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Schöne Aussichten: Nach den jüngsten Weltcup-Rennen in Frankreich geht es für Monoski-Ass Georg Kreiter aus Thanning in gut zwei Wochen nach Übersee.

Monoski-Ass Georg Kreiter

Zwei Abflüge in den Schnee

Wintersport - Monoski-Fahrer Georg Kreiter sucht auch in den Speedrennen noch seine Form.

Einen zweifachen Weltmeister, so möchte man meinen, sollte in seinem Sport nichts mehr vor Probleme stellen. Ein schöner Gedanke, sagt Georg Kreiter, doch die Realität sehe leider anders aus. Vor der Saison hatte sich der Thanninger einen neuen Monoski zugelegt, um weiterhin an der Weltspitze mitmischen zu können. Mit dem aber muss er sich, wie das in jeder ordentlichen Beziehung so ist, erst einmal zusammenraufen. In Slalom und Riesenslalom klappt das bislang nicht so wie erhofft (wir berichteten) – und in den schnellen Disziplinen ist es auch noch ein ganzes Stück bis zu einer harmonischen Partnerschaft.

Verwöhnt wurde Georg Kreiter vergangene Woche bei den Weltcup-Speedrennen in Tignes nur vom Wetter. Sicht und Pistenbedingungen seien in Frankreich erstklassig gewesen, sagt der 30-Jährige. „Mit dem neuen Cockpit hatte ich allerdings in der Vorbereitung nur zwei Trainingstage auf den langen Skiern. Deshalb stand zunächst die Gewöhnung an Geschwindigkeiten jenseits der 100 Stundenkilometer im Fokus.“ Gerade in den schnellen Disziplinen erhofft sich der Doppel-Weltmeister vom neuen Material „mehr Stabilität und Laufruhe“. Dies bestätigte sich im ersten Abfahrtstraining. Zwar taktieren da alle Fahrer, aber Kreiters viertschnellste Zeit war ein Fingerzeig. Das zweite Training lief ebenfalls gut. Also machte sich beim Bayern Optimismus breit.

Im Wettkampf jedoch konnte der querschnittsgelähmte Thanninger seine Trainingsleistungen nicht bestätigen. Zweimal flog er von der Piste. „Bei zu großer Schräglage“, erklärt er , „setzt man mit der Sitzschale im Schnee auf und verliert den Druck auf den Ski“ – ähnlich wie die Kollegen vom alpinen Skirennsport, wenn sie bei ihren extremen Carvingschwüngen mit dem Schuhrand den Untergrund berühren. Passiert ist Kreiter bei seinen Stürzen nichts. „Geärgert habe ich mich natürlich trotzdem, weil es in den Trainings zuvor so gut lief.“ In den beiden Super-G-Rennen am Freitag erreichte der Thanninger immerhin das Ziel, wenngleich es nicht zum Sprung aufs Podest reichte. Die Plätze sechs und fünf waren nicht schlecht, genügen jedoch nicht Kreiters Ansprüchen. Die Gewöhnungsphase ans neue Material dauere halt, „da sind Ausfälle leider nicht zu vermeiden. Aber ich werde dranbleiben.“

Mit den Rennen in Frankreich endete der europäische Weltcup-Block. Nun haben die Athleten drei Wochen Pause vor sich. Mediengestalter Kreiter nutzt sie, um in der familieneigenen Druckerei zu arbeiten – und für ein wenig Trockentraining abseits der Piste. Dann folgen einige Trainingstage auf Schnee in der Schweiz, ehe das Flugzeug am 18. Februar in Richtung Colorado abhebt. In Aspen stehen ab 24. Februar die nächsten Rennen an.  peb

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