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Stefan KießkaltSprecher der 58 Feuerwehrenim Landkreis.

Personalie

Warum der Eglinger Stefan Kießkalt neuer  Sprecher aller Landkreis-Feuerwehren ist

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Im Beruf wie im Ehrenamt: Stefan Kießkalt weiß, was Journalisten wissen wollen. Der Eglinger ist neuer Sprecher aller Landkreis-Feuerwehren.

Bad Tölz-Wolfratshausen/Egling – Im vergangenen Frühjahr war Stefan Kießkalt (44) ein paar Tage lang medial ziemlich präsent. Als Sprecher der Münchner Berufsfeuerwehr erklärte er Journalisten, wie es war, als Jugendliche am Fuß des Monopteros im Englischen Garten Feuerwehrleute attackierten (darunter auch ihn selbst). Zeitungen, Funk, Fernsehen: Überall begegnete man dem Eglinger. „Da habe ich drei Tage mehr oder weniger non stopp Interviews gegeben“, erzählt er. „Das war irgendwann auch anstrengend.“

Was Kießkalt seit ein paar Jahren beruflich für die Münchner Berufsfeuerwehr macht, das macht er seit Anfang des Jahres auch ehrenamtlich für die 58 Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis. Wenn Journalisten Informationen brauchen, wenden sie sich direkt an ihn. Die Idee, eine solche Stelle zu schaffen, geht auf den neuen Kreisbrandrat Alfred Schmeide zurück, der Anfang des Jahres seinen Dienst antrat. „Er wollte jemanden, der für die Feuerwehr spricht“, sagt Kießkalt, selbst seit Jahrzehnten Mitglied der Eglinger Wehr und Vater von zwei Kindern. „Da ist er auf mich gekommen.“

Wichtig ist Kießkalt, dass sein Engagement als ein Angebot zu verstehen ist. „Da wird niemandem etwas aufgezwungen“, versichert er. „Wenn ein Kommandant direkt mit der Presse reden will, ist mir das sehr recht.“ Für alle anderen steht er als Sprecher gerne zur Verfügung. Und was Journalisten wissen wollen, ist ihm aus seiner jahrelangen Berufserfahrung heraus ohnehin klar. Hierzu zwei Zahlen: Die Münchner Berufsfeuerwehr hat 25 000 Follower auf Twitter und 50 000 Freunde auf Facebook.

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Seinen ersten Kontakt mit der Feuerwehr hatte Kießkalt im Alter von 13 Jahren. Ein Auto erfasste ihn, als er durch die Pupplinger Au radelte. Die Kollision war so schlimm, dass einige Zeit die Gefahr bestand, dass sein linkes Bein amputiert werden muss. Es war ein Mann der Eglinger Feuerwehr, der den schwer verletzten Buben vor Ort beruhigte und ihm gut zuredete. „Da habe ich gemerkt, wie cool es ist, wenn es Leute gibt, die einen unterstützen.“ Im Alter von 16 Jahren ging Kießkalt selbst zur Feuerwehr, wenn auch nicht wegen dieses Erlebnisses. „Eher, weil es auf dem Dorf einfach dazu gehört.“

Die weiteren Stationen: Abschluss an der Realschule Wolfratshausen, Ausbildung zum Bankkaufmann, zwischendurch Barkeeper im Wolfratshauser „Abendblatt“, zeitweise Fußballer bei den Sportfreunden Egling, Zivildienst beim Roten Kreuz in Kochel am See, schließlich Münchner Berufsfeuerwehr. 2014 wechselte Kießkalt von der Leit- zur Pressestelle. Dort fühlt er sich ausgesprochen wohl. „Ich habe einen wirklich spannenden Job.“ Dass er hin und wieder im Ehrenamt gefordert ist, stellt für den städtischen Beamten kein Problem dar. „Das ist im Grunde wie bei jedem anderen Arbeitgeber auch.“

Gleich in den ersten Tagen nach der Berufung zum „Kreisbrandmeister für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“ (so der offizielle Titel) war Kießkalt maximal gefordert, Stichwort Katastrophenfall. Er gehörte dem Stab im Landratsamt an, bekam wenig Schlaf ab und tat im Ehrenamt, was er auch beruflich macht: Journalisten mehr oder weniger rund um die Uhr mit Fakten füttern. Im Rückblick sagt er: „Wir haben den Kaltstart gut bewältigt.“

vu

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