Lebendiger Austausch musikalischer Kulturen mit (v. li.) Franz und Franziska Eimer (Harfen), Josef Brustmann an der Zither und Ardhi Engl (Vielklanginstrument). Foto: Sabine Hermsdorf
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Lebendiger Austausch musikalischer Kulturen mit (v. li.) Franz und Franziska Eimer (Harfen), Josef Brustmann an der Zither und Ardhi Engl (Vielklanginstrument). Foto: Sabine Hermsdorf

Monacensia-Reihe: Abschluss im Hollerhaus

 Irschenhausen – Die Reihe „Grad Raus“ der Monacensia, hatte ihre Abschlussveranstaltung im Hollerhaus in Irschenhausen. Dort spielte ein Potpourri an musikalischen Freigeistern vor ausverkauften Zuschauerreihen.

Es kommt nicht häufig vor, dass die Landeshauptstadt München einen kulturellen Abend an einen Ort außerhalb ihrer Mauern verschenkt. In diesem Fall machte sie eine Ausnahme und schickte am Sonntag die Abschlussveranstaltung ihrer Veranstaltungsreihe „Grad Raus“ ins Hollerhaus nach Irschenhausen. Dort spielte ein Potpourri an musikalischen Freigeistern vor ausverkauften Zuschauerreihen.

„Grad Raus“ ist eine Reihe der Monacensia, der Münchner Stadtbibliothek. Deren Leiterin Dr. Elisabeth Tworek hatte bereits die Ausstellung „Heimweh nach draußen“ initiiert, die noch bis zum 14. September im Hollerhaus gezeigt wird. Weil der Abend dort gleichzeitig die Finissage von „Grad Raus“ war, war auch Tworek wieder zu Gast in Irschenhausen.

Ein Heimspiel hingegen hatte Franziska Eimer, Volks-Kulturpreisträgerin der Stadt München und künstlerische Leiterin der Reihe „Grad Raus“. Sie war mit ihrer Harfe sowie in Begleitung ihres Vaters Franz Eimer ins Hollerhaus gekommen. Der dürfte vielen gut bekannt sein als Mitglied der Ickinger Sänger und der Wellbuam. Wer Josef Brustmann ist, bedurfte ebenfalls keiner Erklärung. Der preisgekrönte Kabarettist und Lyriker aus Waldram/Icking hatte wie immer seine Zither dabei. Der bayerisch-sumatranische Klangkünstler Ardhi Engl hingegen hatte ein selbstgebautes Instrument mitgebracht und zog immer wieder die neugierigen und erstaunten Blicke auf sich und sein Tonwunder. Engl, der am Richard-Strauss-Konservatorium in München Gitarre studiert hat, schreibt und spielt mittlerweile für den zeitgenössischen Tanz und das Theater. Perfekt machte diese bunte Mischung das Duo „Hasemanns Töchter“: Maria Hafner und Julia Loibl. Die Volkssängerinnen werden als Entdeckung gefeiert und Kenner sagen, ihnen stehe eine berauschende Karriere bevor. Sie gelten als „verrückte Knallerbsen“, die gerne Quatsch machen. Ihr Spezialgebiet sind Couplets, Lieder und musikalische Clownerien. Davon präsentierten sie im Hollerhaus reichlich.

Doch bevor es so richtig losging, erklärte Franziska Eimer, was den Anstoß zu „Grad Raus“ gegeben hatte. Demnach sei es das Ziel gewesen, unterschiedliche musikalische Kulturen zusammen zu bringen und zu einem lebendigen Austausch miteinander zu führen. Im Hollerhaus gelang das auf eine beeindruckende Weise, die noch lange nachklang. Vor allem das Wechselspiel zwischen Brustmann und seiner Zither auf der einen Seite und Ardhi Engl mit seinem fantasiereichen Vielklanginstrument auf der anderen Seite, war faszinierend. Während sie musizierten, schwang immer auch eine wichtige Botschaft mit: Die Musik verbindet, sie eint und die Sprache der Musik versteht man auf der ganzen Welt. Und Josef Brustmann kam zu dem Schluss: „Einatmen, ausatmen – mehr ist es nicht, das Leben.“

Von Nina Daebel

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