsen werden vor Ort geschlachtet, zerlegt, verarbeitet und im dazugehörigen Kühlhaus gelagert. Dass das Fleisch hochwertig ist, soll durch artgerechte, also silagefreie Fütterung sowie ausreichend Bewegung sichergestellt werden.

Beim Jägerwirt ist man überzeugt davon, dass das Tierwohl eine wichtige Rolle spielt. „Die Besucher sollen sehen, dass es den Tieren gut geht“, so Meyr. Gedacht ist unter anderem an einen klimatisierten, lichtdurchfluteten Stall mit LED-Lichtkonzept, an kurze Wege vom Stall zum Schlachthof, an warmluftgetrocknetes Heu als Grundfutter und an einen Laufstall mit Auslauf.

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