Eine Allianz für den See ?

- Münsing – Die Wasserqualität des Starnberger Sees ist sehr gut. Um diesen Zustand zu erhalten, hat eine fachübergreifende Projektgruppe einen Gewässerentwicklungsplan (GEP) erstellt. Er ist jetzt in einer Ausstellung im Münsinger Rathaus zu besichtigen.

VON TANJA LÜHR <P>Der Starnberger See ist mit gut 56 Quadratkilometern Fläche der zweitgrößte bayerische See nach dem Chiemsee. Er ist jedoch deutlich tiefer als dieser (127 Meter) und hat mehr Wasser. Dessen Qualität bewertet das Wasserwirtschaftsamt München mit sehr gut bis gut. Damit das so bleibt und die Tier- und Pflanzenwelt nachhaltig geschützt werden, hat eine fachübergreifende Projektgruppe jetzt einen Gewässerentwicklungsplan erstellen lassen. Das Ergebnis ist zurzeit als Wanderausstellung im Münsinger Rathaus zu besichtigen. <P>In Auftrag gegeben wurde der GEP vom Wasserwirtschaftsamt München, erstellt hat ihn das Landschafts-Architekturbüro Jerney. Mitgewirkt haben Umwelt- und Vogelschützer, Fischer, der Fremdenverkehrsverband und die Schlösserverwaltung. Entsprechend umfassend sind die Informationen auf den Plakaten, die Vertreter der Münsinger Lokalen Agenda am Mittwoch im Sitzungssaal angebracht haben. <P>So erfährt der Besucher etwa, dass sich ab Herbst bis zu 25 000 Wasservögel am Starnberger See tummeln, um zu rasten oder zu überwintern. Im Mai sind es dagegen nur etwa 1000. Hecht, Flussbarsch, Brachse, Rotauge, Forelle und Renke sind nur einige der in dem nährstoffreichen Gewässer lebenden Fische. Dank der heimischen Fi scher konnten vom Aussterben bedrohte Arten wie der Seesaibling gerettet werden. Eines der Bilder zeigt den Ammerlander Fischmeister Sylvester Huber bei der Zucht. <P>Ein Teil der Ausstellung widmet sich dem Tourismus. Dieser könnte der Studie zufolge &#8222;qualitativ verbessert&#8220; werden: durch behindertengerechte Rampen in den Erholungsbädern oder durch attraktive Uferpromenaden. Ziel der Projektgruppe ist es, Freizeit und Ökologie in Einklang zu bringen. Dazu müssten Uferbereiche teilweise renaturiert werden, wozu die Planer auch die 48 Prozent Privat-Grundbesitzer ins Boot holen wollen; es sollten spezielle Zonen für Wassersportler und Erholungssuchende sowie Naturschutzgebiete ausgewiesen werden; der Individualverkehr müss te eingeschränkt werden. Die Entlastung Seeshaupts vom Schwerlastverkehr durch eine Umfahrung ist laut GEP &#8222;unumgänglich&#8220;. <P>Das Gutachten empfiehlt zu dem die Gründung einer Art &#8222;Starnberger-See-Agenda&#8220;unter Federführung der acht Bürgermeister der umliegenden Gemeinden. Nach Auskunft von Bürgermeister Michael Grasl ist ein solcher Zusammenschluss nach Chiemseer Vorbild bereits in Planung. Als Chef der mit 13 Kilometern Uferstreifen größten Anliegergemeinde begrüßt er das Vorhaben ausdrücklich. Als Rahmenprogramm zu der Ausstellung, die noch ungefähr drei Wochen läuft, ist Grasl zufolge demnächst ein Vortrag zum Thema Fischerei vorgesehen. <P>

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