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Hilfe in der Not: Die Grundschule Egling will ab sofort das Kinderhaus Casadeni im peruanischen Ayacucho unterstützen. Deshalb übergab Rektor Bernhard Sappel einen symbolischen Scheck an Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands. Der Verband engagiert sich dort seit 1995. 

Unterstützung für das Kinderhaus Casadeni

Eglinger Grundschüler helfen Kindern in Peru

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Egling - Die Grundschule Egling will armen Kindern in Peru helfen und geht eine Partnerschaft mit dem Kinderhaus Casadeni ein. Kürzlich wurde ein Scheck über 1000 Euro an die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, Simone Fleischmann, übergeben. Doch das ist erst der Anfang.

Egling – Wer am Donnerstagmorgen vor den Ferien die Eglinger Grundschule betrat, hörte die Kinder in der Aula ein schönes Lied singen. Der Refrain lautete: „So lasst uns suchen nach Gemeinsamkeiten, nicht was uns trennt und nicht nach Kleinigkeiten, denn Angst und Liebe spüren alle gleich, und Mitgefühl macht uns als Menschen reich“, schallte es dem Besucher entgegen. Text und Melodie stammten von Rektor Bernhard Sappel. Und die Kinder trafen nicht nur die Töne. Sie sangen auch mit Überzeugung.

Ja, das Mitgefühl. Wie wichtig diese menschliche Eigenschaft ist, verdeutlichte in einer kurzen Rede Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), die dem Lied mit einem Lächeln zugehört hatte. Der Verband tut sein Bestes, um in Ayacucho, einem Dorf in den peruanischen Anden, die extreme Armut zu überwinden. Fleischmann erzählte, wie schwer das Leben speziell für Kinder dort ist. Sie leben nicht in festen, warmen Häusern wie hierzulande, sondern in Lehmhütten. Wer seine Schuhe verliert, muss im Winter eben frieren. Sie deutete auch an, dass Gewalt an der Tagesordnung ist, in einer Gegend, in der lange ein Bürgerkrieg tobte. „Dort passieren Dinge, wo man eigentlich nie mehr lachen kann“, sagte sie. Im Kinderhaus Casadeni will der Verband die schlimmste Not lindern und den Betroffenen Wege aus dem Elend zeigen.

Die neue Partnerschaft soll „den Blick weiten“

Rektor Bernhard Sappel und der Elternbeirat haben eine Weile nach einer Sozialpartnerschaft gesucht, die zur Schule passt. In Casadeni wurden sie fündig. „Es ist wichtig, den Blick zu weiten und zu sehen, dass es Kindern nicht überall so gut geht wie bei uns“, sagte Bernhard Sappel, selbst Mitglied im BLLV. Er lädt auch Eglinger Gemeindebürger ein, sich an der Kooperation zu beteiligen: „Wer Lust hat, sich dranzuhängen, ist herzlich eingeladen.“ Elternbeiratsvorsitzende Astrid Gosch schloss sich der Meinung voll und ganz an: „Ich finde es toll, wenn wir eine sinnvolle Sache anstoßen können.“

Die Kinder haben sich im vergangenen Jahr im Rahmen von Projekttagen mit der peruanischen Kultur eingehend beschäftigt. Es wurde getanzt, getrommelt und gebastelt. Außerdem wurden Schuhe geputzt, um herauszukriegen, wie viele Schuhe man in eigentlich Peru putzen muss, um sich eine Semmel zu leisten. Die Ergebnisse, von Bildern bis zu Traumfängern, wurden verkauft. Der Elternbeirat rundete die Summe auf, und heraus kam die für eine kleine Schule stolze Summe von 1000 Euro für den BLLV. Simone Fleischmann nahm den symbolischen Scheck mit großem Dank entgegen. „Euer Mitgefühl steckt in dem Geld, denn die Kinder in Peru sind wirklich sehr arm“, sagte sie. Als Geschenk von den Kindern aus Casadeni brachte sie einen kleinen, geknüpften Teppich mit.

Zur Überreichung des Schecks stellten sich Simone Fleischmann und Bernhard Sappel vor ein kleines Kunstwerk, das bei einem Workshop entstanden ist. Es zeigt ein buntes, lebensfroh gestaltetes Haus im Stil von Friedensreich Hundertwasser. In großen Buchstaben steht auf dem Haus zu lesen: Egling und Casadeni. Als Zeichen der Verbundenheit, jetzt und in Zukunft.

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