Hubertus Heil wird SPD-Generalsekretär in Berlin

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Immer mehr Gemeinden wollen Tempo-30-Zonen ausweisen.

Immer mehr Anträge für langsameres Tempo

Überall Tempo 30? "Das ist kein Allheilmittel"

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Egling/Bad Tölz – Erst Eulenschwang, dann Teile von Deining, jetzt Siegertshofen: In einigen Eglinger Ortsteilen stand Tempo 30 auf der Tagesordnung. Wo ist es sinnvoll, wo nicht?

Über Sinn und Unsinn von Tempo 30 sprach Redakteur Peter Borchers mit Georg Fischhaber, Chef der Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt.

Herr Fischhaber, wie es scheint, ist es derzeit angesagt, Tempo 30 für viele Orte zu fordern?

Das sehe ich ähnlich. Man meint mit Tempo 30, die Gefahrensituationen durch den Straßenverkehr reduzieren zu können. Das ist weder erwiesen noch ist das wirklich der Fall. Letzteres haben Untersuchungen ganz klar ergeben. Und zu pauschalisieren: Machen wir Tempo 30, dann fahren die Leute wenigstens nur 50, das ist Blödsinn. Das müsste man dann schon durch regelmäßige Geschwindigkeitsmessungen und Kontrollen belegen.

Dennoch beschäftigen sich die Gemeinderäte mit neuen Anträgen.

Georg Fischhaber, Leiter der Straßenverkehrsbehörde

Auch so ein Irrglaube. Die Anordnung zu Tempo 30 auf einer Ortsstraße liegt nicht in der Entscheidungsbefugnis eines Stadt- oder Gemeinderats. Dafür ist per Gesetz die örtliche Verkehrsbehörde zuständig, die es in jeder Kommune gibt. Allerdings ist mir schon klar, dass in kleinen Gemeinden die Grenzen zwischen Rat, Bürgermeister und der Verkehrsbehörde manchmal fließend sind.
 
Wo macht Tempo 30 denn wirklich Sinn?
 
In klar abgegrenzten Wohnbereichen kann man natürlich über Zonen nachdenken. Ansonsten gilt die Regelung des Gesetzgebers. Und die besagt ganz eindeutig, dass an der betreffenden Stelle ein großes Gefahrenpotenzial vorherrschen muss.

Etwa die S-Kurve mitten in Endlhausen?

Zum Beispiel. Wobei für mich auch dieser Abschnitt an der unteren Grenze liegt. Er ist gut einsehbar, und man kann ihn aufgrund der Gegebenheiten nicht schnell passieren.

Es wird also mehr Hype um Tempo 30 gemacht als nötig?

Stellen wir uns vor, in allen geschlossenen Ortschaften gilt künftig Tempo 30 statt 50. Dann werden wir in unseren Autos von jedem Radler, von jeder Kutsche überholt. Dann mal viel Spaß. Nein, der Verkehr muss auch noch fließen können.

peb

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