Feuerwehrmänner
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Weit weniger gefährlich als zunächst befürchtet: Bei Baggerarbeiten in der Gemeinde Egling kam am Montag eine verrostete Sauerstoff-Kugelflasche, Baujahr 1944, zum Vorschein.

Großeinsatz in Egling

LKA-Spezialisten identifizieren merkwürdiges Metallteil - und entscheiden sich für Sprengung

  • Carl-Christian Eick
    VonCarl-Christian Eick
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Spezialisten des Landeskriminalamts (LKA) gingen in Egling auf Nummer sicher: Ein zunächst mysteriöses Fundstück wurde in einer Kiesgrube in der Gemeinde gesprengt.

Egling – Ein mysteriöses Fundstück hat am Montagnachmittag in der Gemeinde Egling (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) für Aufregung gesorgt. Der Verdacht, dass es sich bei dem verrosteten Metallbehälter, der bei Baggerarbeiten auf einem Grundstück gegenüber des Rathauses zu Tage gefördert worden war, um ein gefährliches Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg, konkret eine Fliegerbombe handelt, bestätigte sich nach genauer Betrachtung durch Experten nicht.

Polizei und Feuerwehr riegeln Ortsmitte ab

Vorsichtshalber riegelten die Polizei sowie Kräfte der Eglinger Feuerwehr den Ortskern im Bereich des Rathauses gegen 12.45 Uhr weiträumig ab und leiteten den Verkehr um. Die Arbeiten auf der Baustelle wurden umgehend eingestellt. Gut zwei Stunden später gab’s Entwarnung: Bei dem Fundstück, so ein Polizeibeamter auf Nachfrage unserer Zeitung, „handelt es sich nicht um ein Sprengmittel“, sondern um einen „kleinen alten Sauerstofftank“, der mutmaßlich schon viele Jahre im Erdreich gelegen habe.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste: Das etwa 45 Zentimeter lange und rund 2,5 Kilogramm schwere Metallteil wurde nach eingehender Untersuchung durch Experten des bayerischen Landeskriminalamts (LKA) mit einem Spezialfahrzeug abtransportiert und – um jegliche Gefährdung auszuschließen – gegen 15.45 Uhr in einer Kiesgrube in der Gemeinde Egling kontrolliert gesprengt. Der Verkehr konnte zu diesem Zeitpunkt wieder reibungslos durch die Dorfmitte rollen.

Beamte des LKA identifizieren das Fundstück

Die Beamten der Technischen Sondergruppe des LKA identifizierten das Fundstück als eine „Sauerstoff-Kugelflasche aus dem Jahr 1944, die vermutlich von einem ehemaligen Kampf- oder Jagdflugzeug stammt“, berichtete Andreas Czerweny, Leiter der Polizeiinspektion Wolfratshausen, kurz nach dem Einsatz gegenüber unserer Zeitung. Die Kugelflaschen waren als Teil der Höhenatemanlage unter anderem auf dem rechten Flügel deutscher Kampfflugzeuge wie der Messerschmitt „Bf 109“ montiert – so wurden die Piloten in mehreren Tausend Metern Flughöhe mit Sauerstoff versorgt.

Für die Bewohnerinnen und Bewohner bestand zu keiner Zeit eine Gefahr.

Stefan Kießkalt, Sprecher der Kreisbrandinspektion Bad Tölz-Wolfratshausen

Für die Bevölkerung habe zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden, betonte Stefan Kießkalt, Sprecher der Kreisbrandinspektion Bad Tölz-Wolfratshausen. Der Eglinger war selbst vor Ort und zählte insgesamt 40 Kräfte der Feuerwehren aus Egling und Weidach. Darüber hinaus den Rettungsdienst, den Fachberater des Technischen Hilfswerks sowie die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung der Kreisbrandinspektion. Kießkalt: „Die Gemeinde Egling wurde durch Bürgermeister Hubert Oberhauser vertreten.“ (cce)

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