Um Ehrenamtliche wie Feuerwehrler für ihren Einsatz zu belohnen, wird im Landkreis die Ehrenamtskarte eingeführt, mit der man billiger ins Schwimmbad oder in Museen kommt. Foto: red

Ja zur Ehrenamtskarte

Bad Tölz-Wolfratshausen - Nun ist es amtlich: Nach einiger Diskussion hat der Kreistag am Mittwoch die Einführung der Ehrenamtskarte beschlossen.

Während die Befürworter mit der Wertschätzung des Ehrenamts argumentierten, führten die Kritiker den hohen Verwaltungsaufwand ins Feld. So muss mindestens für die nächsten neun Monate eine Vollzeitstelle am Landratsamt eingerichtet werden. Die Kraft soll sich in erster Linie um die Aquise von Akzeptanzstellen für die Karte kümmern. Mit dieser sollen Ehrenamtliche beispielsweise in Schwimmbädern und Museen Nachlässe bekommen.

„Das ist nichts für Ehrenamtliche, sondern etwas für Schnäppchenjäger“, schimpfte Paul Wildenauer (Grüne) und verärgerte damit CSU-Fraktionschef Martin Bachhuber. „Das ist eine Beleidigung.“ Bayernweit hätten sich schon 40 Kreise für die Karte entschieden, „und da sollten wir auch über unseren Schatten springen“. Kreisrat und Kreisbrandrat Karl Murböck (CSU) plädierte ebenfalls eindringlich für die Einführung der Karte. Die Zahl der Ehrenamtlichen zu halten werde sowieso schwieriger. Die Karte könnte zumindest ein Anreiz sein - und eine Belohnung für die, die sich einbringen.

Lucia Schmidt (Grüne) befürchtete, dass nicht alle Ehrenamtlichen in den Genuss der Karte kommen. Schließlich müsse man eine gewisse Stundenzahl freiwilligen Engagements nachweisen. Wenn man in Vereinen organisiert ist, sei das leicht. „Aber was ist mit den Frauen, die Angehörige pflegen. Die fallen völlig raus.“ Landrat Josef Niedermaier versprach hier „unbürokratische Lösungen“. Mit 32:19 Stimmen votierte der Kreistag schließlich für die Einführung der Ehrenamtskarten.

(va)

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