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Verdächtiges Kennzeichen: Am Mittwoch fuhr dieser Lkw durch Wörthsee – vermutlich gehört er zur britischen Teerkolonne. Solche Betrüger hatten kürzlich auch einen Eglinger ausgetrickst.

Polizei warnt

Landwirt geprellt: Vorsicht, die Teermafia treibt ihr Unwesen

Egling – Wo geteert wird, stinkt’s. Manchmal riecht’s aber schon, bevor geteert wird – und zwar nach Betrug. Die Polizei warnt vor britischen Teerkolonnen, die kürzlich auch bei einem Landwirt aus Egling gepfuscht haben. Eine Spur der Ermittler führt in den Landkreis Starnberg.

Das Angebot hielt der Landwirt aus Egling für verlockend. Ein Fremder stand auf seinem Hof und gab sich als Mitarbeiter einer Straßenbaufirma aus. „Wir haben gerade einen großen Auftrag in Wolfratshausen abgeschlossen“, erklärte der Mann. Bei den Arbeiten sei Teermasse übrig geblieben. Damit könne er nun eine Fläche auf dem Hof des Landwirts teeren – für einen niedrigen Preis. „Wir verarbeiten ja unsere Reste.“

Was der Eglinger Landwirt nicht wusste: Vor ihm stand offenbar ein Betrüger der so genannten Teermafia. Das sind Banden, die derzeit durch Bayern reisen und stets nach der gleichen Masche vorgehen. „Der Mann wirkte professionell, das Angebot war günstig“, sagt der Landwirt. Der Fremde rückte mit einigen Mitarbeitern und schwerem Gerät an. Erst als der Eglinger von einem Nachbarn gewarnt worden war und sich im Internet schlaumachte, wurde er skeptisch. Er zog die Reißleine, verhandelte nach und zahlte nur zwei Drittel des ursprünglichen Preises. Zurecht: Wenige Tage später bildeten sich bei Regen starke Risse im Teer. Die Schicht weichte auf. Das Urteil des Eglinger Landwirtes: „Pfusch.“ Er schaltete die Polizei ein. „Große Chancen habe ich aber wohl nicht“, sagt er. Von der Firma fehle jede Spur.

„Genau das ist das Problem“, erklärt Martin Heinrich, stellvertretender Dienststellenleiter der Gautinger Polizei. Betrüger seien immer wieder unterwegs, auch wenn man nicht alle Teerdienste verteufeln dürfe, sagt Heinrich. Die Inspektion im Landkreis Starnberg beschäftige sich grade intensiv mit Teerkolonnen, da es hier am Mittwoch eine verdächtige Beobachtung eines Wörthseers gegeben habe.

Am Mittwoch um kurz nach 16 Uhr fotografierte der Zeuge einen verdächtigen Kipplaster, der sich durch die engen Straßen des Ortsteils Waldbrunn schlängelte. Verdächtig deswegen, weil er ein britisches Kennzeichen hatte. „Das ist typisch für diese Betrügerbanden, die meist aus Irland oder England kommen“, bestätigt ein Sprecher der Herrschinger Polizei. „Wenn ein Lkw mit britischem Kennzeichen diese Dienste anbietet, sollte man mindestens vorsichtig sein.“

In mehreren Zeitungsberichten anderer Medien ist von Fällen der britischen Teerkolonne zu lesen, in denen die Mitarbeiter bisweilen sehr forsch auftreten. Unvorsichtige Bürger bedrängten sie regelrecht. Zielgruppe seien insbesondere gutgläubige Rentner. Manchmal gehen potenzielle Kunden sogar in Vorkasse. Und plötzlich sind die Mitarbeiter samt Lkw verschwunden.

von Dominik Stallein und Thomas Kirmeier

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