Leerstehendes Haus wird nicht freigegeben

Notleidende Mütter brauchen eine Bleibe - Landratsamt stellt sich quer

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Eine Familie muss in Egling im Keller wohnen, weil sich die Mutter die Stromrechnung nicht leisten kann. Einer weiteren geht es ähnlich. Abhilfe würde ein leerstehendes Haus schaffen, doch das gibt das Landratsamt nicht frei.

Egling – Fälle von Not und Elend gibt es auch im wohlhabenden Egling. Zwei besonders drastische Fälle schilderte in der jüngsten Gemeinderatssitzung Elfi Blank-Böckl, Chefin des „Sozialen Netzwerks“: „Ich habe in der Gemeinde zwei Familien, die aus meiner Sicht in menschenunwürdigen Zuständen leben müssen.“

Da sei eine lernbehinderte, alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern, eines davon geistig behindert. Sie würden seit einiger Zeit in einem Keller leben müssen, weil sie von einer Stromrechnung über 7000 Euro überrascht worden seien, die sie nicht zahlen können. Und da sei eine Mutter mit drei Kindern, die außer Küche und Wohnzimmer nicht mehr heizen könne, sie würden alle im selben Bett schlafen. „Ich weiß nicht mehr, wie ich die Versorgung für diese Leute sicherstellen soll“, so Blank-Böckl. „Ich versuche verzweifelt, etwas zu finden.“ Ihr Appell an die Gemeinderäte: „Fragts bitte rum, wer was weiß.“

Zwischenmiete für bedürftige Menschen

Hans Spindler (parteifrei) glaubte, Rat zu wissen. Er nannte ein Haus an der Deininger Bergstraße, das das Landratsamt für Asylbewerber angemietet hat. Seit viele von ihnen im Sommer in eine Gemeinschaftsunterkunft umgezogen sind, stünden die Zimmer leer. Dass der Fall am Riedhof ähnlich liegt, berichtete Sonja Galli-Krottenthaler (Freie Wähler). „Kann man da nicht eine Zwischenmiete für bedürftige Menschen einrichten?“, fragte sie.

Bürgermeister Hubert Oberhauser hat aus diesem Grund schon im Landratsamt nachgefragt. Doch die Antwort der Behörde lautet: Nein. Weil es im Moment schwer abzuschätzen sei, ob man die Unterkünfte für eine eventuelle weitere Flüchtlingswelle braucht, sollen sie vorerst leer stehen. „Wenn mal Leute drin sind, weiß man nicht, ob man die wieder rauskriegt“, so Oberhauser.

„Es kann doch nicht sein, dass Räumlichkeiten leer stehen“

Das regte Jakob Bernlochner (Freie Wähler) ziemlich auf. Er forderte eine schriftliche Stellungnahme des Landratsamts. „Für so eine Auskunft muss jemand gerade stehen“, sagte er. „Es kann doch nicht sein, dass Räumlichkeiten leer stehen, wenn wir einheimische Bedürftige haben.“ Oberhauser nahm das Landratsamt in Schutz: „Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen: Da bemüht man sich wirklich, das macht sich niemand leicht.“

Galli-Krottenthaler regte an, über das Gemeindeblatt und die Homepage bekannt zu machen, dass Unterkünfte gesucht werden. „Bei Bedürftigen wird die Miete ja genauso bezahlt wie bei Asylbewerbern.“ 

Rubriklistenbild: © dpa

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