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Nachgehakt: Viele Anwohner wollte genau wissen, was auf sie zukommt. 

Thema Flüchtlinge

Spannungsgeladener Infoabend

Egling - Ängste, Sorgen, Wut, aber auch Verständnis: Diese Emotionen spielten am Dienstagabend bei der Infoveranstaltung der Gemeinde zur Unterbringung von Flüchtlingen in Ergertshausen eine Rolle. 

Vor rund 80 Leuten stand Bürgermeister Hubert Oberhauser im Feuerwehrhaus Rede und Antwort. Auch mehrere Gemeinderäte, Diakon Walter Herholz, die Integrationsbeauftragte Sonja Galli-Krottenthaler und Vertreter des Deininger Helferkreises waren gekommen, um sich den Fragen der Anwohner aus Ergertshausen und Neufahrn zu stellen.

4,4 Prozent der Flüchtlinge muss Egling aufnehmen

Zuerst klärte Oberhauser seine Zuhörer über die Fakten auf: „Im Landkreis leben zurzeit 1300 Asylsuchende, davon 30 in der Gemeinde Egling.“ Momentan müsse der Kreis jede Woche 57 Neuankömmlinge unterbringen – und diese Zahl werde sich erhöhen. Die Kommunen hätten sich auf eine freiwillige Quote geeinigt, wie viel Prozent der im Landkreis ankommenden Asylbewerber sie aufnehmen wollen. Als fünftgrößte Gemeinde fallen 4,4 Prozent auf Egling.

Am Montag sind die ersten Syrer in der Dorfstraße eingezogen

In die Dorfstraße 12 in Ergertshausen sind bereits am Montag zehn Asylsuchende eingezogen. Es handelt, wie an dem Abend zu erfahren war, um einen syrischen Familienverband mit Kindern und einer schwangeren Frau. Darunter war auch ein zehn Jahre alter Junge, der barfuß lief, wie Galli-Krottenthaler berichtete. Schuhe und Socken hätte ein netter Nachbar sofort bereitgestellt. In der dritten Kalenderwoche werden nach Angaben Oberhausers weitere acht Asylbewerber hinzukommen.

Ein Bürger fürchtet, dass das Haus "platzt"

Daraufhin meldete sich Jürgen Fischer zu Wort und nahm Bezug auf die Zahl, die in der jüngsten Gemeinderatssitzung genannt worden war. „In Ergertshausen leben 350 Menschen“, erklärte er. „Wenn wir 25 Asylbewerber bekommen, sind das knapp zehn Prozent.“ Die zwei Altbewohner des Hauses würden dort seit 40 Jahren wohnen. Das Haus vertrage höchstens zehn weitere Menschen, wenn man nicht wolle, dass das Haus platzt. Oberhauser wiederholte, dass er nur von 18 Bewerbern wisse. Außerdem habe ein einzelner Asylsuchender lediglich das Recht auf neun Quadratmeter Wohnfläche. Man sollte also von Unterbringung und nicht von Wohnen sprechen.

Fahrräder für die Neuankömmlinge sind sehr erwünscht

Einige Ergertshausener fragten auch, was die Asylbewerber den ganzen Tag machen werden, da sie erst nach drei Monaten arbeiten dürften und es im Dorf keinen Fußballplatz gebe. Allgemein lasse die Infrastruktur zu wünschen übrig. Hier schaltete sich Silvia Repert ein, Mitglied im Deininger Helferkreis ist. „Sie brauchen unbedingt Fahrräder“, erklärte sie. Und: „Bei uns machen wir es im Winter so, dass wir fragen, ob jemand zum Einkaufen mit uns fahren will“, erklärte sie. Die Autos seien immer voll. Galli-Krottenthaler wies auf die Wichtigkeit von Computern hin.

Mit Problemen sollte man offensiv umgehen

Einige Besucher äußerten ihre Sorgen bezüglich der Mädchen und jungen Frauen des Dorfes. Sie warfen die Frage auf, wen man bei Konflikten anrufen könne. Darauf antwortete Repert: „Geht auf die Leute zu, klärt sie über unsere Sitten auf und sprecht an, was euch ärgert.“ Bei größeren Problemen solle man die Polizei rufen. Aber dass es sich um eine relativ kleine Anzahl von Flüchtlinge handelt, werde es bei ausreichendem Engagement der Bewohner nur wenige Konflikte geben. Das Schlusswort hatte Hubert Oberhauser. Er sagte: „Ich würde gerne über angenehmere Dinge mit euch sprechen, aber die Problematik ist nun mal da“, sagte er. „Und dieser Aufgabe müssen wir uns gemeinsam stellen.“ Jessica Höck

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