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Beste Trainingsbedingungen fand der deutsche Kitesurf-Juniorenkader mit Xaver Kiebler (2. v. re.) in Ägypten vor.

Kitesurfen

Mit dem Wind Richtung Olympia

Xaver Kiebler aus Thanning ist Kitesurfer. Jetzt will der 17-Jährige zu den Olympischen Jugendspielen nach Argentinien. 

Thanning – Langsam wird es ernst – nur noch 16 Monate, dann finden die Olympischen Jugend-Spiele in Buenos Aires (Argentinien) statt. Erstmals ist Kitesurfen im Programm. Gestartet wird in der Disziplin Twin-Tip Slalom/Boardercross – hier wird wie bei einer Segelregatta ein Downwind-Slalom um Bojen herum absolviert. Dabei müssen im Wasser liegende Hindernisse übersprungen werden. Je zwölf Startplätze gibt es für die Junioren bis 18 Jahre zu ergattern, jeweils einen pro Land.

Xaver Kiebler ist in Thanning zuhause.

Den deutschen will der 17-jährige Xaver Kiebler aus Thanning ergattern. Die Osterferien hat der Kitesurfer mit dem neu ins Leben gerufenen, derzeit fünf-köpfigen Juniorenkader der GKA (German Kitesurf Association) in Ägypten verbracht. Fitness- und Slalomtraining standen auf dem Programm. Dedl Gröbert, B-Trainer des DSV (Deutscher Segler-Verband), hat die Junioren betreut: „In der Soma Bay haben wir optimale Trainingsbedingungen vorgefunden. Bei Slalom-Rennen ist ein gutes Timing beim Start extrem wichtig.“ Das Team bekam Bojen und ein Boot zur Verfügung gestellt sowie einen ausgewiesenen Trainingsbereich auf dem Wasser. Auch Rennen, Fitness-Einheiten im Kraftraum des Hotels und Taktik-Training standen auf dem straffen Programm. „Das war ganz schön anstrengend, aber es hat viel gebracht“, resümiert Kiebler. „Wir sind als Team zusammengewachsen und pushen uns gegenseitig, die Qualifikation für Olympia ist das Ziel der Mannschaft.“

Einen Startplatz sichern können sich die Länder bei internationalen Ausscheidungsrennen im Frühjahr 2018. Je sechs Startplätze für Mädchen und Jungen werden bei kontinentalen Wettkämpfen wie dem Europa/Afrika Cup vergeben, je vier weitere bei Weltmeisterschaften. Argentinien hat je einen Platz als Ausrichter sicher, eine Wild-Card wird es auch geben. „Bei diesen Wettkämpfen möchten wir uns unbedingt einen Startplatz für Deutschland sichern“, sagt der 17-jährige Deutsche Juniorenmeister im Slalom. „Egal wer von uns die Qualifikation schafft – im Herbst 2018 fällt die endgültige Entscheidung, welcher Junior in Argentinien startet. Es bleibt bis zum Schluss spannend.“

Nun gilt es für die Kiter erst einmal, bei den Wettkämpfen der Deutschen Meisterschaftsserie, die am kommenden Wochenende in Usedom startet, ihr Können unter Beweis zu stellen. Im Sommer und Herbst stehen dann die Europameisterschaften in Italien und die Weltmeisterschaften in Südkorea auf dem Programm. „Hier müssen wir gute Ergebnisse einfahren“, sagt Juniorentrainer Gröbert. „Bisher wird unser Team von den Landesseglerverbänden finanziell noch nicht unterstützt.“ Es sei ein Teufelskreis der jungen Sportart: „Ohne internationale Ergebnisse gibt es keine Förderung durch die Verbände, aber ohne Förderung ist es für den Nachwuchs auch schwierig, an internationalen Events teilzunehmen.“

So werden Training und Wettkämpfe bisher von den Eltern der Kinder finanziert, und nun setzt sich auch die Familie Kiebler nächstes Wochenende wieder ins Wohnmobil und macht sich auf den Weg an die Ostsee. Mutter Anja nimmt es gelassen: „Seit Jahren fahren wir mit den Kindern zu den Wettkämpfen. Seit sie größer und selbstständig sind, kommen wir auch selbst ab und zu aufs Wasser.“

Xavers 18-jähriger Bruder Jakob ist in Usedom dieses Mal nicht mit am Start. Er lernt aufs Abitur und steigt erst nach den Prüfungen wieder ein. 

gpf

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