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Blicken optimistisch in die Zukunft: Den neuen Vorstand des Rings junger Landwirte bilden (hinten v. li.) Hans Fichtner (1. Vorstand), Kilian Berger (2. Vorstand), Peter Hasch (Kassenprüfer), Anton Bocksberger (Beisitzer), Katharina Stiller (2. Schriftführerin), Magdalena Hase (2. Kassier) sowie (vorne v. li.) Ruth-Maria Frech (1. Vorsitzende), Monika März (2. Vorsitzende), Anna Ruml (1. Schriftführerin) sowie Maria Huber (1. Kassier).

Jahresversammlung des Rings junger Landwirte

Landwirte wollen die "Supermarkt-Generation" aufklären

Egling – Wie soll sich die Landwirtschaft zeitgemäß präsentieren? Beim Rind junger Landwirte geht es momentan viel um die Öffentlichkeitsarbeit.

Wie sich die Landwirtschaft zeitgemäß präsentieren sollte, darüber gibt es bei den Bauern des Landkreises unterschiedliche Meinungen. In der Jahresversammlung des Rings junger Landwirte stand das Thema Öffentlichkeitsarbeit im Mittelpunkt. Als Referentin hatten die Nachwuchsbauern Bettina Hanfstingl eingeladen. Die Rosenheimer Landwirtin betreibt als „Pflanzenbaureporterin“ einen Blog, in dem sie über ihren Alltag auf dem Feld berichtet.

Im Mittelpunkt ihres Bestrebens steht dabei vor allem die Vermittlung zwischen Landwirt und Verbraucher. „Ich möchte damit den Menschen um uns herum berichten, was wir den ganzen Tag tun und vor allem, warum wir das tun“, erläuterte Hanfstingl. Entstanden ist ihr Facebook-Blog, weil sie gemerkt hat, dass sich die Konsumenten widersprüchlich verhalten. Als Beispiel führte die gelernte Chemielaborantin Menschen an, die zwar ihr Gemüse aus einem Selbstversorgergarten beziehen, ihr Fleisch jedoch eingepackt im Supermarkt kaufen. Hinter diesem Konsumverhalten vermutet Hanfstingl vor allem Unwissenheit. „Die Menschen wissen zu wenig über unsere Arbeits- und Lebensumstände.“

Einen Landwirtschaftsblog wie in Rosenheim gibt es im Landkreis nicht. Den Ansatz an sich findet Kreisbäuerin Ursula Fiechtner aus Wackersberg aber nicht schlecht. „Die Supermarktgeneration hat null Berührung mehr zu unserer Arbeit.“ Kaum ein Jugendlicher könne sich mehr vorstellen, wie es ist, sich Sorgen um Bodenbeschaffenheit und Wetterverhältnisse machen zu müssen. „Die kennen die karge Zeit einfach nicht mehr. Vor allem für diese Generation müssen wir Aufklärungsarbeit leisten.“ Fiechtner appellierte an die Adresse der anwesenden Jungbauern, mit der Zeit zu gehen und die technischen Möglichkeiten vollständig auszuschöpfen.

Der Kreisvorsitzende des Bayerischen Bauernverbandes, Peter Fichtner aus Bad Heilbrunn, sieht diese Bestrebungen mit Skepsis: „Wir müssen nicht überall mitspinnen.“ Angesichts der Anonymität im Internet sorge er sich um die Debattenkultur in den sozialen Medien. „Deshalb wehre ich mich manchmal ein bisschen dagegen.“ Dass die Bauernschaft eine bessere Informationsarbeit brauchen kann, sei jedoch unbestritten. „Man hat manchmal das Gefühl, dass die Leute meinen, dass es Landwirtschaft gar nicht mehr braucht“, klagte Fichtner.

Besonders bedenklich stimmt den Bauern-Obmann, dass inzwischen sogar der Nachwuchs auf einigen Höfen nach neuen Ufern strebe. „Ich habe neulich einen Bauernhof mit 80 Kühen besucht. Die Familie hat drei Kinder, keines davon hat eine landwirtschaftliche Ausbildung gemacht“, führte Fichtner als Beispiel an. Diese sei jedoch dringend notwendig, um die Zukunft der landwirtschaftlichen Betriebe dauerhaft zu sichern.

Dafür sollen im Landkreis die Jungbauern verantwortlich zeichnen. Mit Blick auf die etwa 15 Anwesenden sorgt sich Kreisbäuerin Fichtner jedoch nicht. „Um unseren Nachwuchs muss uns nicht bange sein.“

von Dominik Stallein

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