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„Ohne Gesteig ist schon Tempo 50 zu schnell“, sagen Anwohner und fordern für Neufahrn Tempo 30.   

Keine Gehwege, aber immer mehr Straßenverkehr

Liste mit 200 Unterschriften: Neufahrner fordern Tempo 30

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Eine Tempo-30-Zone im Ort wünschen sich viele Neufahrner. Lehrer Jakob Degele legte in der jüngsten Eglinger Gemeinderatssitzung eine Liste mit 200 Unterschriften vor.  „Das ist ein ganz schönes Pfund“, kommentierte Bürgermeister Hubert Oberhauser.

Neufahrn – Die Verkehrssituation in Neufahrn ist heikel. Fußgänger und Autofahrer müssen sich die Straßen teilen, Gehsteige gibt es in dem Eglinger Ortsteil keine. Um weitere gefährliche Situationen zu verhindern, fordert Lehrer Jakob Degele eine Tempo-30-Zone – und präsentierte dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung zugleich noch eine Liste mit 200 Unterschriften.

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„Wir haben in Neufahrn einen Kindergarten, eine Bushaltestelle und einen Bolzplatz – das ist ein sensibler Bereich“, erläuterte Degele. Gerade vormittags seien viele Kinder auf den Straßen unterwegs, „und die reagieren nicht immer so, wie sie sollen“. Zugleich nehme der Verkehr in dem Ortsteil stetig zu. Eine Tempo-30-Zone würde Degeles Ansicht nach allen Beteiligten mehr Zeit geben, richtig zu reagieren.

Anwohner Franz Wiedenbauer bestätigte: „Die Verkehrsbewegungen sind enorm geworden.“ Gerade wenn Erntemaschinen unterwegs sind, habe er schon einige „dramatische Situationen“ erlebt, wenn Autofahrer versuchen, rechtzeitig zu bremsen: „Das ist ein ganz wichtiges Thema für uns“, so Wiedenbauer. Er appellierte an die Gemeinderäte, „alles zu tun, damit wir uns auf den Straßen wieder sicherer fühlen“.

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„Das ist sicher ein überlegenswerter Antrag“, kommentierte Bürgermeister Oberhauser. Der Gemeinderat habe schon früher mal überlegt, in Neufahrn eine Tempo-30-Zone einzurichten, habe diesen Gedanken aber wieder verworfen. Nun werde die Angelegenheit neu aufgerollt. Dies sei auch sinnvoll, „denn die Verkehrssituation hat sich in den vergangenen Jahren wirklich verändert“,

„Ich finde den Antrag sehr sinnvoll“, kommentierte Gemeinderat Michael Neubauer. Dritter Bürgermeister Heiko Arndt regte an, ein mobiles Messgerät aufzustellen, „damit wir wissen, wie viel Straßenverkehr es in Neufahrn gibt und mit welcher Geschwindigkeit er läuft“. Es sei sicher „nicht verkehrt“, wenn die Daten beim Treffen mit der Verkehrskommission schon vorliegen.

Dr. Jakob Bernlochner gab allerdings zu bedenken, dass sich die Neufahrner letztlich selbst ins eigene Fleisch schneiden, „denn da gibt es so gut wie keinen Durchgangsverkehr. Die Leute müssen sich selbst disziplinieren. Ich weiß nicht, ob Ihr Euch da einen Gefallen tut.“ Von Anwohnern könne man erwarten, dass sie so vernünftig sind, mit einer angemessenen Geschwindigkeit zu fahren. Degele entgegnete, er behaupte ja nicht, dass jemand schneller als mit Tempo 50 durch Neufahrn fährt. Aber ohne Gehsteig ist schon Tempo 50 zu schnell – es gibt sehr viele unübersichtliche Stellen.“

Es handle sich um eine Gemeindestraße, daher sei einiges möglich, sagte Oberhauser. Erst einmal sei aber eine rechtliche Prüfung notwendig. Er habe bereits mit der Verkehrskommission über einen Ortstermin gesprochen. Das Treffen soll Ende Januar stattfinden. 

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