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Erinnert sich noch gut an Onkel Franzi: Großnich te Theresia Bierprigl mit Bürgermeister Hubert Oberhauser, der den Gedenkstein gestiftet hat. 

Ein Fest für die ganze Gemeinde

Pfarrer Bierprigl bekommt einen Gedenkstein

Am Namenstag des Heiligen Sebald wurde der Gedenkstein für Eglings verstorbenen Pfarrer Franz Bierprigl auf dem Dorfplatz eingeweiht. Pfarrer Manfred Wurzer möchte das Patrozinium künftig mit einer sternförmigen Prozession wieder größer feiern.

Egling – Sogar Franz Bierprigls Großnichte Theresia Bierprigl (63) war aus Partenkirchen angereist, um den Gedenkstein für den „Onkel Franzi“ zu bewundern. Der Eglinger Pfarrer von 1943 bis 1969 war außerordentlich beliebt bei seinen Schäflein. Unter anderem hat er zusammen mit dem Wirt und späteren Vorsitzenden Hans Oberhauser 1969 den Trachtenverein St. Sebald Egling gegründet und den Burschenverein wiederbelebt. Aus Dankbarkeit stiftete Oberhausers Sohn, Bürgermeister Hubert Oberhauser, wie berichtet als Privatmann den Gedenkstein. Er hatte den Felsbrocken aus dem Wettersteingebirge schon anlässlich des 90. Loisachgaufests an Peter Fischhaber, Chef des Trachtenvereins, überreicht.

Pfarrer in Talar - und Lederhose

Der Stein wurde von dem Ascholdinger Steinmetzmeister Peter Huber behauen. Eine Inschrift erinnert an Franz Seraph Bierprigl, geboren am 27. Juni 1913 in Partenkirchen, zum Priester geweiht am 26. Juni 1938 im Dom zu Freising, gestorben an einem Herzinfarkt am 24. April 1969 in Egling, Ehrenbürger der Gemeinde seit 1968. Zwei Fotos zeigen den Geistlichen einmal im Talar und einmal in seiner bevorzugten Freizeitkleidung, der Lederhose.

Letzteres stammt aus dem Familienbesitz der Oberhausers. Es entstand bei einem Besuch bei Familie Kiefer in Beuerberg, wie Großnichte Theresia weiß. Ihr Onkel Franzi sei gerne unter Leuten gewesen. Mit dem Kardinal Döpfner habe er daheim in der Stube in Partenkirchen Schafkopf gespielt. Er habe gerne gut gegessen und Zigarre geraucht. Für alle seine Lieben habe er sich lustige Spitznamen ausgedacht, erzählt die Großnichte, die 15 war, als Bierprigl starb.

Viel Lob für den Vorgänger

Pfarrer Manfred Wurzer sprach in seiner Rede zur Einweihung des Gedenksteins von seinem Vorvorgänger in den höchsten Tönen. „Es will einiges heißen, wenn ein ehemaliger Garmischer Diakon einen Kollegen aus Partenkirchen so lobt“, scherzte Wurzer, ein gebürtiger Tölzer. Bürgermeister Oberhauser dankte den anwesenden Vertretern der Eglinger Vereine – Trachtler, Schützen, Burschen und Feuerwehr – nochmals für die perfekte Organisation des Gaufests. Der Bittgang und die Gebete sollten auch ein Zeichen der Dankbarkeit für das gelungene Großereignis sein, so Oberhauser.

Begleitet von der Deininger Blaskapelle zogen die Vereine im Anschluss zur Sebaldskirche. Der Bittgang zu Ehren des Schutzheiligen Sebald (Namenstag 19. August) findet immer am Sonntag nach Mariä Himmelfahrt statt. Erstmals beteiligten sich heuer auch die Neufahrner und Ergertshauser. Pfarrer Wurzer würde künftig gerne eine sternförmige Prozession mit Treffpunkt am Dorfplatz zur Kirche durchführen. Früher sei die Sebaldskirche ein Wallfahrtsziel gewesen, zu dem auch die Wolfratshauser und Ascholdinger gepilgert seien. „Es wäre doch schön, wenn man die alte Tradition wieder aufleben lassen könnte“, findet der Seelsorger.

Zu dieser Tradition gehört auch der kleine Jahrmarkt rund um das Kirchlein. An drei Ständen gibt es Lose und vor allem Spielzeug für die Kinder zu kaufen. Der Gasthof Oberhauser übernimmt die Bewirtung im eigens aufgebauten Biergarten, die Frauen backen jedes Jahr köstliche Kirchweihnudeln – ein Fest ganz nach dem Geschmack des verstorbenen Pfarrers Bierprigl.

Tanja Lühr

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