Trambahnen kollidieren: Bayerstraße momentan teilweise gesperrt

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Ausgeklügelter Plan: Ein Tölzer Abschleppunternehmen hebt den Lkw mit einem Unimog-Kran an. 

Tölzer Abschleppunternehmen weiß Rat

Kran hilft Koloss wieder auf die Räder

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Ziemlich aufwändig hat sich am Montag die Bergung des ausgemusterten Bundeswehr-Lkw gestaltet, der am Mittwoch im Wald zwischen Egling und Ascholding hängengeblieben war. Aber immerhin: Die Rettung ist geglückt.

Egling– Der Pechvogel ist sichtlich zerknirscht. In Offroad-Internetforen wird der 43-Jährige bereits mit Spott und Häme überzogen. Bei seinem Ausflug – „wir wollten die Natur genießen“ – blieb der Grünwalder wie berichtet am Mittwoch gegen Abend mit seinem 14 Tonnen schweren ausgemusterten Bundeswehr-Lkw, den er zu einem Reisemobil ausgebaut hat, auf einem unbefestigten Waldweg zwischen Ascholding und Egling stecken. Genauer: Der von 360 Pferdestärken angetriebene 6 x 6-MAN kam mit der rechten hinteren Fahrzeugseite von der Piste ab, der Lkw drohte abzustürzen. Erst am Montagnachmittag gelang Spezialisten die aufwendige Bergung des liegengebliebenen Lastwagens.

Über Erfahrung verfügt der Hobbytrucker nach eigenen Worten reichlich. Seit 15 Jahren bereist er mit dem exotischen Gefährt die Welt, rollte durch Südamerika und Nordafrika. Doch im Eglinger Forst war Feierabend. Wohlgemerkt: Für die etwa fünf Kilometer lange Strecke gibt’s keine Tonnagebeschränkung, kein Durchfahrverbot. Zum Verhängnis wurde dem Grünwalder der relativ weiche Untergrund, der der Last des 14-Tonners nicht gewachsen war.

Ein privater Bergungsversuch am Donnerstagabend schlug fehl, ein Hydraulikschlauch platzte – am Montag übernahm Jürgen Schwan vom gleichnamigen Tölzer Abschlepp- und Bergungsdienst das Kommando. Nach rund zwei Stunden und viel vergossenem Schweiß stand der Truck am Nachmittag wieder sicher auf dem schmalen Waldweg. Die Fahrt bis Egling meisterte der 43-jährige Halter ohne fremde Unterstützung.

Das Ganze war nicht ganz ungefährlich

„Alles lief perfekt“, sagt Erich Zengerle, Kommandant der Eglinger Feuerwehr, der mit drei Kameraden vor Ort war. „Das Hauptproblem war die extreme Schräglage des Fahrzeugs“, erklärt Bergungsspezialist Schwan im Gespräch mit unserer Zeitung. Er hatte sich bereits am Samstagabend persönlich ein Bild vom Unfallort gemacht und einen Plan entworfen. „Die Herausforderung ist nicht die Bergung an sich. Aber man muss das Ganze absolut sicher gestalten, muss die richtigen Anschlagpunkte für die Winden ermitteln und die Kraft, die auf das Fahrzeug einwirkt, richtig verteilen, damit kein weiterer Schaden angerichtet wird.“

Schwans Plan ging auf: Mit einem Unimog-Kran wurde das Heck des Lkw angehoben, sodass es sich stabilisierte. Im feinfühligen Zusammenspiel mit zwei hinten sowie einer vorne am Truck angeschlagenen Winde konnte der Koloss wieder in die Spur gesetzt werden. „Man muss hier ganz genau wissen, was man tut“, betont Schwan. Denn das Ganze war nicht ungefährlich, deshalb zog der Tölzer einen weiträumigen Sicherheitsradius um den Einsatzort.

Den misslungen Offroad-Ausflug des Grünwalders will Schwan nicht kommentieren. Josef Bail auch nicht. Doch Eglings Vize-Bürgermeister, der die Bergung am Montag persönlich verfolgte, ist der Meinung, dass das Geschehen Konsequenzen haben muss. Der Waldweg, sagt Bail auf Nachfrage, „der wird gesperrt“.

Offroader geborgen – die Bilder

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