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Sorge um Brandgefahr: Bauantrag zwingt Gemeinderat zu Zwangspause

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Von: Franziska Konrad

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Egling mit seinen sieben Ortsteilen ist eine der größten Flächengemeinden im Nordlandkreis. 
Egling mit seinen sieben Ortsteilen ist eine der größten Flächengemeinden im Nordlandkreis.  © Foto: Hermsdorf-Hiss

In der jüngsten Sitzung des Eglinger Gemeinderates sorgte ein Bauantrag für Diskussionen. Die Zusammenkunft musste sogar kurzzeitig unterbrochen werden.

Egling – Es begann vermeintlich harmlos mit einem Bauantrag im Gemeinderat. Das Gremium sollte nachträglich errichtete Anbauten, Boxen und Lagerschuppen eines landwirtschaftlichen Betriebs in Deining genehmigen. Doch der Tagesordnungspunkt entfachte rasch eine Diskussion – und führte zur kurzzeitigen Unterbrechung der Sitzung.

Aber der Reihe nach: Im Vorfeld habe es „intensive Gespräche“ zwischen Bauwerber und Landratsamt gegeben, berichtete Bürgermeister Hubert Oberhauser (Freie Wählergemeinschaft). Denn vor „einiger Zeit“ hatte der Gemeinderat die Nachgenehmigung bereits abgelehnt, „da man das Gesamtkonzept genau überprüft haben wollte“. Der Rathauschef: „Mittlerweile ist das geschehen, und es gibt eine Privilegierung.“ In seinen Augen sprach folglich „nichts gegen eine Zustimmung“.

Gemeinderat in Egling: Gremium soll Bauantrag genehmigen - ist aber um Brandschutz besorgt

Etwas anders sah das Johann Spindler (CSU). Er verstand nicht, weshalb man bei den Boxen die Grundstücksgrenze missachte, „die grenzen teilweise direkt an den Wald“. Spindler erinnerte sich gut an die Ortsbegehung. Seinem Ermessen nach seien im Hauptstall „nicht nur Pferdeboxen untergebracht, sondern auch Wohnungen“. Außerdem sei der Bereich „ziemlich verbaut“ und „schwer zugänglich“.

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Unterstützung erhielt Spindler vom Parteikollegen Michael Neubauer: „Da draußen gab es vor über 30 Jahren einen Großbrand.“ Wenn er sich die aktuelle Gebäudekonstellation anschaue, so Neubauer, sehe er sich „außerstande, dem zuzustimmen“. „Etwas schwer“ mit dem Bauantrag tat sich ebenfalls Florian Sperl (CSU). Er wisse, dass sich „ein paar Feuerwehrler“ besorgt gezeigt hätten: Sollte es auf dem Grundstück noch einmal brennen, „würden die sich dort schwertun“.

Diskussion um Bauantrag: Bürgermeister versucht, Bedenken aus dem Weg zu räumen

Oberhauser versuchte, sämtliche Bedenken aus dem Weg zu räumen. In puncto überschrittene Grundstücksflächen geht der Rathauschef „schwer davon aus“, dass beide Gelände demselben Eigentümer gehören. Bei den angeblichen Wohnungen handle es sich lediglich um „Räume für Mitarbeiter“. Zudem sei besagter Gebäudeteil „nicht Bestandteil der Planung, die wir heute betrachten“. Hier gehe es „nur um die Stallungen und Boxen“.

Dr. Jakob Berlochner (Freie Wählergemeinschaft) schlug vor, vor der Abstimmung nochmals die Grundstückszugehörigkeit zu prüfen. Das geschah während einer kurzen Pause, in der sich die Vermutung des Rathauschefs bestätigte: Das angrenzende obere Grundstück sowie der sich anschließende Wald haben denselben Besitzer.

Heiko Arndt (CSU) schlug daraufhin vor: „Wie wäre es, wenn wir dem Beschluss eine Brandschutzprüfung anhängen?“ Oberhauser stimmte der Idee zu. Bei fünf Gegenstimmen beschloss der Gemeinderat im Anschluss die beantragten Nachgenehmigungen. (kof)

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