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Fulminanter Auftritt: Christian Springer gastierte mit „Oben ohne“ im Gasthof Oberhauser.

Auftritt im Gasthaus Oberhauser

Kabarettist Christian Springer ledert los

Egling - Der Saal im Gasthof Oberhauser war fast voll besetzt, als der Münchner Kabarettist Christian Springer zwischen Hauptgang und Dessert auf die Bühne trat. Sein Auftritt war fulminant.

Mitgebracht hatte Springer sein aktuelles Programm „Oben ohne“. Den Titel konnte man auf verschiedene Weise verstehen: als Reminiszenz an die nicht mehr vorhandene blaue Dienstmütze seines früheren Alter Ego „Fonsi“; als Anspielung auf die kaum erkennbare Anzahl verantwortungsbewusster Spitzenpolitiker; oder als Hinweis auf die Amazonen der griechischen Mythologie, die ihre Gegner durch Ablegen des oberen Teiles ihrer Rüstungen schlicht außer Gefecht setzten.

Ansichten eines Menschenkenners

Eines allerdings stand von Anfang an fest: Ungehalten, grantelnd und teilweise richtig wütend war er, der angebliche Studienabbrecher und vielfach preisgekrönte Künstler aus dem Münchner Eisenbahnerviertel. Scheinbar mühelos – und für einen Oberbayern rasend schnell – ging es von Wildbad Kreuth, wo sich das „Nein“ der CSU zur Mietpreisbremse erst mal gegen sie selbst richtete, weiter zum neuen „St. Windradltag“, der als allgemeiner Feiertag die Energiewende rasant voranbringen würde. Das alles war Teil der Beschreibung Spezies Mensch, die ein gut gelauntes Publikum hörbar erheiterte.

Aber Springer wäre nicht Springer, wenn er es bei der schlichten Erheiterung seiner Zuschauer belassen würde. Wie wenige seiner Zunft versteht er es, die eigenen Artgenossen noch in ganz anderem Licht zu zeigen. Zunächst ganz harmlos, die immer mehr um sich greifende „Blödelsprache“ monierend („ein CEO ist auch nichts anderes als ein Abteilungsleiter“), landete er zielstrebig im afrikanischen Mali. Dort sei – unter der Führung von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und dem „Gauckel“, Kanzlerin Merkel und Präsident Gauck – die deutsche Bundeswehr, eine ausgewiesene „Friedensarmee einmarschiert“. Was man in der offiziellen Blödelsprache als „Ertüchtigungsoffensive“ zu bezeichnen hätte. „Ertüchtigen“ hätten sich die deutschen Soldaten jedoch besser und deutlich preiswerter etwa in Dortmund können, wo laut Springer sicherlich drei Mal so viel Islamisten leben als in Mali.

Der Bühnenprofi führt gekonnt durch den Abend

Der Schelm, der Springer nun einmal ist, vermutete hinter dem Einsatz jedoch noch andere Beweggründe. Etwa das Vorhandensein von zahlreichen Bodenschätzen, insbesondere von „seltenen Erden“, ohne die kein PC und kein Handy herstellbar ist. Was insbesondere den Bruder von Frau von der Leyen als Chef einer der größten Händler dieser „Erden“ vielleicht doch interessieren könnte – oder etwa nicht?

Der Bühnenprofi Springer führte sein Publikum gekonnt durch einen Abend zwischen feixender Erheiterung, bester Stimmung und fast andächtiger Nachdenklichkeit. Am Ende des über zwei Stunden dauernden Programms stand die gründliche Aufklärung in Sachen „Leitkultur“, die es „ohne Fremdkultur“ gar nicht gäbe. Dabei handelt es sich um einen über 80 Seiten langen Brief an den amtierenden Ministerpräsidenten Horst Seehofer und einen inzwischen im Selbstverlag aufgelegten, eindringlichen Appell an alle, sich um eine sachliche und humane Politik in der Flüchtlingsfrage bemühen.

Neben vielen anderen Fakten erfuhr man, dass weder der Freistaat, noch BMW oder Audi echt bayerische Gründungen waren, genauso wenig wie Karl Valentin echt bayerischer Abstimmung gewesen ist. Der Aufforderung, hierzulande unnötige Ängste abzubauen, sich nicht verführen zu lassen, das Leben, weil noch möglich, bestmöglich zu genießen und die Lebensfreude durch aktives Helfen zu steigern, war an diesem Abend nichts mehr hinzuzufügen als tosender Applaus.

von Assunta Tammelleo

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