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Hackschnitzel
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Erneuerbare Energie: Hackschnitzel spielen in der Energieversorgung der Gemeinde Egling eine wichtige Rolle, sie decken 40 Prozent der verbrauchten Wärme. Doch darüber sollte man andere Energieformen nicht vergessen, findet Dr. Petra Denk. Sie erstellt einen Energienutzungsplan für die Kommune.

Vortrag im Gemeinde

Nicht schlecht, aber es geht noch besser: Egling auf dem Weg zur Energiewende

  • Volker Ufertinger
    vonVolker Ufertinger
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Beim Stichwort Energiewende steht Egling zwar nicht schlecht da - doch es gibt noch einiges zu tun. Das verdeutlichte kürzlich ein Vortrag von Prof. Dr. Petra Denk im Gemeinderat.

Egling – Die Bemühungen um die Energiewende sind in der Gemeinde seit einiger Zeit ein wenig ins Stocken geraten. Jetzt wird mit einem Energienutzungsplan ein neuer Anlauf genommen. Prof. Dr. Petra Denk, Professorin an der Hochschule Landshut, präsentierte ihre Ergebnisse kürzlich dem Gemeinderat. Der Kern ihrer Botschaft: Egling steht nicht schlecht da. Doch es braucht dringend weitere Anstrengungen. „Was nicht passieren darf, ist, dass die Pläne unkonkret bleiben.“

In ihrem halbstündigen Vortrag unterzog die Expertin den Ist-Zustand einer genauen Analyse. So wurden in Egling 2017 insgesamt 140 Gigawattstunden Energie verbraucht. „Das ist für ein Dorf dieser Größe ohne bedeutende Industrie normal“, so Denk. 46 Prozent gehen auf das Konto der Mobilität, sprich des Autoverkehrs, 44 Prozent auf das der Wärme und zehn Prozent für die Stromversorgung.

Prof. Dr. Petra Denk präsentierte erste Ergebnisse ihrer Analyse zum Energieverbrauch.

Stellt sich nur die Frage: Wie wird diese Energie erzeugt? Sowohl mit Blick auf Wärme wie Elektrizität stellte Petra Denk fest, dass 40 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen, vor allem aus Hackschnitzeln, was bei einer baumreichen Gemeinde wie Egling nicht weiter wundert. Das klingt zunächst gut, muss aber ins Verhältnis gesetzt werden, denn: „Das bedeutet, dass 60 Prozent aus fossilen Brennstoffen stammen, sprich: Öl. „Die konventionelle Verbrennung dominiert nach wie vor.“ Wenn die Gemeinde ihr Ziel erreichen will, 2035 nur noch erneuerbare Energien zu nutzen, muss etwas getan werden.

Die konventionelle Verbrennung dominiert nach wie vor.

Prof. Dr. Petra Denk

Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man den CO2-Verbrauch pro Kopf und Jahr anschaut. Er lag 2017 bei 6,9 Tonnen. Zum Vergleich: Bayernweit lag er bei 6,3 Tonnen, deutschlandweit bei elf Tonnen (wobei es freilich auch Regionen mit viel Industrie gibt). Auf den ersten Blick erscheint das ein passabler Wert. Doch wenn man die Ziele erreichen will – etwa die des Pariser Klimaabkommens – gilt es, den Wert auf 3,6 Tonnen pro Einwohner und Jahr zu senken.

Was tun vor Ort in Egling? Hier gilt nach Ansicht der Expertin zunächst eine einfache Regel: „Alles, was man nicht verbraucht, muss auch nicht erzeugt werden.“ Speziell in Egling gebe es Sanierungsbedarf an den Häusern. Mit der richtigen Dämmung könnte viel erreicht werden. „Viele wissen nicht, dass es gerade jetzt enorme Förderprogramme gibt“, sagte Denk. „Wann, wenn nicht jetzt?“ Gleiches gelte für den Austausch alter Heizkessel, etwa in der Grundschule.

Speziell in Egling gibt es Sanierungsbedarf an den Häusern

Überhaupt müsse man auch lokal vom Öl weg. Entscheidend dafür: die Verstärkung erneuerbarer Energien. Hackschnitzel spielen bereits jetzt eine große Rolle, doch auch bei Wasser und Wind sei das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. Wichtig sei es auch, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Photovoltaikanlagen für die Energiewende von Vorteil sind. „Dafür müssen wir bei den privaten Haushalten Überzeugungsarbeit leisten.“

Der Gemeinde legte die Expertin ans Herz, so schnell wie möglich und so konkret wie möglich zu handeln. Sie plädierte dafür, eine Energiestrategie zu beschließen, Ausgaben für den Klimaschutz in den Haushaltsplan einzustellen, die Mitarbeiter der Gemeinde zu schulen, ein Liegenschaftscontrolling einzuführen und anderes mehr. Denn: „Ein Plan ist immer nur so gut wie die Ausführung.“

Bürgermeister Oberhauser: „Wir sind nicht schlecht, aber wir wollen besser werden.“

Hans Spindler (parteifrei), Energiewendebeauftragter der Gemeinde Egling, freute sich über den Vortrag. „Ich hoffe, dass jetzt wieder etwas Elan in die Sache kommt“, sagte er. Er brachte ein Nahwärmenetz für Ergertshausen ins Spiel, dessen Realisierbarkeit Petra Denk überprüfen will. Bürgermeister Hubert Oberhauser (Freie Wähler) versprach: „Wir sind nicht schlecht, aber wir wollen besser werden. Wir werden das Thema auf jeden Fall intensiv weiter bearbeiten.“

vu

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