Eine Statue macht keinen neuen Platz

- VON SABINE SCHÖRNER Geretsried - Braucht der Neue Platz einen neuen Namen? Und wenn ja, wie soll er heißen? Marienplatz ist ein Vorschlag, Heinz-Schneider-Platz ein anderer. In der Stadtratssitzung am Dienstag fiel noch keine Entscheidung. Weil sich mit dem Namen auch ihre Adressen ändern würden, sollen zunächst die Anlieger am Neuen Platz befragt werden. Damit war auch Antragssteller Harald Sachers einverstanden. "Ich will nicht irgendwas vom Zaun brechen", nahm er den Druck aus der Debatte. Der CSU-Stadtrat bat allerdings darum, das Thema noch in diesem Herbst abschließend zu behandeln.<BR>

Schon im Jahr 2000 hatte der Pfarrgemeinderat von Maria Hilf sein Mitglied Sachers mit großer Mehrheit beauftragt, diesen Antrag zu stellen. "Der Name ,Marienplatz` kommt fast in jeder oberbayerischen Stadt vor und gibt dem Platz von daher schon ein besseres Image", argumentierte der CSU-Stadtrat. Außer der Nähe zur Kirche spreche auch die Tatsache, dass es in Geretsried 42 männliche Straßennamen (darunter zwei Heilige) gibt, dafür, den Platz nach einer Frau zu beenden. Sachers warb für eine Umbenennung in drei oder vier Jahren. Dann könnten sich die Anlieger rechtzeitig und ohne große Kosten auf die neue Adresse einstellen. Außerdem könnte die Aufstellung einer Marienstatue vorbereitet werden.<P>Eine Marienstatue macht allerdings noch keinen Marienplatz. Und damit zu signalisieren, "jetzt glaubt`s uns, dass wir den Platz umbauen", war für Robert Lug (FW) "schon eine Hardcore-Vorstellung von Stadtplanung". Er könnte sich eher einen Heinz-Schneider-Platz vorstellen und hatte deshalb bereits bei SPD und CSU vorgefühlt. Analog zum Karl-Lederer-Platz wäre es naheliegend, auch den Platz im Süden nach einem ehemaligen Bürgermeister zu benennen.<P>Allerdings, so meinte SPD-Fraktionschef Walter Büttner, sollte man diese Diskussion nicht öffentlich führen. "Meine erste Präferenz ist, den Namen Neuer Platz beizubehalten", sagte Büttner. Andernfalls sollte man sich "an der Geschichte orientieren". Einen Marienplatz könne er sich höchstens in Gelting vorstellen. Ähnlich sah dies Brigitta Siepmann (Grüne): "Wir sind keine urbayerische Stadt, und das werden wir auch nicht, wenn wir einen Marienplatz haben."<P>Auch ziehe eine Umbenennung nicht automatisch eine Renovierung nach sich, sagte Büttner mit Hinweis auf das Heinz-Schneider-Eisstadion. Der Altbürgermeister hatte sich zu Lebzeiten immer wieder über die Zustände beklagt. "Was Maria macht, wenn sie die Entwicklung des Platzes sieht, erfahren wir nicht, aber wir können es uns denken."<P>

Auch interessant

Kommentare