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Gut besucht war die Veranstaltung des „Runden Tisch Jagd“ in Egling. Es referierten Ramona Pohl (li.) und Joachim Käs (sitzend mit Brille). 

Runder Tisch Jagd 

Saubere Schüsse statt Kanonaden

„Der Wald zeigt, ob die Jagd stimmt“, mit diesem Fazit endete eine Informations- und Diskussionsveranstaltung in Egling. Eingeladen dazu hatte der „Runde Tisch Jagd“.

Egling– Zahlreiche Jagdvorstände, Jagdgenossen und Jäger waren in den Gasthof zur Post gekommen. Denn Jagdmethoden, Abschusserfüllung, Wildschaden und Naturverjüngung sind allzeit ein „heißes Eisen“, wie man übereinstimmend feststellte. Ziel aller Beteiligten müsse sein, eine bestmögliche Situation für den Wald zu erreichen, war man sich einig. Und wie erreicht man dieses Ziel? Durch konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten, erklärten die beiden Referenten des Abends, Ramona Pohl vom Bayerischen Jagdverband und Joachim Käs, Jäger und Jagdvorstand der Jagdgenossenschaft Fridolfing.

Verbissgehölze stehen lassen

Zur Jagd gehöre auch die Hege, führte Ramona Pohl aus: etwa in Notzeiten zu füttern – was bei korrekter Durchführung funktioniere –, Lebensräume mit artgerechter Äsung sowie Ruhezonen zu schaffen, Verbissgehölze wie Esche, Vogelbeere, Birken, Weiden anzubieten und am Waldrand Stauden zu belassen. „Die Rehböcke müssen auch irgendwo fegen können.“ Der Jäger müsse sein Revier gut kennen, um – einvernehmlich mit dem Waldbesitzer – Problemstellen entschärfen und vorbeugende Maßnahmen treffen zu können. Neben dem oft beklagten wachsenden Freizeitdruck bedeute auch die ständige Anwesenheit des Jägers Stress für das Wild und daraus resultierend Verbiss am Aufwuchs. „Man sollte es einmal mit einer intervallmäßigen Jagd versuchen“, erklärte Pohl. Bei einer rechtzeitigen Erfüllung des Abschusses könnte auch einmal Ruhe einkehren.

Schießen will gelernt sein

Die angewandten Jagdmethoden seien je nach den Gegebenheiten zu wählen: Bei der Ansitzjagd sei Flexibilität gefragt, Drück- oder Treibjagden müsse man umsichtig organisieren und diszipliniert durchführen, erklärte Joachim Käs. „Keine Kanonaden, sondern saubere Schüsse“ gehörten zum Handwerk eines Jägers. Dies setze eine gewisse Übung voraus, wofür wiederum der Besuch von Schießkinos unabdingbar sei.

Pohls Grundsatz „Jagdgenossen und Jäger sind Partner“ setzte Käs mit „Vertrauen“ in Verbindung. Um Vertrauen zu schaffen, belege man in seiner Genossenschaft die Abschüsse mit dem körperlichen Nachweis. Zudem praktiziere man das „Traktverfahren“ für jährliche revierweise Aussagen. Die Jagdgenossen würden sich mit ihren Maschinen beim Aufstellen oder Versetzen der Hochsitze mit einbringen. Auch sonst hätten sie Möglichkeiten, die Jagd zu erleichtern, indem sie zum Beispiel beim Ausbringen der Gülle einen mehrere Meter breiten Abstand zum Wald halten und für Greening-Streifen wildfreundliche Samenmischungen verwenden.

In Bergrevieren gestalte sich die Jagd weitaus schwieriger, stimmte Käs einem Einwand aus dem Zuhörerkreis zu. Eine Kanalisierung der Freizeit-Nutzer, wie in anderen Ländern gehandhabt, brächte die deutsche Politik nicht zustande, so ein weiterer Einwand. Dazu Käs: „Generell geht es darum, gemeinsam die Jagd bei veränderten Bedingungen und in einem zunehmend kritischen Umfeld für die Zukunft zu sichern.“

Rosi Bauer

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