Mit einer sehr deutlichen Präsenz sorgte die Polizei am Samstag vor dem Isarau-Stadion dafür, „dass die Emotionen nicht nochmals hochgekocht sind“, stellt Johann Brandhuber, Vize-Chef der Geretsrieder Polizei fest. Foto: Sabine Hermsdorf

„Eine überfallartige Geschichte“

Geretsried - Die Hintergründe der Massenschlägerei vor dem Isarau-Stadion hellen sich auf. Die Polizei vermutet, dass Mitglieder der Gruppe „Alles für München“ die Fans aus Nürnberg provozierten.

Richtig zur Sache ging es am Samstagnachmittag am Rande des Testspiels des 1. FC Nürnberg gegen den spanischen Erstligisten Racing Santander in Geretsried. Vor dem Stadioneingang an der Jahnstraße prügelten sich rund 100 Personen (wir berichteten).

Nach Angaben von Andreas Guske, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim, versammelten sich gegen 16 Uhr, zu Beginn der zweiten Halbzeit, etwa 40 zum Teil vermummte Randalierer vor dem Stadion. „Wir vermuten, dass sie zur Gruppierung ,Alles für München‘ gehören und mit dem FC Bayern nichts zu tun haben“, stellt Guske klar. Als sich bei den Nürnberg-Fans der Aufmarsch an der Jahnstraße herumgesprochen hatte, stürmten 70 von ihnen geschlossen aus dem Stadion und lieferten sich eine Massenschlägerei mit den Münchnern. Dabei ging eine Glasscheibe zu Bruch, ein Fahrrad und Stühle flogen durch die Luft.

„Ziel war es wohl, kurz Ärger zu machen“, vermutet Polizeisprecher Guske. Nach nur knapp fünf Minuten, in denen rund 200 Euro Sachschaden entstand, flohen die Täter in alle Richtungen. In der Stadt kam es jedoch zu keinen weiteren Auseinandersetzungen.

„Das war eine überfallartige Geschichte“, beschreibt Johann Brandhuber von der Geretsrieder Polizei die Situation. Die anwesenden Beamten hätten unverzüglich Unterstützung von umliegenden Dienststellen, Hundeführern, Zivilpolizisten und der Bereitschaftspolizei erhalten. Durch die massive Präsenz beruhigte sich die Situation schnell. „Wir haben dafür gesorgt, dass die Emotionen nicht nochmals hochgekocht sind“, rechtfertigt Brandhuber die Verkehrskontrollen. Guske ergänzt: „Es waren anfangs nicht mehr Kollegen im Einsatz, da wir trotz Vorab-Recherchen im Internet keine Hinweise auf eine geplante Schlägerei finden konnten.“ Gegen die geflüchteten Täter, die von einer Hubschrauberbesatzung beobachtet wurden, wird nun wegen Beteiligung an der Schlägerei ermittelt. Festnahmen gab es bisher nicht. (dor)

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