Frischer, sich drehender Wind, brodelnde Wellen und kühle Temperaturen: Der Thanninger Jakob Kiebler hatte im Freestyle-Wettbewerb vor Sylt viel Mühle, seine Tricks sicher zu landen.

Kitesurfen

Kopf-an-Kopf-Rennen durch die kühle Gischt

Thanning - Erfolgreicher Saisonauftakt für die Brüder Xaver und Jakob Kiebler beim ersten Masters vor Sylt

„Es geht wieder los“, freuten sich die Brüder Xaver und Jakob Kiebler, die einen in unserer Region eher unüblichen Sport ausüben – das Kitesurfen. Seit acht Jahren packt die Thanninger Familie drei bis vier Mal im Jahr das Wohnmobil und macht sich auf den langen Weg an die Nord- oder Ostsee zu den Kitesurf-Wettkämpfen, an denen die 16- und 17-jährigen Söhne regelmäßig teilnehmen. Die Auftaktveranstaltung des „Kitesurf-Masters“, das mit der ersten von vier Veranstaltungen zur Deutschen Meisterschaftsserie gehört, fand vor Sylt statt.

Gleich sechs Tage hatten die Veranstalter für das Event geplant. Sylt zeigte sich die ersten drei Tage von seiner besten Seite – sonnig, sommerlich warm mit einem leichten Ostwind, der vom Wettkampfort Westerland aus ablandig wehte. „Bei der Jugend-Olympiade 2018 in Buenos Aires wird der Kite-Slalom erstmalig als Olympische Disziplin zu sehen zu sein“, erklärt Mutter Anja Kiebler. So wurde in Hinblick auf Olympia auch vor Sylt eine eigene Jugendwertung gefahren, um den Nachwuchs an das neue Format heranzuführen und auch schon erste Talente zu sichten. Xaver Kiebler ist als Jahrgang 2000 berechtigt, an der Olympiade teilzunehmen – sofern er sich dafür qualifiziert. Den ersten Schritt hierfür machte er vor Sylt: Nach fünf gefahrenen Rennen belegt der Thanninger den ersten Platz in der U17- und U19-Wertung. „Das hat Spaß gemacht. Mit mehreren Konkurrenten auf dem Kurs zu sein, ist immer spannend und jeder Fehler wird bestraft. Ich bin sehr froh, hier gewonnen zu haben“, sagte der 16-Jährige.

Chancen auf Olympia: Xaver Kiebler (Mi.) liegt bei den Kite-Surfern in der U17- und U19-Wertung ganz vorne.


So freundlich sich die Nordsee die ersten Tage präsentierte, so garstig zeigte sich das Wetter an den restlichen Wettkampftagen. Der Wind frischte deutlich auf und drehte auf Nord, die See verwandelte sich in ein brodelndes Ungetüm und die Außentemperatur im kalten Wind fühlte sich eher nach Winter an. Keine einfachen Bedingungen für die Freestyler, aber ein tolles Spektakel für die vielen, dick vermummten Zuseher am Strand. „Das wird schwierig, bei diesen Verhältnissen meine Tricks sicher zu landen“, konstatierte Jakob Kiebler (17), „aber den anderen geht es ja genauso“. Im K.o.-System mussten die Starter im Freestyle-Wettbewerb in zehnminütigen Heats gegeneinander fahren und möglichst anspruchsvolle Sprünge und Tricks zeigen, die von einem Kampfrichterteam (Judges) bewertet wurden. Pech für die Brüder, dass sie bereits im dritten Durchgang aufeinander trafen und nur einer der beiden in die nächste Runde einziehen konnte. „Jakob hat mich aus dem Rennen gekickt, er war heute einfach besser“, so Xaver. „Jetzt drücke ich ihm die Daumen, dass er den Wettkampf gewinnt.“

Im Halbfinale behauptete sich der Thanninger noch gegen Tom Maurer, bevor es im Finale gegen Jannis Rummer ging. Die beiden Jugendlichen lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen und begeisterten das Publikum mit stylischen Sprüngen und technisch anspruchsvollen Tricks – keine leichte Entscheidung für die Judges. Denkbar knapp fiel das Urteil dann zugunsten von Rummer aus, Jakob Kiebler musste sich mit dem zweiten Rang zufrieden geben. „Klar hätte ich gerne gewonnen, aber bis zur Entscheidung, wer Deutscher Meister wird, finden noch drei weitere Wettkämpfe statt. Da gebe ich weiterhin alles und freue mich auf die Events.“

Anfang Juni wird Familie Kiebler wieder das Wohnmobil startklar machen und sich auf den langen Weg zum nächsten Kitesurf-Masters machen – vor Fehmarn in der Ostsee. „So sehen wir auch andere Ecken Deutschlands“, schmunzelt Anja Kiebler, „auch wenn es oft recht kalt und alles so flach ist, wir freuen uns immer schon auf die Fahrten in den hohen Norden.“gpf

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