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Bleiben die Teller bald leer?

Tagung des Hotel- und Gaststättenverbandes

Das Wirtshaussterben macht auch vor Egling nicht halt

Egling - Bürokratische Hürden machen den den Gastronomen das Leben immer schwerer. Das beklagt die Vorsitzende des Kreisverbands des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands, Monika Poschenrieder.

Monika Poschenrieder erinnerte in der Jahresversammlung, die am Dienstag im Gasthaus Oberhauser stattfand, an die Tatsache, dass bayernweit 560 000 Erwerbstätige im Tourismusbereich 31 Milliarden Euro erwirtschaften. Bund und Freistaat legten der Branche jedoch ständig Steine in den Weg, zuletzt mit der Einführung des Mindestlohns. Das Hauptproblem daran sind laut Poschenrieder nicht die 8,50 Euro für die Mitarbeiter, sondern die aufwändige Aufzeichnung der Arbeitszeiten. Außerdem würden viele Kräfte phasenweise gerne länger als die erlaubten acht Stunden arbeiten, etwa auf der Münchner Wiesn oder auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt.

Die Stimme der Gastronomen: Die neue Vorstandschaft der Dehoga.

Auch sollte nach Meinung der Kreisvorsitzenden die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent für Hotels und Gaststätten gesenkt werden. Die Betriebe hätten schließlich hohe Ausgaben für neue technische Geräte und Umbaumaßnahmen, die mit erheblichen Auflagen verbunden seien. „Das Wirtshaussterben geht sonst weiter“, warnte Poschenrieder.

Die Bezirksgeschäftsführerin Susanne Gruber berichtete von einer weiteren „Schikane“ für das Gewerbe: der Saunabesteuerung mit 19 Prozent, die seit 1. Juli 2015 gilt. Sie rät Hotel- und Pensionsbetreibern, selbst zu schätzen, wie viel sie die Sauna im Jahr kostet. „Kalkulieren Sie zum Beispiel 2,50 Euro pro Gast und teilen Sie die Gesamtsumme dem Finanzamt mit. Sonst legt dieses einen Betrag fest“, sagte Gruber. Unangenehm sei daran, dass man jeden Gast bei der Abreise fragen müsse, ob er die Sauna benutzt habe.

Kummer bereitet Monika Poschenrieder die neue Allergenverordnung. Der Gast mit Allergie oder Unverträglichkeit frage in der Regel die Bedienung nach den verwendeten Zutaten in einem Gericht. Das funktioniere problemlos. „Einen Allergenkatalog hat noch niemand bei mir verlangt“, so die Wirtin des Forellenhofs Walgerfranz in Bad Tölz.

Kritisch sieht die Dehoga-Kreisvorsitzende, dass immer mehr Gastbetriebe dem Landratsamt Zimmer für Asylbewerber zur Verfügung stellen. Poschenrieder: „Bei allem Verständnis für die Situation: Manchem Urlauber gefällt es nicht, wenn er überall Flüchtlinge sieht.“

Die Vorsitzende bat die anwesenden Wirte und Hotelbetreiber, sich an einigen Aktionen im Landkreis zu beteiligen. Ab April startet in Bad Tölz wieder die Vegan-for-fit-Challenge. „Veganes Essen ist zwar eine Nische, aber wir sollten uns trotzdem bemühen, dem Gast etwas liebevoll Zubereitetes anzubieten.“ Auch die Teilnahme am Tölzer Summer-Village vom 21. bis 25. Juli legte Poschenrieder den Mitgliedern ans Herz.

Christoph Reiter von RCE Events warb dafür, den Online-Veranstaltungskalender seiner Firma zu nutzen. Urlauber würden nicht nur nach freien Zimmern im Internet suchen, sondern sich auch über Veranstaltungen informieren.

von Tanja Lühr

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