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Flott unterwegs: Messungen haben ergeben, dass in Egling tatsächlich häufig zu schnell gefahren wird.

Grundsatzdebatte im Gemeinderat

Egling will die Raser stoppen

Egling - Viele Autos sind in Egling zu schnell unterwegs. Das ist das Ergebnis einer detaillierten Messung der Gemeinde. Weitere Tempobeschränkungen oder der Einbau von Kreiseln und Verkehrsinseln wird es aber wohl nicht geben. Das Gesetz spielt nicht mit.

Über drei Stunden lang zerbrachen sich die Gemeinderäte am Dienstagabend den Kopf über die Verkehrssituation in der Großgemeinde. Die zahlreichen Sitzungsbesucher diskutierten ebenfalls rege mit und tauschten Sorgen und Wünsche aus. Der Tenor: Viele Autofahrer seien in Egling zu schnell unterwegs. Das gefährde besonders die Schwächsten, sprich Fußgänger und Radfahrer. Anhand von Aufzeichnungen der digitalen Geschwindigkeitsanzeigen am Straßenrand bestätigte Gemeindemitarbeiter Franz Foitzik die subjektive Wahrnehmung. Demnach sind beispielsweise am Deininger Ortsanfang (aus Egling kommend) rund 30 Prozent der registrierten Objekte scheller als die erlaubten 50 Stundenkilometer unterwegs. Weil die Anzeigen teilweise auch Fußgänger und Radler erkennen, dürfte der prozentuale Wert für Autos noch höher liegen. In der Ortsmitte überschreiten noch sechs Prozent der Messwerte das erlaubte Tempo. Ähnliche Ergebnisse hat die Verwaltung für Endlhausen registriert.

Noch schlimmer sieht es an der Mooshamer Straße in Egling aus: Während der Messphase von Anfang Juli bis Ende August bewegten sich über die Hälfte der 36 000 registrierten Objekte schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer. Knapp 39 Prozent fuhr zwischen 40 und 50, vier Prozent waren noch schneller unterwegs. Anwohner haben laut Bürgermeister Hans Sappl bereits zwei Schreiben an die Gemeinde verfasst. Sie hätten Autofahrer schon persönlich angehalten und auf die Geschwindigkeitsüberschreitungen aufmerksam gemacht. Ändere sich nichts, wollen sie künftig den Stinkefinger zeigen, drohten sie. „Sowas geht natürlich nicht“, mahnte der Rathauschef. „Wir müssen es im Guten versuchen.“

Befriedigende Lösungen zu finden, ist aber schwierig. Verkehrsexperte Georg Fischhaber vom Landratsamt und Polizeihauptkommissar Toni Lechner bremsten die Hoffnungen der Gemeinderäte ein. „An vergleichbaren Stellen in anderen Orten sind die Ergebnisse ähnlich. Die Eglinger Werte sind weder außergewöhnlich gut noch schlecht“, sagte Lechner. Laut Fischhaber ist es rechtlich an den meisten Stellen nicht möglich, die Autos durch bauliche Maßnahmen zu verlangsamen. Vorgeschlagen wurden etwa Kreisverkehre oder Mittelinseln an den Ortseinfahrten. Fischhaber: „Da gibt es strikte Richtlinien. Ich spreche da Klartext, auch wenn Sie mir vielleicht böse sind.“ Das vermehrte Anbringen von 30er-Schildern sei ebenfalls sinnfrei, „wenn sich keiner daran hält“.

Zur Sensibilisierung der Autofahrer will die Gemeinde nun vermehrt in sogennante Zeigefinger, so heißen die digitalen Anzeigetafeln bei der Polizei, investieren. Wo die Zahlen aufleuchten, würden Autofahrer ihre Geschwindigkeit automatisch um durchschnittlich zehn Prozent senken, erklärte Lechner. In Attenham und Endlhausen sind bereits seit sechs Jahren Zeigefinger fest installiert. Laut Sappl müssten für zehn weitere festinstallierte Anlagen rund 25 000 Euro ausgegeben werden. „Dieses Geld sollte in den Haushalt 2014 eingeplant werden“, empfahl er.  (dor)

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