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An der Abzweigung zum Bruckenfischer haben sich in den vergangenen Jahren mehrere Unfälle ereignet. Zu viele, fanden zwei Eglinger Gemeinderäte. 

Abzweigung zum Bruckenfischer

Tempo-Limit an unfallträchtiger Kreuzung: Deshalb sagt das Landratsamt Nein

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An dieser Kreuzung kracht es viel zu oft – teils mit dramatischen Folgen. Eglinger Gemeinderäte wollten deshalb beim Landratsamt ein strenges Tempo-Limit erwirken – vergeblich.

Egling – „Die Kreuzung in Richtung Kloster Schäftlarn am Lohberg ist extrem unfallträchtig“, sagt Michael Neubauer (CSU). Belege findet er in der Statistik der Polizeiinspektion Wolfratshausen. Demnach haben sich dort zwischen 1. Januar 2014 und 30. Juni 2017 insgesamt acht Unfälle ereignet, zwei Mal wurden Fehler beim Abbiegen gemacht, vier Mal wurde die Vorfahrt missachtet, außerdem kam es zu zwei Auffahrunfällen. Die Bilanz: Blechschaden in unbekannter Höhe und neun Verletzte. Am dramatischsten aber war sicher der tödliche verunglückte Motorradfahrer im April 2014.

So kann es nicht bleiben, findet Neubauer und forderte zusammen mit Hans Spindler in einem Antrag an die Gemeinde, sich für eine Entschärfung der Kreuzung einzusetzen. So bemängelten die Gemeinderäte in dem Antrag, dass im Kreuzungsbereich Tempo 100 gilt, keine Stopp-Schilder existieren und es keinerlei Hinweis auf die erhöhte Unfallgefahr gibt.

Dieser Argumentation konnte sich die Verkehrskommission, bestehend aus Vertretern der Kommune, des Landratsamts und der Polizei, bei einem Augenscheintermin nicht anschließen. „Die Kreuzung erfüllt nicht die Voraussetzungen für eine Unfallhäufungsstelle“, erklärt Marlis Peischer vom Landratsamt. Die Sichtverhältnisse seien gut. „Wenn die allgemeinen Verkehrsregeln beachtet werden, kann hier sicher gefahren werden“, sagt sie. Über die Kreuzung würden täglich etwa 5700 Autos fahren, bayernweit liegt der Durchschnitt auf einer Staatsstraße bei 3800. „Die Kreuzung ist also durchaus frequentiert“, so Peischer. Richtig sei der Umkehrschluss: „Es gibt jeden Tag viele Autofahrer, die hier keine Probleme haben.“

Keinen Erfolg hatte die CSU auch mit ihrem Vorstoß, auf der Gemeindestraße Richtung Kleindingharting (Ludwigshöhe) das Tempo auf 70 Stundenkilometer begrenzen zu lassen. In dem Antrag hatten Neubauer und Spindler geschildert, dass viele Verkehrsteilnehmer, insbesondere Sportwagen- und Motorradfahrer, beim Ausfahren am Ortsende von Deining stark beschleunigen. „Dementsprechend hoch ist die Lärmbelästigung für die dortige Bevölkerung.“ Umgekehrt würden vor allem Motorräder und Sportwagen mit sehr hoher Geschwindigkeit von der Ludwigshöhe in Richtung Deining fahren. „Dementsprechend groß ist die Unfallgefahr.“

Doch auch in diesem Fall kam die Verkehrskommission zu einer anderen Einschätzung. „Es gibt in diesem Fall keine rechtliche Grundlage für eine Verkehrsbeschränkung“, so Peischer. Sie verweist auf das Interview, das der Leiter der Straßenverkehrsbehörde, Georg Fischhaber, zum Thema Tempo 80 auf Landstraßen gegeben hatte. „Es wäre schon viel gewonnen, wenn sich die Verkehrsteilnehmer an die jetzt gültige Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 Stundenkilometern halten würden“, sagt er.

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