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Nur drei Vorsitzende gab es beim Skiclub Moosham in den vergangenen 40 Jahren: (v. li.) Sepp Wiedenbauer, Michael Aichler und Georg Hodolitsch.

Wintersport

Weltberühmt dank „Turbo-Disl“

Moosham - Der Skiclub feiert am Freitag sein 40-jähriges Bestehen. Biathlon-Ass Uschi Disl war das Aushängeschild des kleinen Vereins.

Wer hätte das gedacht: Die Anfänge des Skiclubs Moosham, der am Freitag, 8. April, sein 40-jähriges Bestehen feiert, liegen gar nicht in der Gemeinde Egling. In den 1950er Jahren waren es Sepp Wiedenbauer und Sepp Walch, die nach einer Möglichkeit suchten, ihren Lieblingssportarten Langlauf und Skispringen nachzugehen. Fündig wurden sie zunächst beim WSVI Icking, der immerhin über eine eigene Sprungschanze (neben dem heutigen Fußballplatz) verfügte. Weitere Skibegeisterte aus Moosham wie die Brüder Peter und Hans Huber, Seppi Wiedenbauer, seine Schwester Anneliese und Georg Rieger kamen hinzu. Sepp Wiedenbauers VW Käfer wurde als „Mannschaftsbus“ für die Fahrt nach Icking benutzt.

Um die Trainingsmöglichkeiten in Moosham selbst zu verbessern, kam ein handgefertigtes Spurgerät zum Einsatz: zwei Radfelgen mit Holzlatten darüber und Handgriffen hinten und vorne. Dann nahm man den Bau einer Sprungschanze am Nußbichl, unterhalb von Harmating, in Angriff. Natürlich wollte Wiedenbauer, damals noch beim WSVI, den ersten Sprung machen. Das war ihm aber nicht vergönnt: Nach einem Bandscheibenvorfall kurz vor der Einweihung musste er seine aktive Laufbahn beenden, die er erst als 27-Jähriger begonnen hatte.

Olympia- und Weltcup-Siege: Der Name von Biathlon-Ass Uschi Disl ist untrennbar mit dem SC Moosham verbunden.

Weil es die heimatverbundenen Mooshamer irgendwann einmal störte, in den Ergebnislisten hinter ihrem Namen ständig „WSVI Icking“ zu lesen, wurde die Gründung eines eigenen Vereins angestrebt. 1976 wurde dann der Skiclub aus der Taufe gehoben, die erste Vorstandschaft bestand aus Sepp Wiedenbauer als Chef (bis 1994) und Michael Gröbmaier als seinem Vize sowie Maria Wirth (Kassiererin) und Gisela Feiertag (Schriftführerin). Um die sportlichen Ereignisse kümmerte sich Georg Hörburger. Die erste Veranstaltung war ein Waldlauf in Feldkirchen – heute ist das Mooshamer Rennen fester Bestandteil der Raiffeisen Oberland Challenge. 1977 versuchte es der SCM auch einmal mit Volksradfahren. „Wir dachten, dass damit etwas Geld in unsere Kasse kommt. Es war aber eine Pleite“, erinnert sich Peter Huber. Ein richtiges Zuhause fand der Skiclub dann 1980, als Eglings damaliger Bürgermeister Manfred Nagler das ehemalige Schulhaus in Schalkofen zur Verfügung stellte.

Regional bekannt geworden ist der SCM durch seinen Waldlauf sowie im Winter durch den Nachtstaffellauf, die Offenen Vereinsmeisterschaft und verschiedene Schul- und Gauwettbewerbe erlangt. Zu internationaler Bekanntheit ist der Klub jedoch durch eine einzige Frau geworden – Biathlon-Ass Uschi Disl. „Durch sie sind wir weltberühmt geworden“, betont Michael Aichler, Skiclub-Chef von 1994 bis 2014 und ebenso wie Wiedenbauer heute Ehrenvorsitzender. Die Großeglseerin war mit elf Jahren dem SCM beigetreten, fand mit 16 Jahren zum Biathlonsport und gewann mit 18 Jahren erstmals den Europacup der Juniorinnen. Ein Jahr später wurde „Turbo-Disl“, so ihr Spitzname, ins Nationalteam berufen und in Folge eine der erfolgreichsten Biathletinnen überhaupt: Olympiasiegerin, achtfache Weltmeisterin und 30-fache Weltcupsiegerin. In Jahr 2006 hat Disl, die mit ihrer Familie in Schweden und Tirol lebt und jüngst in der Fernsehshow „Ewige Helden“ noch einmal ihr sportliches Geschick und ihre Willenskraft unter Beweis stellte, ihre Karriere beendet. Dennoch hat sie insbesondere ihren Heimatverein nie vergessen: „Ich bin national und international immer für den SC Moosham gestartet.“pen

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