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Den letzten Schritt muss der Betrachter machen: Michael Dillmann hat über Jahre hinweg seinen ganz speziellen abstrakten Realismus ausgefeilt.

Fast fotografische Realität

Michael Dillmann aus Thanning stellt im Rathaus aus

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Egling –  Er ist angekommen: Michael Dillmann lebt seit zehn Jahren in Thanning – und stellt nun erstmals im Eglinger Rathaus aus.

Oftmals leben Künstler in unmittelbarer Nachbarschaft, und keiner weiß es. Das dachte sich wohl auch der Eglinger Bürgermeister Hubert Oberhauser, als er im vergangenen Jahr bei Michael Dillmann anklopfte, um den Künstler zu fragen, ob er seine Arbeiten im ortsansässigen Rathaus ausstellen möchte. Der gebürtige Münchner, der seit zehn Jahren im Ortsteil Thanning lebt, freut sich sehr über das Angebot. „Das bedeutet für mich, dass ich hier als Künstler angekommen bin.“ Vom 13. April bis zum 13. Mai sind die Bilder des gebürtigen Münchners im Eglinger Rathaus zu sehen.

Dillmann fühlt sich in Egling längst zuhause, ist aber auch gerne in der Welt unterwegs, zum Beispiel in Italien, Südfrankreich und Mexiko. „Unterwegs“ heißt deshalb eine seiner Bilderserien, die er stets im gleichen Format von 37 mal 40 Zentimetern auf Holzplatten mit selbstgemischten Ei-Temperafarben malt – und an der er seit Jahren kontinuierlich arbeitet. „Unterwegs“ sind Szenen des öffentlichen Lebens zum Beispiel aus der Perspektive eines Autofahrers, mit Blick durch die Windschutzscheibe. Die Motive sind banal: Passanten am Straßenrand, ein Ortseingangsschild in der Abendsonne, Kinder, die im Badesee planschen, oder ein Gummiboot, das am Meeresufer in den Wellen schaukelt. „Für mich muss Kunst nicht immer erhaben sein“, so die Meinung des 54-jährigen Malers, der Bildende Kunst an der Münchner Akademie studierte und über renommierte Galerien verkauft. Will man seinen Malstil einer thematischen Schublade zuordnen, dann wäre die passende Aufschrift wohl: „Realismus“.

Obwohl der Künstler der Wirklichkeit sehr nahe kommt, bleibt er im Detail sehr abstrakt. Dieser Widerspruch macht seine Motive so wandelfähig. Aus der Nähe betrachtet sind es Pinselschlenze und Farbkrusten. Bewegt man sich ein paar Schritte zurück, entsteht eine beinahe fotografische Realität, als könne man den Windhauch spüren und die Hitze flirren sehen. Nur grobe Striche und Flächen lassen beispielsweise die Falten im Kleid einer Frau erkennen, ihre Bewegung erahnen. Licht und Schatten tun ein Übriges dazu, um Tiefe ins Bild zu bringen.

Über Jahre hat Michael Dillmann seinen ganz speziellen abstrakten Realismus ausgefeilt und dabei erkannt: „Je exakter ich wurde, desto lebloser wurden meine Bilder.“ Heute löst er die Kompositionen auf, führt den Pinsel frei und fahrig über den Malgrund, schafft in Abstraktion imaginäre Tatsachen und lässt den Betrachter „den letzten Schritt zur Realität selbst gehen.“

Info zur Ausstellung

Die Ausstellung wird am Mittwoch, 13. April, um 19.30 Uhr im Rathaus der Gemeinde Egling eröffnet. Sie läuft bis 13. Mai und ist montags, dienstags, donnerstags und freitags von 8 bis 12 Uhr sowie zusätzlich donnerstags von 14 bis 18.30 Uhr zu sehen.

von Andrea Weber

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