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Nicht einmal briefmarkengroß: Das kleine Stück Knochen, das aus dem Grab des heiligen Sebald in Nürnberg stammt, ist nicht einmal briefmarkengroß. Demnächst erhält es eine prächtige Einfassung.

Das Grab in Nürnberg wurde kürzlich geöffnet

Wie Reliquien des Heiligen Sebald nach Egling gekommen sind

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Im Eglinger Pfarrverband ist man stolz auf zwei Reliquien des Heiligen Sebald. Eines davon, ein kleines Stück Knochen, stammt sogar vom Körper des Heiligen. 

Egling – Seit Jahrhunderten wird in Egling der heilige Sebald verehrt. Er ist der Patron der Kirche am westlichen Ortsrand, der Vorname ist häufig, der Schützen- und der Trachtenverein tragen seinen Namen. Aber eine handfeste Erinnerung an sein Wirken gab es nicht. Das hat sich jetzt geändert.

Eine Eglinger Delegation hat gleich zwei Reliquien aus Nürnberg mitgebracht: Ein Stück Knochen vom Gebein des Heiligen sowie eine Berührungsreliquie, in diesem Fall eine Holzfigur, die in Kontakt mit dem Schädelknochen des Leichnams gekommen ist. „Unser sehnlichster Wunsch ist in Erfüllung gegangen“, sagt Pfarrer Manfred Wurzer. Bei der Sebaldskirta am Sonntag, 18. August, wird zumindest die Holzfigur eine Rolle spielen, und zwar bei der Wallfahrt von St. Martin nach St. Sebald.

Dazu muss man wissen, dass sich um den heiligen Sebald, der im achten oder im elften Jahrhundert gelebt hat, viele Legenden ranken, wie es bei Heiligen-Viten üblich ist. So heißt es, dass Sebald – möglicherweise ein dänischer Königssohn – auf dem Weg nach Rom, wo er sich den Missionsauftrag vom Papst erteilen lassen wollte, in Egling Station gemacht hat. Dort soll er als Einsiedler die Bevölkerung vom christlichen Glauben überzeugt oder sie zumindest darin bestärkt haben. So wurde es in den Schulen den Kindern über Generationen erzählt. „Richtig belegen lässt sich das nicht, es kann aber historisch durchaus zutreffen“, so Pfarrer Wurzer. Immerhin ist der männliche Vorname in Egling erwiesenermaßen schon sehr früh verbreitet.

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Die zweite Reliquie, eine Nachbildung der Darstellung in der Sebaldus-Kirche, ist eine so genannte Reliquie zweiter Ordnung: Sie berührte den in einem Seidensack aufbewahrten Schädel des Heiligen, der in Nürnberg begraben liegt. 

Fest steht, dass der historische Sebald seinen Lebensabend im fränkischen Nürnberg verbrachte, dessen Bevölkerung später mehrheitlich zum evangelischen Glauben übertrat. In der dortigen Stadtkirche, liegen die Gebeine des Heiligen in einem prächtigen, bronzenen Schrein, der 1519 von Peter Fischer gefertigt wurde. Aus Anlass des 500-jährigen Bestehens des Sebaldgrabs wurde der Schrein geöffnet und die Überreste des heiligen Mannes, verpackt in Seidensäckchen, der Öffentlichkeit präsentiert.

Dorthin wallfahrte Mitte Juli eine Eglinger Delegation, unter anderem mit Fahnenabordnungen des Schützen- und Trachtenvereins sowie Bürgermeister Hubert Oberhauser. „Wir sind wahnsinnig freundlich aufgenommen worden“, sagt Pfarrer Wurzer. Insbesondere staunten die Nürnberger über die in voller Montur erschienenen Eglinger sowie über die Tatsache, dass es in Oberbayern wirklich noch lebende Sebalds gibt – einige waren sogar vor Ort. So wurden in Nürnberg alle zusammengeführt, Katholiken, Protestanten, Orthodoxe, Bayern, Österreicher (dort gibt es mit Gaflenz eine weitere Pfarrei mit Sebalds-Bezug) und Franken. „Vielleicht ein Beispiel dafür, wie der Heilige heute noch wirkt“, so Wurzer.

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Aber zurück zu den Reliquien: Die eine ist eine etwa 30 Jahre alte Nachbildung der Statue aus der Kirche St. Sebald, die aus Gründen des Denkmalschutz nicht aus der Verankerung genommen werden durfte. Also behalf man sich mit einer geschnitzten Figur, die die Familie Oberhauser für diesen Zweck spendete. Sie wurde in Nürnberg behutsam an den Schädelknochen des Heiligen herangeführt, damit sie sich mit spiritueller Kraft vollsaugt. Die andere Reliquie ist ein Geschenk des Nürnberger Stadtpfarrers Martin Brons. Bei einer routinemäßigen Untersuchung hatte sich ein kleines Knochenteil gelöst. Natürlich hätte es die Möglichkeit gegeben, das nicht einmal briefmarkengroße Stück wieder ins Grab zu legen. Doch Pfarrer Brons hatte eine andere Idee. „Und damit hat er uns eine Riesenfreude gemacht“, so Wurzer. Ganz unkompliziert war die Angelegenheit nicht, schließlich ist im evangelischen Glauben keine Heiligen- und also auch keine Reliquienverehrung vorgesehen. Auch der Bamberger Erzbischof musste seinen Segen geben. Jetzt sucht der Seelsorger nach einem geschickten Handwerker, der eine angemessen-prunkvolle Einfassung fertigt.

Eines ist dem Pfarrer wichtig: Die Reliquien sollen auf keinen Fall die mittelalterliche, heute als abergläubisch empfundenen Ansicht erneuern, dass die Überreste die Macht haben, von irdischen Gebrechen zu befreien. „Um solche mystischen Verbrämungen geht es überhaupt nicht. Die Reliquie soll uns schlicht im Glauben an Christus bestärken.“

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