Der Bio-Hof auf dem Schönberg aus der Luft.
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Der Bio-Hof auf dem Schönberg aus der Luft: Früher befand sich hier eine Raketenstellung der Nato.

Auf dem Schönberg

Ehemaligen Nato-Raketenstellung in Deining: Bio-Hof will nachträgliche Baugenehmigungen

  • vonRudi Stallein
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„Eine durch die Bauaufsicht geforderte Legalisierung“ auf dem Gelände der ehemaligen Nato-Raketenstellung in Deining beschäftigt den Eglinger Gemeinderat. Der will den Bio-Hof aber erstmal besichtigen.

  • Auf dem Gelände der ehemaligen Nato-Raketenstellung in Deining befindet sich ein Bio-Hof
  • Nachträgliche Baugenehmigungen beschäftigen Gemeinderat
  • CSU-Räte fordern Ortsbesichtigung

Egling – Lange war es ruhig um das Anwesen auf dem Schönberg. Nun sorgte der landwirtschaftliche Betrieb auf dem Gelände der ehemaligen Nato-Raketenstellung in Deining wieder für Diskussionen im Eglinger Gemeinderat. Der Bio-Hof, auf dem unter anderem Karpaten-Rothirsche, Schwäbisch-Hällische Schweine und Pinzgauer Rinder aufgezogen werden, stand mit drei Bauanträgen auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Alles keine großen Sachen: Anbau eines Hackschnitzellagers, Vergrößerung der Überdachung von Mistlege und Freilauf sowie die Nutzungsänderung einer Stallung in eine landwirtschaftliche Lagerhalle. Hellhörig machte der bei jedem Antrag stehende Zusatz: „Es handelt sich in Teilen um eine durch die Bauaufsicht geforderte Legalisierung.“

Der mochten vor allem die CSU-Vertreter nicht ohne Weiteres zustimmen. „Ich möchte es selber sehen. Ohne Ortsbesichtigung kann ich nicht abstimmen“, erklärte Florian Sperl und ergänzte: „Der Bericht vom Landratsamt war hart. Ich war bestürzt.“ Damit bezog er sich auf das Ergebnis einer vom Gemeinderat geforderten Baukontrolle auf dem Anwesen. Diese war im Februar dieses Jahres erfolgt. „In dem Bericht steckt Sprengstoff drin“, sagte Gemeinderat Johann Spindler. Deshalb habe er kein Vertrauen, dass sich der Bauwerber an die Vorgaben halte. Spindler beantragte, die drei Tagesordnungspunkte zurückzustellen.

Der von seinen Parteikollegen gemachten Andeutung, der Bauwerber mache, was er wolle, stimme er so nicht zu, sagte Heiko Arndt. Eine frühere Ortsbesichtigung auf dem Schönberg habe vor ein paar Jahren „einen positiven Eindruck hinterlassen“, so der Dritte Bürgermeister. Er plädierte wie seine Vorredner für einen erneuten Besuch – als vertrauensbildende Maßnahme. „Ich bin überzeugt, dass alles passt und Hand und Fuß hat“, sagte Arndt. Aber ohne Besichtigung sehe er sich ebenfalls „nicht in der Lage, eine Entscheidung zu treffen.“

Josef Bail (Vereinigte Bürgerschaft Egling) erklärte, der Bauwerber sei mehrmals bei ihm in der Sprechstunde gewesen und haben die Situation vor Ort mit Fotos dokumentiert. Deshalb sehe er keinen Grund, warum beispielsweise über eine Hackschnitzelanlage, wie sie häufig beantragt werde, nicht abgestimmt werde. Peter Lichtenegger (CSU) meinte, man müsse „die Hackschnitzelanlage im Kontext mit allem sehen“ und plädierte ebenfalls für einen Ortstermin im September. Das sei für ein Hackschnitzellager recht spät, erklärte der Bauwerber, der monierte, dass man nicht über die drei Tagesordnungspunkte abstimmen könne. Er habe den Eindruck, dass „bei uns immer besonderes Augenmerk gelegt wird“ und appellierte an den Gemeinderat „nicht mit zweierlei Maß zu messen“.

Letztlich folgte der Bauwerber der Anregung, die Heiko Arndt in die Diskussion eingebrachte hatte: Er zog seine Anträge zurück. So kann sich das Gremium bei einer im September geplanten Gemeinderundfahrt selbst ein Bild machen, bevor die Bauanträge wieder auf die Tagesordnung kommen. „Das ist der sicherste Weg“, sagte Bürgermeister Hubert Oberhauser. „Dann ist die Kuh vom Eis.“

rst

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