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Ein Bild aus den Anfangsjahren: Auf dem Naturrasen an der Talstraße wurde immer schon leidenschaftlich gekickt. 

Feierlichkeiten in den nächsten Tagen 

Runder Geburtstag: Der SC Deining wird 50 

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Deining - Vor genau 50 Jahren kamen im Gasthaus zur Linde etliche Deininger zusammen, um einen Sportverein aus der Taufe zu heben. Den SC Deining gibt es immer noch. Er ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes.

Am Deininger Sportplatz hört man es in diesen Tagen hämmern, sägen und schrauben: Für die Festtage zum 50-jährigen Jubiläum des SC Deining wird der Stadel erweitert. Wer mittendrin steht und nach oben blickt, sieht unter dem Dach ein Relikt aus alten Zeiten hängen: ein rotes Sechser-Tandem, mit dem einst die Mitglieder Ausflüge unternahmen, teils bis nach Mittenwald. „Man kam rum und hatte eine Riesengaudi“, erinnert sich Ehrenvorstand Sepp Walch.

Ja, die alten Zeiten. Von ihnen ist beim 480 Mitglieder und drei Sparten zählenden SC derzeit besonders viel die Rede. Dass sie am Sportplatz an der Talstraße noch so gegenwärtig sind, ist laut Vorstand Markus Schmotz typisch für den Verein. „Wir sind echt, wir sind kein Plastikclub“, sagt er. Hier gibt es für beide Mannschaften noch einen Naturrasen, hier gibt es nach wie vor keine Punktprämien, es geht heimelig und familiär zu. Und eine Spielgemeinschaft ist man auch nicht eingegangen. „In dieser Hinsicht sind wir so etwas wie die letzten, aufrechten Gallier“, so Schmotz. Nach diesem Motto wird am Mittwoch übrigens auch gefeiert.

An die Anfänge des Sportclubs kann sich Ehrenvorstand Sepp Walch noch gut erinnern. Fußball war für die Nachkriegs-Jugend ein Grundbedürfnis. Gespielt wurde, wo gerade abgemäht war. Der Lederball sog sich bei Regen mit Wasser voll, so dass er schwer wurde, bei Kopfbällen war Vorsicht geboten. Und manchmal kam ein Bauer und vertrieb die Kicker. „Wir sind schon öfter zum Teufel gehauen worden“, erinnert sich Walch mit einem Lächen.

Ende der 1960er Jahre stellte man fest: Es gibt genügend Interessenten, um einen Verein zu gründen. So kamen am 21. Juni 1968 etwa 60 Männer aller Altersgruppen im Gasthaus zur Linde zusammen und beschlossen, den SC Deining aus der Taufe zu heben. Zum Ersten Vorstand wurde Ernst Kuffer gewählt, die Farben sollten schwarz-rot sein, und zum Gegner des Gründungsspiels wählte man den SV Ascholding, der auch die Patenschaft übernahm.

Der Aufstieg 2017 war der emotionale Höhepunkt

Anfangs wurde noch auf einer Wiese an der Hornsteiner Straße gekickt. Dann aber entschied man sich, an die Talstraße umzuziehen. Als Vereinslokal diente das Gasthaus zur Linde, wo man sich in einem Nebengebäude auch umzog und duschte. 1973 erfolgte der Spatenstich zum Bau eines eigenen Sportheims, 1976 wurde es eingeweiht. Im Lauf der Zeit kamen Flutlichter, ein Torfangnetz, Schuhwaschanlagen und – in Zusammenarbeit mit Burschenverein, Waldbauern und Trachtenverein – der Vereinsstadel hinzu. „Wir können mit Recht auf unsere Sportanlage stolz sein, die unsere Mitglieder immer wieder mit Fleiß und Einsatz erweitert und verschönert haben“, so Markus Schmotz.

Doch der SC Deining bietet nicht nur Fußballern eine Heimat. Aus der Geschichte des Vereins sind auch die Turner nicht wegzudenken. „Bereits im Gründungsjahr kletterten sportbegeisterte Damen über eine Leiter in den von Franz Köglsperger zur Verfügung gestellten Speicherraum, in dem sie die ersten Gymnastikstunden abhielten“, heißt es in der Festschrift. Auch die Stockschützen frönen hier ihrem Hobby: 1979 taten sich etwa 30 Deininger zusammen. Heute stehen ihnen vier Bahnen zur Verfügung.

Und dennoch: Wenn man nach dem sportlichen Höhepunkt der Vereinsgeschichte fragt, landet man wieder beim Fußball. In der Saison 2016/2017 wurde das Team unter Trainer Norbert Strobl Meister der B-Klasse, und das mit 18 Punkten auf den Zweitplatzierten und einem Torverhältnis von 117:30. „Der Aufstieg war der reine Wahnsinn“, sagt Markus Schmotz, viele emotionale Bilder in der Festschrift erinnern daran. Jetzt rangiert das Team unter Trainer Dragan Kovacevic im Mittelfeld der A-Klasse, womit man ausgesprochen zufrieden ist.

Eine besondere Erwähnung wert sind die Schiedsrichter, die der SC hervorgebracht hat. Karl Kuffer etwa beeindruckte über Jahre in hohen Ligen durch gute Regelkenntnisse und sicheres Auftreten. Fünf Jahre leitete er mit Peter Köglsperger jun. an der Seitenlinie Partien in der Landesliga. In der Zweiten Liga war Kuffer zehn Partien lang selbst als Linienrichter tätig, mit Einsätzen unter anderem in Berlin.

Und jetzt? Wollen es die Deiniger ein paar Tage richtig krachen lassen. Markus Schmotz freut sich schon narrisch, dass es endlich losgeht. „Nach all der Vorbereitung ist es gut, wenn jetzt gefeiert wird.“ Und vom Feiern verstehen die Gallier bekanntlich etwas.

Das Programm

Mittwoch, 9. Mai: 
Ab 20 Uhr: Gallierparty am Sportplatz. Ganz nach dem Vorbild Asterix gibt es eine Collosseum-Bar, eine Druiden-Schänke, eine Station „Zum Goldenen Wildschwein“ und anderes mehr. Ein DJ legt Musik auf. Kein Einlass unter 16 Jahren; 

Donnerstag, 10. Mai: 
Großer Festtag. 9.45 Uhr: Treffen am Vereinsstadel, die Blaskapelle beginnt zu spielen; 10.15 Uhr: Aufstellung der Vereine am Stadel zum Kirchenzug; 10.30 Uhr: Beginn Kirchenzug; 11 Uhr: Feldmesse am Kindergarten bei schönem Wetter, ansonsten in der Kirche St. Nikolaus; 13.45 Uhr Beginn der Ehrungen; 14.30 Uhr: die „Tanzl-Musik“ spielt zum Vatertags-Ausklang; 

Samstag, 12. Mai: 
Ab 20 Uhr: O-Bandl-Party mit den Cagey-Strings; 20 bis 21 Uhr: Happy Hour; Vorverkauf in der Bäckerei Deining, Eintritt zwölf Euro, kein Anlass unter 16 Jahren. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass das Wort O-Bandeln im alten Sinne gemeint ist, nämlich ganz allgemein nett miteinander ins Gespräch kommen.

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