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Kaum satt sehen konnten sich die Besucher am Umzug des Loisachgaufests am Sonntag in Egling. Einige Besucher hatten sich hinter der Friedhofsmauer postiert, um einen möglichst guten Blick auf das Geschehen zu haben. 

Trachtler zu Besuch

So schön war das 90. Loisachgaufest in Egling

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Zwei Tage lang war Egling das Zentrum des Loisachgaus. Tausende von Trachtlern aus dem Gebiet zwischen Lenggries im Süden und Kirchheim im Norden, Antdorf im Westen und Bad Tölz im Osten pilgerten zum Festzelt am Gewerbegebiet. 

Egling – Die gängigen Wetter-Apps dürften in den vergangenen Tagen aus Egling und Umgebung erhöhte Zugriffszahlen verzeichnet haben. Es stand das Gaufest an. Und weil das bekanntlich eine Freiluftveranstaltung ist, hängt – fast – alles vom Wetter ab. Nun: Wie so vieles andere, hat auch das in Egling prächtig funktioniert. Die Wolken verzogen sich, der Himmel zeigte sein schönstes Weiß-Blau, und die farbigen Trachten leuchteten in der Voralpenlandschaft.

Am Sonntagmorgen versammelten sich die Trachtler auf der frisch gemähten Wiese an der Waldkapelle St. Sebald, rechterhand vom Wolfratshauser Berg. Zuvor hatten sich 31 Abordnungen aus Nah und Fern durch die Gemeinde bewegt, die meisten mit Musikkapelle. Das fiel auf, die Lust auf das Fest war unverkennbar groß. Gauvorstand Josef Ponholzer begrüßte die Gäste und erinnerte an den griechischen Philosophen Demokrit, der einst gesagt hat: „Ein Leben ohne Fest ist wie eine Reise ohne Gasthaus.“ In diesem Sinne sei das Loischgaufest dazu da, Kraft zu tanken für die weitere Wegstrecke.

Holzaltar aus Otterfing

Für den Gottesdienst hatten sich die Eglinger den großen Holzaltar ausgeliehen, den die Otterfinger vor einigen Jahren für ihr Oberlandler Gaufest verwendet hatten. Hier zelebrierte Weihbischof Wolfgang Bischof den Festgottesdienst. Er rief die versammelten Trachtler dazu auf, „das Gute der Vergangenheit in die Zukunft zu tragen“. Er schloss seine Predigt mit den Worten: „Legt mit Eurem G’wand und mit Eurer Gemeinschaft Zeugnis für Gott ab in dieser Welt.“

Nach einer Mittagspause im Bierzelt stand das eigentliche Großereignis an: der Umzug. Egling hatte sich offensichtlich schön gemacht für den Besuch, aus vielen Häusern gingen weiß-blaue Fahnen, an praktisch allen Zäunen prangten Gebinde mit den bayerischen Landesfarben. Das gilt auch für die vielen Hundert Besucher, die die Straßen säumten, vor allem am Dorfplatz. Sie hatten fast alle Tracht angezogen. Egling war quasi jeansfreie Zone.

Schwarzwälder Pferde führen Zug an

Um 13.30 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. Weit vorne: das Gespann des ausrichtenden Vereins St. Sebald, gezogen von zwei Schwarzwälder Pferden, mit der Waldkapelle in Miniaturform. Was folgte, ließ jedes Trachtlerherz höher schlagen: Liebe Taferlbuam, stolze Fahnenträger, schneidige Dirndl, Mannsbilder im Gleichschritt und Trommlerzüge, die richtig Alarm machten. Viele Trachtler winkten Freunden und Verwandten am Straßenrand und lächelten ihnen zu. Auch für Scherze im Vorbeigehen war Zeit. Als der Zug an der Kirche vorbeikam und ein Trachtler die vielen Schaulustigen an der Friedhofsmauer entdeckte, rief er: „Sind jetzt schon die Toten auferstanden?“ Allgemeines Gelächter.

Nach dem eineinhalbstündigen Umzug traf man sich im Festzelt und tat das, was auch der Sinn eines Gaufests ist: Man ratschte mit alten Bekannten und trank miteinander ein Bier oder ein Radler. Die Entspannung war spürbar, für die Trachtler nach der Strapaze des Umzugs, aber auch für die Verantwortlichen nach zwei Wochen Ausnahmezustand.

90. Loisachgaufest: Die schönsten Bilder vom Festzug

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