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Die Idee zur neuen Buslinie nach Deisenhofen kam aus Egling. Pendlern hätte sie genutzt, aber sie ist zu teuer.

Landkreis hätte 330.000 Euro zahlen müssen

Neue Buslinie nach Deisenhofen ist zu teuer

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Egling – Die neue Buslinie hätte die S-Bahnhöfe Wolfratshausen und Deisenhofen im 40-Minuten-Takt verbinden sollen. Aber sie ist zu teuer.

Der Halt im Nachbarlandkreis in Deisenhofen ist für Pendler attraktiv: Zum einen fährt von dort der Meridian nach Rosenheim. Zum anderen bietet die S3 – anders als die S 7 einen Zehn-Minuten-Takt nach München. Der Infrastrukturausschuss des Landkreises hatte im April für die Einrichtung gestimmt, der Kreisausschuss das Projekt im Juni abgelehnt. Der Kreistag entschied nun genauso. Der Grund: Die hohen Kosten.

Die Buslinie hätte pro Jahr 500 000 Euro gekostet. 330 000 Euro müsste der Landkreis bezahlen – abzüglich der im Vorfeld schwer zu kalkulierenden Einnahmen. Zum Vergleich: Im Moment investiert der Landkreis insgesamt 1,5 Millionen Euro pro Jahr in den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Nächstes Problem: Die Linie hätte für mindestens fünf Jahre eingerichtet werden müssen – plus Option auf zweijährige Verlängerung. Und zuletzt: Es gibt mehrere bestehende Buslinien, die sich mit der geplanten neuen überschneiden und deren Verträge noch einige Jahre laufen.

Dennoch: „Ich halte das Angebot für attraktiv“, sagte Dritter Landrat Klaus Koch. Hier werde eine dringend notwendige Ost-West-Verbindung geschaffen. Koch erinnerte daran, dass die Energiewende ohne Verkehrswende nicht funktioniere. „Wenn wir jetzt nicht in die Verkehrswende einsteigen, wird es schwierig, unsere Ziele bis 2035 zu erreichen.“ Bis dahin möchte sich das Oberland bekanntlich komplett aus erneuerbaren Energien versorgen.

Und weil Koch schon beim ÖPNV war: „Wir müssen auch über bessere Busverbindungen von Wolfratshausen und Geretsried nach Tölz nachdenken. Es ist ein Unding, wie viele Schüler mit dem Auto das Tölzer Schulzentrum anfahren“, sagte Koch, selbst Leiter des Förderzentrums am Alten Bahnhofsplatz. Gabriele Skiba (SPD) gab ihm Recht. Es seien genau diese Ost-West-Verbindungen, die fehlen würden. Eine Ablehnung der Linie nach Deisenhofen sei „kein Zeichen für die Zukunft“.

Johann Kunz, ÖPNV-Experte am Landratsamt, stellt das gar nicht in Abrede. „Aber fragen Sie mal den Süden des Landkreises, da fehlen auch Querverbindungen, beispielsweise nach Penzberg oder Miesbach.“

Eglings Bürgermeister Hubert Oberhauser (Freie Wähler) – die Gemeinde hatte gemeinsam mit Deisenhofen die Linie beantragt – hatte da längst zurückgerudert. Man könne mit der Ablehnung der Linie leben. Er bat aber darum, das Thema nicht ganz zu vergessen, sondern sich bei der nächsten Überarbeitung des Nahverkehrsplans wieder damit befassen.

Zum jetzigen Zeitpunkt soll die Buslinie aber nicht weiterverfolgt werden. Das beschloss der Kreistag am Ende mit 46:16 Stimmen.

va

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