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Mit Schandgeigen wurden im Mittelalter zänkische Frauen bestraft. In Neufahrn hat man sich an den alten Brauch erinnert.

Freiwillige Feuerwehr Neufahrn

Das Ritterspektakel in Neufahrn lockt Hunderte von Besuchern an 

Der Ritter und der Troll: Das Ritterspektakel in Neufahrn begeisterte wieder die Mittelalterfans. Auch für die Kinder war einiges geboten.

Egling – Normalerweise wäre es eine Sensation, wenn am hellichten Tag in der Gemeinde Egling ein Troll gesichtet würde. Behörden müssten Stellung beziehen, Zeitungen würden recherchieren, und Verschwörungstheoretiker hätten reichlich Stoff. Am Sonntag hingegen war es fast logisch, dass im Ortsteil Neufahrn das kleine zottelige Fabelwesen aufkreuzte, den Kindern im Spaß Flöhe zusteckte und sie in einem Stadel so zum Mitsingen animierte, dass die Bretter bebten. Es stand das Ritterspektakel am Dorfplatz an.

Wurlitz, der kleine Troll (gespielt von Matthias Brandstäter), erklärte den Dutzenden Kindern gleich, was es mit Fasching auf sich hat. Da ist nämlich alles anders. Da ist der Regenwurm der König des Waldes, und nicht der Hirsch. „Heute ist wieder die Nacht, wo jeder über den andern lacht.“ Auch eine schöne Definition von Fasching. Toll, dieser Troll.

Freiwillige Feuerwehr Neufahrn veranstaltet Ritterspektakel

Alle fünf Jahre veranstaltet die Freiwillige Feuerwehr Neufahrn das Ritterspektakel. Der Abstand ist lang genug, dass es immer wieder als etwas Besonderes empfunden wird. Gestern strömten Hunderte von Besuchern in den kleinen Ort, kostümiert als züchtige Burgfräulein, unerschrockene Kreuzritter und wild entschlossene Drachentöter. Die Autos standen um 15 Uhr bis zurück zur Staatsstraße. Und schon um 14 Uhr war die erste Wildsau weg, die Gäste hatten offenbar Appetit mitgebracht.

Eine Riesengaudi war das Ritterturnier, bei dem viele Mannschaften mitmachten. Das Bogenschießen, die Ramme, die Burgbelagerung: All das ließ sich ja noch relativ leicht bewältigen. Eine richtige Herausforderung stellte hingegen die „Buhurt“ dar, ein Geschicklichkeitsspiel. Dabei musste das Team einen Mann auf einem Holzpferd durch einen Parcours ziehen. Erschwerend kam hinzu, dass das Pferd sich dauernd unkontrolliert drehte, und der Jockey versuchen musste, Ringe mit der Lanze zu stechen. Hier war eindeutig im Vorteil, wer noch keinen Met getrunken hatte. Die Sieger in der Gesamtwertung bekamen ein 30-Liter-Fass Bier.

Gaudi beim großen Ritterspektakel in Neufahrn

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