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Traut seinen Augen nicht: Von Sebald Markreiters Bauernhof in Geilertshausen (Gemeinde Egling) ist ein gut 150 Kilogramm schwerer Brunnen gestohlen worden.

Barbusige Schönheit verschwunden

Unbekannte stehlen 150 Kilo schweren Granitbrunnen

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Egling – Ein Bauernhof in Geilertshausen wurde jüngst zum Tatort eines merkwürdigen Diebstahls. Unbekannte klauten auf dem Hof von Sebald Markreiter einen 150 Kilo schweren Granitbrunnen.

Wenn es auf diesem Planeten einen Ort gibt, den man nicht mit Kriminalität in Verbindung bringt, dann ist es Geilertshausen, ein Weiler auf Eglinger Gemeindegebiet. Ausgerechnet dieses Geilertshausen taucht im jüngsten Polizeibericht auf, und zwar im Zusammenhang mit einem etwas merkwürdigen Diebstahl. Bislang unbekannte Täter entwendeten einen über 150 Kilogramm schweren Granitbrunnen, bestehend aus Sockel, einer Schale und einer Skulptur.

Um den Weiler Geilertshausen aufzuspüren, muss man etwas findig sein. „Mitten im Nirgendwo“ – selten war diese Beschreibung so treffend. Zum Ort führt nur eine schmale Allee, rechts und links fünf Pappeln und viele Felder. In Geilertshausen selbst gibt es drei Bauernhöfe, ein paar Obstbäume, ein Bienenhaus – und ein Kirchlein, umgeben von einem handtuchbreiten Friedhof mit drei Grabsteinen. Das war’s. „Hier gibt’s nichts, nicht mal eine offizielle Straße“, beschreibt der bestohlene Sebald Markreiter seinen Wohnort.

Zwischen der Friedhofsmauer und der Auffahrt zur Tenne seines Bauernhofs lagerte der Brunnen. Auf einem schweren Sockel und einer nicht minder schweren Schale räkelte sich eine barbusige Schönheit mit einem Krug auf der Schulter. Markreiter wollte ihn im nächsten Jahr aufstellen. Das Wasser sollte durch die Figur nach oben gepumpt werden und dann aus dem Krug fließen. Aus der Traum.

„Das gibt’s doch gar nicht“

Entdeckt hat Markreiter den Diebstahl auf dem Weg zum Bienenhaus. Seine ersten Gedanken schildert er im Gespräch mit unserer Zeitung so: „Ich konnte gar nicht glauben, dass der Brunnen weg ist. Ich habe mir gedacht: Das gibt’s doch gar nicht.“ Markreiter schaute noch mal hin. Doch der Brunnen war tatsächlich aus dem versteckten Winkel verschwunden.

Der Bestohlene schätzt das Gewicht des Brunnens auf gut 150 Kilogramm. „Er ist so schwer, dass man ihn alleine gar nicht tragen kann.“ Auch die Polizei geht davon, dass im Zeitraum zwischen dem 25. November und dem 2. Dezember mehrere Täter am Werk waren.

Was der etwa 90 Zentimeter breite und 1,20 Meter hohe Brunnen wert ist, davon hat der selbstständige Künstler keine rechte Vorstellung – er hatte ihn einst als Lohn für eine Auftragsarbeit in einer Unterhachinger Villa erhalten. „Im Baumarkt gibt’s Brunnen für 300 Euro – aber meiner war nicht so kitschig.“ Um die Polizei bei ihren Ermittlungen zu unterstützen, will Markreiter ein Bild von dem Brunnen anfertigen. Vielleicht löst sich der Kriminalfall so auf wie der jüngste Diebstahl, der sich im benachbarten Dorf Attenham ereignet hat: Die reuigen Sünder brachten den gotischen Schlüssel eines Getreidekastens zum Eigentümer zurück.

Hinweise zum verschwundenen Brunnen nimmt die Wolfratshauser Polizei unter der Telefonnummer 0 81 71/4 21 10 entgegen.

pr

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