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Im Mooshamer Weiherbach ist die Bachmuschel zu Hause – in einem Reichtum, der bayernweit einmalig ist.

Gewässerentwicklungsplan 

Vom Ist-Zustand der Eglinger Bäche

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Der Gewässerentwicklungsplan für die Gemeinde Egling ist fertig. Was bürokratisch klingt, ist eminent wichtig. Denn ohne ein solches Konzept gibt es keine Förderung beim Hochwasserschutz. Und der ist bekanntlich teuer.

Egling – In Deutschland, man weiß es, hat alles seine Ordnung. Sogar das Wasser. Es gibt Gewässer erster Ordnung (etwa die Isar), zweiter Ordnung (davon existiert im Landkreis kein einziger) und dritter Ordnung (kleinere Bäche). Letztere fallen in den Zuständigkeitsbereich der Kommunen. Wenn Gemeinden wie Egling Zuschüsse für den Hochwasserschutz haben wollen, müssen sie zwingend ein Gewässerentwicklungskonzept erstellen lassen, das den Ist-Zustand der Bäche erfasst. Der „gute Zustand des Wasserkörpers“ ist im Europäischen und Deutschen Gesetz verankert.

Das Eglinger Gewässerentwicklungskonzept ist jetzt fertig. Erstellt hat es Uwe Feickert vom Königsdorfer Büro U-Plan, in Egling bekannt als der Mann, der das Öko-Konto verwaltet. Die Eglinger Gewässer zu erfassen, war mit einem gewissen Aufwand verbunden. „Wir sind die Bäche von der Quelle bis zur Mündung abmarschiert“, erzählte Feickert jetzt im Gemeinderat. Das Ziel der Wanderungen: feststellen, wo etwas verbessert werden kann. Und das bedeutet in den meisten Fällen: wo alte Verbauungen rückgängig gemacht werden können.

Grundsätzlich stellte der Experte fest: „Sie sind reich gesegnet mit kleineren Fließgewässern.“ Es gebe so viele Bäche, dass nicht einmal jeder einen Namen trage, der durch Eglinger Flur fließt. „Dieser Reichtum macht die Landschaft attraktiv.“ Besonders hob Feickert den Moosbach und den Mooshamer Weiherbach hervor, und zwar wegen des spektakulären Vorkommens der Bachmuschel. „Das Vorkommen ist hier so stark ausgeprägt wie sonst nirgends in Bayern“, sagte er. „Sie haben da etwas ganz Besonderes.“ Wenn man die Eglinger Bäche unterscheidet, kann man sagen: Es gibt solche im Moorgebiet, solche im Moränengebiet, und solche in Isarnähe. Im Moorgebiet mäandern sie wegen des geringen Gefälles, im Moränengebiet nimmt die Fließgeschwindigkeit zu, in der Isarnähe stürzen sie beinahe in die Tiefe. In jedem Fall konnte Feickert Egling ein gutes Zeugnis ausstellen: „Die Gewässer sind insgesamt in einem recht guten Zustand.“ Nur hie und da finden sich an den Ufern schwer identifizierbare, rostige Gerätschaften. „Ich vermute, sie stammen noch aus Zeiten des Torfabbaus“, sagte Bürgermeister Hubert Oberhauser.

Feickert gab ein paar Hinweise, wo man etwas verbessern könnte. In den meisten Fällen geht es um den Rückbau von Rohren und Gewerken aus den 1960er und 1970er Jahren, die heute nicht mehr nötig sind und die man heute wohl auch nicht mehr anlegen würde. So könnte man an einigen Stellen Spundwände an Ufern entfernen, die den natürlichen Bachlauf, wie er heute gewünscht wird, nur behindern. An anderen Stellen ließe sich die Gewässerdynamik verbessern, indem man Querbauwerke zurückbaut. Einen Sonderfall stellt der Kaltenbach dar, der direkt neben der Staatsstraße 2073 verläuft und in den allerhand Unrat gerät. „Das lässt sich wohl kaum ändern im Naturschutzgebiet“, so Feickert.

Hans Spindler (parteifrei) war ein wenig enttäuscht von den Ausführungen. „Ich hätte mir schon ein paar Hinweise gewünscht, wo hochwassergefährdete Bereiche entschärft werden können“, sagte er. „Die Wetterextreme werden in den nächsten Jahren schlimmer.“ Der Fachmann erwiderte, dass im Konzept einige Möglichkeiten aufgezeigt werden, wo sich Überflutungsflächen anlegen lassen.

Bürgermeister Oberhauser warnte vor zu großen Erwartungen: „Das Konzept ist nur der erste Schritt. Es ändert am Status quo erst einmal überhaupt nichts.“ Ihm geht es darum, dass sämtliche Maßnahmen im Einvernehmen mit dem jeweiligen Eigentümer getroffen werden. „Da werden verschiedene Interessen auszugleichen sein“, vermutet er.

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