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Erleichterung für Pendler in Egling

Neuer MVV-Bus fährt bis nach nach Deisenhofen

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Egling - Es ist eine Verbindung, die für Pendler vieles leichter machen könnte: Die Gemeinden Egling und Oberhaching beantragen die Einrichtung einer landkreisübergreifenden Buslinie, die Wolfratshausen und Deisenhofen verbindet.

Es ist eine Verbindung, die für Pendler vieles leichter machen könnte: Die Gemeinden Egling und Oberhaching beantragen die Einrichtung einer landkreisübergreifenden Buslinie, die via Egling und Endlhausen die S-Bahnhöfe Wolfratshausen und Deisenhofen verbindet. Für Bad Tölz-Wolfratshausen wäre das ein teures Vergnügen: Die jährlichen Kostenbeteiligung beläuft sich auf 330 000 Euro. Dennoch stimmte der Kreis-Umwelt- und Infrastrukturausschuss am Montag für das Konzept. Nun müssen noch Kreisausschuss und Kreistag grünes Licht geben.

Der Fahrplanentwurf sieht einen 40-Minuten-Takt vor, erläuterte Johann Kunz, ÖPNV-Experte am Landratsamt, in der Sitzung. Von Montag bis Freitag sollen die Busse von zirka 5.30 bis 21.30 Uhr fahren. Da die neue Linie europaweit ausgeschrieben werden muss, könnte sie frühestens im Dezember 2018 starten. Vorerst soll sie für fünf Jahre angeboten werden, mit der Option auf eine zweijährige Verlängerung.

„Das Ganze wurde maßgeblich von der Gemeinde Oberhaching initiiert“, sagte Landrat Josef Niedermaier. Dessen Bürgermeister klage darüber, dass am S-Bahnhof in Deisenhofen die Parkplätze übervoll sind. „Und es sind auffällig viele TÖL- und WOR-Nummernschilder darunter“, schilderte Niedermaier. Der dortige Bahnhof sei für Pendler attraktiv, vor allem, seit der Meridian nach Rosenheim dort hält. „Wir haben bei uns im Landkreis nicht wenige Pendler Richtung Osten“, so der Landrat. Viele nutzen aber auch die S 3 nach München. Durch die größere Nähe zur Landeshauptstadt würden Monatskarten deutlich günstiger ausfallen als bei einer Abfahrt mit der S7 in Wolfratshausen, erklärte Niedermaier.

„Die Region wächst und wächst. Da wäre ein weiterer Anschluss an eine S-Bahn-Strecke notwendig“, befand SPD-Kreisrätin Gabriele Skiba. Zudem könnte die Busverbindung den Indivdualverkehr reduzieren, weil dann der eine oder andere eben nicht mehr mit dem Auto nach Deisenhofen fährt.

„Der Meridian ist ein großer Anziehungspunkt“, sagt Eglings Bürgermeister Hubert Oberhauser, der in der Sitzung als Zuhörer anwesend war. „Es wäre sehr sinnvoll, diese Linie zu verwirklichen.“ Gleichwohl wisse er, „dass 330 000 Euro pro Jahr natürlich eine Hausnummer sind“. Allerdings seien hier ja noch keine Einnahmen durch die Fahrgäste eingerechnet. „Und ich ich könnte mir gut vorstellen, dass die Linie stark frequentiert wird.“

Michael Häsch (CSU) sieht die fünfjährige Laufzeit allerdings skeptisch. Für den Fall, das der Bus nicht angenommen wird, „bräuchten wir eine Ausstiegsklausel“. Niedermaier machte ihm wenig Hoffnung: „Da sind uns fast die Hände gebunden.“

Für die Geretsrieder Alt-Bürgermeisterin Cornelia Irmer (FW) ist die neue Linie der Schritt in die richtige Richtung. Das Verkehrkonzept im Münchner Umland müsse grundlegend überarbeitet werden. Alle S-Bahn-Linien verliefen im Moment sternförmig auf München zu, was fehle, seien Ost-West-Verbindungen, also „die ringförmige Erschließung bei uns draußen“.

Diese Querverbindungen „können wir nur selber schaffen“, sagte Wolfratshausens Rathauschef Klaus Heilinglechner (FW). Ziel sei der Wechsel vom Individual- hin zum öffentlichen Personennahverkehr, sagte Irmer. „Das ist ein Systemwechsel, mit dem wir jetzt aber mal anfangen müssen.“

Gerhard Hasreiter (CSU) blieb dennoch skeptisch. 330 000 Euro pro Jahr „sind ein Fünftel unseres ÖPNV-Budgets“. Bei den Haushaltsberatungen werde das wieder „zu Kopfschmerzen“ führen. „Mir sind die Kosten einfach etwas zu hoch.“ Hasreiter stimmte am Ende allerdings als einziger gegen die neue Buslinie.

va

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