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Ein ordentlicher Fluss: Durch den neu angelegten Auenbach auf Eglinger Flur fließen gut zwei Kubikmeter pro Sekunde. Das entspricht ungefähr der Leitzach. 

Wasser für die Isarauen

Schleusen auf für den Auenbach

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Egling - Ein neuer, künstlicher Bach am Ickinger Wehr soll die Isarauen besser mit Wasser versorgen. Dafür darf für die Stromerzeugung mehr Wasser in den Mühltalkanal abgezweigt werden.

Es klingt paradox: Der Mensch greift ins Naturschutzgebiet ein, um der Natur zu helfen, andere Eingriffe des Menschen zu verkraften. So lässt sich das Projekt des Kraftwerkbetreibers Uniper am Isar-Westufer beim Ickinger Wehr zusammenfassen. Die abgespaltene Tochterfirma des Energieriesen Eon hat dort künstlich einen rund 1,4 Kilometer langen Auenbach angelegt. Er soll das Hinterland rund ums Wehr bewässern. Am Dienstag drehten die Verantwortlichen die Schleusen auf.

Der Bach wird sich seinen eigenen Weg suchen

Die Zahlen klingen beeindruckend: 7750 Kubikmeter Aushub sind bewegt worden. Pro Sekunde sollen nun gut zwei Kubikmeter durch den Auenbach fließen. „Die Leitzach hat eine ähnliche Wasserführung“, erklärte Johannes Durner, Leiter der Kraftwerksgruppe Isar. „Das ist also ein ordentlicher Fluss.“ 75 Zentimeter ist das Bachbett tief. Den Flusslauf haben die Wasserbauingenieure grob vorgegeben. „Der Bach soll sich mit der Zeit seinen eigenen Weg suchen“, sagt Projektleiterin Uta Mentz. Fische können darin zum Beispiel um das Wehr herum schwimmen, falls sie die bestehende Fischtreppe direkt an der Wehrmauer nicht nutzen. Zudem soll der Bach neue Lebens- und Rückzugsräume für Wasserlebewesen bieten.

Die Anlage des Bachs ist eine Ausgleichsmaßnahme

Bei allen Vorteilen: Freiwillig hat Uniper den Auenbach nicht angelegt. Er ist eine Ausgleichsmaßnahme, damit der Energieerzeuger künftig mehr Wasser am Ickinger Wehr in den Mühltalkanal abzwacken darf. Der führt zu einem Wasserkraftwerk. Derzeit liegt die Höchstfördermenge bei 80 Kubikmetern pro Sekunde. Damit kann laut Unternehmensangaben Strom für 24 000 Haushalte erzeugt werden kann. Nun dürfen es zehn Kubikmeter mehr sein. „Dies ermöglicht eine noch bessere Auslastung des Kraftwerks Mühltal“, freuen sich die Stromerzeuger.

In die Planungen waren Verbände und Behörden einbezogen

Das Thema Energieerzeugung an der Isar ist umstritten. Ursprünglich wollte Eon die Kapazität des Kanals gar nicht erhöhen. Der Konzern wollte stattdessen das Wasser, das in der Isar bleibt, im Wehr durch eine Stromturbine schicken. Dagegen protestierten aber Naturschützer. Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim schlug dann den Kompromiss vor: Die Erhöhung der Kanalkapazität nach dem Bau des Auenbachs. In dessen Planungen waren zahlreiche Behörden und Verbände involviert.

Die Arbeiten haben im November begonnen

Die Bauarbeiten für den Auenbach begannen im November. Allein am Einlauf sind 7,6 Tonnen Stahl verbaut worden. Für den neuen Flusslauf wurden Bäume gerodet. 33 Meter Rohre leiten den Bach unter drei Wegkreuzungen hindurch. Zudem füllten die Bauarbeiter 4000 Kubikmeter Kies in die Isar und befestigten 280 Tonnen Wasserbausteine. „Hier gewinnt die Ökologie gleich zweimal“, erklärte Kraftwerk-Chef Durner am Dienstag. Erstens durch die neue Bewässerung, die aber aufgrund des Mühltalkanals überhaupt erst nötig ist. Und zweitens durch die klimafreundliche Stromerzeugung aus Wasserkraft.

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