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Pinzgauer sind bei Landwirten beliebt. Jetzt sind zwei Jungrinder ausgebüxt. 

Ausgebüxte Tiere

Werden die Rinder abgeschossen?

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Zwei Jungtiere irren derzeit durch Egling. Bisher konnten sie nicht eingefangen werden. Jetzt gibt es nur noch zwei Möglichkeiten: Abschießen oder Betäuben.

Egling – Vor gut zwei Wochen sind in der Nähe des Deininger Weihers ursprünglich 13 Jungrinder ausgebüxt. Fast alle konnten wieder eingefangen werden. Zwei irren noch in einem Waldstück in der Gemeinde Egling umher. Der Besitzer hat die zirka ein Jahr alten Tiere zum Abschuss freigegeben. Das findet nicht jeder gut.

Eine Autofahrerin, die ungenannt bleiben möchte, war gerade auf dem Heimweg nach München, als zwei Kühe die Straße von Aufhofen nach Eulenschwang querten. Auf Nachfrage bei einem Jäger erfuhr sie, dass der Besitzer, ein Landwirt, die Tiere zum Abschuss freigegeben habe, weil er sie bisher nicht einfangen konnte. „Ich finde, dass das nicht richtig ist“, sagt die Münchnerin im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wenn man Tiere hält, hat man auch eine Verantwortung.“ Die Jungrinder würden es dem Besitzer nicht einfach machen, weil sie ständig umherwandern, räumt die Frau ein. Aber: „Man könnte trotzdem handeln.“

Polizei ist am Zug

Handeln müsste auch die Polizei, wenn tatsächlich Gefahr besteht. „Dann sind wir zum Handeln gezwungen“, sagt der Vize-Dienststellenleiter der Wolfratshauser Inspektion, Michael Bayerlein. Derzeit würden sich die Tiere im Wald aufhalten. „Die trauen sich eh nicht raus“, meint Bayerlein. „Nur wenn es gar nicht mehr anders geht, müssten wir zur Waffe greifen.“ Das dürfen außer der Polizei noch ein Veterinär und ein Jäger – unter besonderen Voraussetzungen.

Laut Sabine Schmid vom Landratsamt kommt es relativ häufig vor, dass Tiere, meistens Rinder, ausbüxen. Wenn sie sich nicht einfangen lassen, gebe es am Ende zwei Möglichkeiten. „Ein Veterinär mit einer dauerhaften Schusserlaubnis darf das Tier betäuben“, sagt die Pressesprecherin. Führt der nächste Weg des Ausreißers zum Schlachthof, dürfe das Tier auch von einem Jäger per Kugelschuss erlegt werden. „Aber nur mit einer Ausnahmegenehmigung für diesen einzelnen Fall in einem bestimmten Zeitraum“, so Schmid. Diese Genehmigung müsse extra im Landratsamt beantragt werden. Dass ein Besitzer seine Tiere zum Abschuss freigibt, sei „nicht außergewöhnlich“, ergänzt die Sprecherin des Landratsamts. „Das kommt etwa alle drei Monate vor.“

Jagdpächter will nicht schießen

Die rot-weiß gefleckten Jungrinder halten sich vermutlich immer noch im Revier von Jagdpächter Hans Fagner (54) auf. Dort hat sie der Thanninger jedenfalls schon ein paar Mal gesehen. Wenn er sich eine Genehmigung vom Landratsamt holt, wäre er dazu befugt, die Tiere zu schießen. Aber das will Fagner nicht. „Das sind zwei schöne Pinzgauer“, sagt Fagner, der als Fleischbeschauer am Münchner Schlachthof arbeitet. „Es wäre schade, sie zu schießen.“ Schlachtreif wären sie erst mit zweieinhalb bis drei Jahren.

In seinen Augen sollte der Landwirt, dem die Jungrinder gehören, einen Tierarzt mit der Betäubung beauftragen – und zwar möglichst bald. Denn nicht nur Rehwild richtet im Wald Verbissschäden an. „Auch die Jungrinder verbeißen, und sie verursachen Trittschäden“, berichtet Fagner. Er will demnächst den zuständigen Förster darüber informieren.

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