„Wir sind in die Vollen gegangen“

„Don Giovanni“: So lief die Premiere

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Es ist der neueste Streich von Siegfried Böhmke, seit vielen Jahren Chef des Münchner Marionettentheaters: Vor wenigen Tagen hatte in seinem Theater Mozarts „Don Giovanni“ Premiere. Wieder war Böhmke Bühnenbilder, Regisseur und Marionettenspieler in Personalunion. Mit ihm sprach Redakteur Volker Ufertinger.

Herr Böhmke, wie lief die Premiere?

Sehr gut, danke der Nachfrage. Wir hatten ein illustres Publikum, und ohne uns loben zu wollen, kann ich sagen: Es ist gut geworden.

Was haben die Premierengäste besonders gelobt?

Bei der Feier ist viel über das Bühnenbild geredet worden. Heutzutage ist ja eher eine nüchtern-spartanische Ausstattung die Mode. Wir haben das Gegenteil gemacht und mit größtmöglicher Opulenz gearbeitet. Es gab acht Bühnenbilder zu sehen oder besser zu bestaunen. Sehr nett war, was ein Premierengast gesagt hat: „Endlich wieder eine Bühne mit Bühnenbildern.“

Sie haben neben der Zauberflöte für Erwachsene und Kinder jetzt wieder einen Mozart auf die Bühne gebracht. Haben Sie zu ihm eine besondere Beziehung?

Ja, ich liebe die Musik und finde Mozart einen genialen Komponisten. Auch bei den Salzburger Festspielen bin ich öfter. Der Unterschied zwischen der Zauberflöte und dem Don Giovanni liegt darin, dass die eine Oper für Kinder gut geeignet ist, die andere eher für Jugendliche und Erwachsene. Schließlich geht es um die Höllenfahrt eines Mörders und Verführers. Er wird die nächsten drei, vier Jahre sicher auf dem Spielplan stehen.

Wie viele Figuren haben Sie gespielt?

Nur eine, den Leporello. Das reicht eigentlich auch, weil Leporello als Diener seines Herrn praktisch immer auf der Bühne präsent ist. Bei uns gilt die Regel: Jeder Spieler spielt eine Rolle. Nur in wenigen Szenen habe ich noch die Donna Anna gespielt.

Berühmt-berüchtigt ist beim Don Giovanni die Höllenfahrt des Bösewichts. Wie haben Sie die inszeniert?

Der Schluss ist natürlich besonders spektakulär, weil der Komtur, den Don Giovanni umgebracht hat, auf der kleinen Bühne riesenhaft in Person auftritt. Damit rechnet auf dieser kleinen Bühne keiner, da hat das Premierenpublikum „Ooooh“ gerufen.

Die Hölle sieht man auch schon, die züngelnden Flammen, den roten Rauch. Wie haben Sie das gemacht?

Das mit dem Rauch war relativ leicht zu bewerkstelligen. Es braucht nur Rauch, eine rote Folie sowie Scheinwerfer. Bei den Flammen haben wir auf einen alten Theatertrick zurückgegriffen, auf ein spezielles Pulver namens Lycopodium, das rasch verpufft und keine Hitze entwickelt. Wenn man es über eine Kerze pustet, ergibt das eine herrliche Stichflamme.

Was machen Sie, wenn Sie sich nicht mit Marionetten beschäftigen?

Ich habe hier in Egling Gott sei Dank alles, was ich brauche, um mich zu entspannen, meinen Garten, die Natur. Hin und wieder unternehme ich eine Ausfahrt mit dem Oldtimer. Und wenn ich eine Runde ganz allein im Mooshamer Weiher baden kann, dann bin ich glücklich. Das ist herrlich.

Info

Weitere Aufführungen von Mozarts „Don Giovanni“ im Münchner Marionettentheater gibt es an den Samstagen, 31. März, 5. Mai und 19. Mai, jeweils um 20 Uhr. Weitere Infos im Internet unter www.muema-theater.de.

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