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Musik verbindet: Im Vorjahr war die Stadtkapelle Geretsried zu Gast beim Vilberg Skolekorps in Eidsvoll (Foto). Am Mittwoch kommt das Schulorchester zum Gegenbesuch und marschiert unter anderem im Festzug mit. 

Freundschaftsbesuch aus Eidsvoll in Norwegen

Eine 45-jährige Liebesbeziehung

Geretsried - Sie wurde nie offiziell besiegelt und hält doch seit 45 Jahren – die Städtefreundschaft mit Eidsvoll in Norwegen. Diese Woche kommen 45 Gäste aus Skandinavien nach Geretsried.

Am Anfang war es Liebe. Der Geretsrieder Dieter Brich verschaute sich in eine Norwegerin, heiratete und zog nach Eidsvoll. Er war es auch, der die beiden Orte verkuppelte. Die ersten Annäherungsversuche gab es Ende der 1960er Jahre, das erste offizielle Treffen 1970. Damals lud Bürgermeister Heinz Schneider das Schulorchester aus Eidsvoll nach Geretsried ein. Seit etwa dieser Zeit trifft man sich im fünfjährigen Rhythmus: Im Vorjahr war die Stadtkapelle Geretsried oben in Norwegen, heuer kommt das Vilberg Skolekorps aus Eidsvoll runter nach Bayern. Erwartet werden insgesamt 45 Gäste, überwiegend Kinder und Jugendliche ab acht Jahren.

Früher gab es in Geretsried eine offizielle Norwegen-Gruppe. Seit sich diese aufgelöst hat, kümmert sich ein privater Freundeskreis um die Städteverbindung. Dazu gehören vor allem Helmut Hahn, Marlies Effenberger und Inge Hammerschmied. Dass sie alle aus der Egerländer Gmoi stammen, kommt nicht von ungefähr. Auch Dieter Brich, Initiator der Freundschaft war ein Egerländer. Neu dazu gestoßen ist Vera Kraus, Geschäftsführerin der Musikschule. Im Schulzentrum an der Adalbert-Stifter-Straße wird auch das „Basis-Camp“ für die Gäste eingerichtet.

Am Mittwoch, 22. Juli, werden die Norweger mit dem Flugzeug anreisen. „Ihre Musikinstrumente werden extra mit dem Auto gebracht“, berichtet Hahn. Übernachten werden sie bis Dienstag, 28. Juli, in einem Matratzenlager in der Adalbert-Stifter-Turnhalle. „Vielen Dank an die Sportvereine, dass sie dafür auf Übungszeiten verzichten“, sagt Hahn. Ein Team von etwa zehn Leuten wird sich die ganze Woche um die Gäste kümmern, weitere Helfer sind jederzeit willkommen.

Das Besuchsprogramm wurde nach den Wünschen der Norweger zusammengestellt. „Sie hatten sehr konkrete Vorstellungen“, sagt Hahn und lacht. Für Donnerstag, 23. Juli, ist ein Ausflug in den Vergnügungspark am Blomberg geplant. Hans Ketelhut, Vorsitzender des Vereins der Städtefreundschaften, hat günstige Tickets besorgt. Danach geht es zum Schwimmen an den Bibisee, wo abends gegrillt wird.

Am Freitag, 24. Juli, besuchen die Gäste die Musikinstrumentemanufaktur Wenzel Meinl und das neue Museum der Stadt. Danach bereiten sich die Musiker des Vilberg Skolekorps auf ihren großen Auftritt vor: Ab 17 Uhr geben sie ein Standkonzert auf dem Karl-Lederer-Platz. Dort werden sie gegen 17.30 Uhr auch offiziell durch Bürgermeister Michael Müller begrüßt. Hahn: „Es wäre schön, wenn viele Besucher kommen.“ Um 19 Uhr heißt es dann Abmarsch: Die Norweger reihen sich in den großen Festzug zum Geretsrieder Sommerfest ein.

Nach einem zünftigen Abend im Festzelt dürfen die Gäste am Samstag, 25. Juli, erst einmal ausschlafen. Danach ist Shoppen in München oder Bad Tölz angesagt. Am späten Nachmittag haben die Norweger schon ihren nächsten Auftritt. „Wir bauen sie in das Sommerfest der Musikschule ein“, kündigt Hahn an. „Dabei wollen wir auch neue Kontakte knüpfen, damit die Jugendfreundschaft erhalten bleibt.“

Weiter im Programm geht es am Sonntag, 26. Juli, mit einem Badeausflug. Für den Nachmittag haben die Gastgeber etwas Besonderes organisiert. Ein Ensemble des Vilberg Skolekorps spielt ab 14 Uhr bei „Blech meets Blues“ auf der Königsdorfer Alm. Für Montag, 27. Juli, ist ein Ausflug in die Leutaschklamm und nach Garmisch geplant. Am Abend gibt es ein großes Abschlussessen im „Basis-Camp“. Hahn: „Wir machen das, wie es in Norwegen üblich ist: Jeder bringt selbst etwas mit.“

Am Dienstag, 28. Juli, heißt es dann Abschied nehmen. Am Abend geht der Flieger nach Norwegen. Vorher versucht das Helferteam noch eine Führung durch die Allianz-Arena zu organisieren. Auch wenn der Besuch mit viel Arbeit verbunden ist, freut sich Helmut Hahn schon sehr auf die Gäste. Er war 1981 erstmals in Eidsvoll und reist seitdem regelmäßig mit seiner Familie nach Norwegen. Man könnte auch sagen: Er hat sich in das Land verliebt.

Sabine Schörner

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